Sonntag, der 22.10.2017 - 15:44 Uhr
 
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[TIPPS SCHULKIND] Tipps bei übergewichtigen Schulkindern


Nicht "das Kind" ist übergewichtig, sondern ...

Übergewicht, so weiß man, ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, vor allem jedoch auf genetische. Es sind dies die Personen, die so veranlagt sind, den Überschuss an Nahrung in Fettzellen abzuspeichern, um in Notzeiten davon zehren zu können. Der Unterschied ergibt sich nur in einer schnelllebigen und kalorienhaltigen Fast-Food-Gesellschaft – und genau dann, wenn in einer Familie nicht genug Gespräch und Bewusstsein über Ernährung erfolgt und besteht. Zwillingsstudien wie auch Studien mit Adoptivkindern deuten stets darauf, dass die genetische Veranlagung zentral zu beachten ist in diesem Zusammenhang.

 

Leidet nun ein Kind unter Adipositas, so der Fachbegriff, dann ist vielleicht ohnehin nicht nur das Kind betroffen. Sondern auch Vater, Mutter oder Geschwister, die in schnell eingenommenen Mahlzeiten Nahrungsmittel einnehmen, die sie aufgrund ihrer Vererbungsgeschichte nicht bis zum nächsten Einkauf im Schnellimbiss oder Supermarkt abbauen können, sind ebenfalls betroffen.

 

Die Frage nun, was im Falle eines übergewichtigen Kindes zu tun sei, stellt sich nun nicht. Sondern tatsächlich lautet die Fragestellung, wie mit der genetischen Voraussetzung einer Familie im Rahmen von Kindererziehung umzugehen sein könnte, sodass es sich positiv auf bereits auffällige Symptome auswirkt oder auch zukünftige Fehlentwicklungen vermeidet. Dies kann eigentlich nicht innerhalb der Familie geklärt werden – anders gesagt: dafür gibt es Fachkräfte bzw. interdisziplinäre Beratungsstellen (meistens städtisch oder klinisch gelenkt), die unter Leitung von Psychologen (Familientherapeuten), Ökotrophologen, Ernährungsmedizinern sich in ihren (entweder günstigen oder erstattungsfähigen) Dienstleistungen den Bedürfnissen der Einzelfälle anpassen können.

 

... es ist stets mehr, worüber fachlicher Rat eingeholt werden kann und sollte

Die Charité in Berlin: Schauplatz Sozialpädiatrisches Zentrum. Adipositas-Therapie-Programm für Kinder/Jugendliche u. Familien enthält Bewegung/Beratung/Begleitung/Essen und Trinken/ausgewogene Ernährung in Theorie + Praxis. Gemeint ist das Ziel des langfristigen Abnehmens, des Umstrukturierens der Ernährungsgewohnheiten und des körperlichen Ausgleichs.

Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg. Ab 1997 wird dort – ebenfalls im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Fachrichtungen und positiven Behandlungsfaktoren – auf Kinder mit ähnlichen Symptomen Bezug genommen.

Ebenso die Universität Heidelberg: Verschieden vorkonzeptionierte Programme nehmen auf unterschiedliche Möglichkeiten Rücksicht, wie Fehlsituationen der Ernährung entgegengewirkt werden könnten. Hier sind es ebenfalls Ortskrankenkassen, die diese Maßnahmen unterstützen.

Wiesbaden: Deutsche Klinik für Diagnostik. Hier wird bereits seit 1996 Kindern und Jugendlichen angeboten, im Zusammenhang mit Ernährungs- und Gewichtsproblemen an psychologisch und heilpädagogisch angeleiteten Therapieprogrammen teilzunehmen, die auch durch ökotrophologisch (= ernährungswissenschaftlich) angeleitete Nahrungsmittel- und Ernährungsberatung ergänzt werden.

Ebenso Frankfurt, Münster, Ulm – und ein Fernberatungssystem in Tutzing, nämlich der Kinder-EBS (Kinder-Ernährungs-Beratungs-Service).

 

All diese Institutionen zeigen Folgendes: Eine Gesellschaft besteht aus Menschen, die mit unterschiedlich orientiertem Fachwissen einander ergänzend helfen können. Die Familie mit übergewichtigen Mitgliedern steht niemals allein da – ebenso wenig wie das Kind selbst, welches sich im Verhältnis zu seinem Freundeskreis als isoliert, abgelehnt und "anders" erfährt. Es ist auch niemals der Fall, dass es auch nur darum geht, ob jemand viel oder wenig isst. Sondern darum, wessen Gene (siehe oben) vorgeben, wie schnell, wie langsam und ob überhaupt jemand Fette und Kohlehydrate aus der Nahrung abbaut. Es gilt eben hier wie bei allen genetischen Prädispositionen (Voreinstellungen): Wege, mit unterschiedlichsten Formen des Menschseins in der Gesellschaft und gesund leben zu können, gibt es genug. Man muss nur fragen.

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