Freitag, der 23.06.2017 - 19:18 Uhr
 
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Vorbereitung auf die Schule (Schulreife erlangen)
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[TIPPS SCHULKIND] Vorbereitung auf die Schule (Schulreife erlangen)


Die einheitliche Schulreife, Schulfähigkeit gibt es nicht – es gibt nur unterschiedliche Menschen

Im ausgehenden 19. Jahrhundert war ein bestimmter Begriff ohne besondere Bedeutung gebräuchlich: nämlich der der Schulreife. Die gibt es nämlich nicht. Ob ein Kind überhaupt und wenn, welche Grundschule es besuchen wird, entscheiden dessen Eltern, die weder den Reifegrad eines Menschen noch dessen Intelligenz messen können. Man setzte fort, im 20. Jahrhundert den Begriff "Schulfähigkeit" einzuführen, der ebenfalls keine eigentliche Bedeutung, geschweige denn den Reifegrad eines Menschen beziffert oder beschreibt.

 

Schulreife erlangt jedes Kind in der Schule erst selbst – davor kann es sicherlich im vierten oder fünften Lebensjahr bereits von Eltern spielerisch an Montessori-Spielzeug oder erste Buchstaben, Zahlen oder andere Zusammenhänge herangeführt werden. Jedoch geschieht dies, ist dies eine Familienangelegenheit, die mit Schule an sich so nichts zu tun hat.

 

Es können sicherlich laienhafte Beobachtungen der Eltern gemacht werden, die sie nichtsdestotrotz bei der tatsächlichen Anmeldung des Kindes zu einer Schule zu Protokoll geben sollten. Ist das Kind gesund? Welche genetischen Voraussetzungen bestehen im familiären "Gen-Pool" bezüglich Verhaltenssyndromen, körperlichen oder neurophysiologischen Fehlfunktionen – wo könnte – der einfachen Meinung der Eltern nach – Therapiebedarf bestehen? Und, in diesem Zusammenhang: Wie verhält sich das Kind zu Peer-Groups? Gibt es Geschwister? Ist es als kooperativ aufgefallen?

 

Wie motiviert ist das Kind mit den Vorschlägen von Eltern umgegangen, freiwillig bereits im Voraus schulische Inhalte aufzunehmen? Kann es schon lesen? Schreiben? Wie nutzt es diese Fähigkeiten? In welcher Häufigkeit, mit welchen Medien? Hat es ein Interesse an Musik? Hat es ein auffälliges Vokabular? Inwiefern weist es welche Art von Geschicklichkeit auf?

 

Im Zweifel für das Kind – Eltern beschreiben, beobachten, befürworten

Die Fragen oben wurden bewußt willkürlich einmal zusammengestellt, um das Prinzip der Einschulung als solches unzweideutig vor Augen zu führen: Die Eltern entscheiden sich für die Form des Unterrichts, die sie für seine Grundschulzeit am geeignetsten halten (Hausunterricht, Montessori, ländergetragene oder kirchliche Grundschule (mit musischem oder künstlerischem Schwerpunkt) – vormittags oder ganztags) und werden dann – so Hausunterricht nicht in die engere Wahl fällt – bei mehreren Institutionen ihrer Wahl vorsprechen und über den bisherigen frühkindlichen Entwicklungsverlauf ihre persönliche Stellungnahme dem Schulleiter oder bestimmten Lehrkräften gegenüber mitteilen. Zu dem in diesem Zusammenhang erfolgenden persönlichen Gespräch ist es sicherlich von Vorteil, wenn die elterliche Stellungnahme über ihr Kind auch in Schriftform oder per E-Mail eingereicht oder verschickt werden kann.

 

Noch weiß niemand, wie das Kind auf die neuartige Schulsituation reagieren wird. Noch weiß niemand, wie die individuelle Veranlagung des Kindes mit genau den Mitschülern und Lehrkräften interagieren können wird, mit denen es in der von den Eltern dann gewählten Schule tatsächlich zusammentreffen wird.

 

Mit anderen Worten: Vor der Einschulung ist für die Eltern nichts "Besonderes" zu beachten. Sie sollen eben nur das erfüllen, wozu sie sich in ihrer Eltern-Kind-Beziehung prinzipiell biologisch und moralisch verpflichtet haben. Sorgfältig und genau mit ihrem Kind zu interagieren, ein grundsätzliches Vertrauensverhältnis beizubehalten und "Ärger" in der Schule, der möglicherweise im Zusammenhang mit ihrem Kind entsteht zunächst einmal aus der Warte ihres Kindes: wie unerschütterliche Anwälte beobachten und befürworten.

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