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[TIPPS SCHULKIND] Tipps bei Rechenschwäche


Rechenschwäche – eine Worthülse

Bei Rechenschwäche (Arithmasthenie, Dyskalkulie) handelt es sich um eine teilweise Leistungsschwäche, so heißt es. In der pädagogischen Literatur wird dieser Begriff jedoch in völlig unterschiedlicher Bedeutung genutzt. Bei manchen Forschern geht es im Zusammenhang mit Rechenschwäche bereits direkt um biologisch veranlagte Fehlprozesse. Dies jedoch konnte bisher nicht bewiesen werden. Andere meinen mit Rechenschwäche nur den Tatbestand von schlechten Noten, die einem Schüler in einem mathematisch begründeten Fach von einem Fachlehrer zugewiesen werden.

 

Die "Internationale Klassifikation psychischer Störungen" benennt mit dem Kürzel WHO/ICD 10 als Rechenstörung, dass grundlegende Rechenfertigkeiten bei einem Patienten nicht vorhanden sind und der somit nicht in der Lage ist, die vier Grundrechenarten geordnet und korrekt anzuwenden. – Bei dieser Definition ist nicht davon die Rede, ob Rechenschwäche angeboren ist, nur im Zusammenhang mit der Beurteilung durch einen Fachlehrer oder mehrerer Fachlehrer festgestellt wurde. Ferner ist nicht davon die Rede, welcher Arzt oder Psychiater bei Rechenschwäche überhaupt zu einem kompetenten Urteil kommen könnte: Wäre für diesen Psychiater ein abgeleistetes Mathematikstudium erforderlich? Oder ein Versuchsaufbau mit Kontroll- und Versuchsgruppe? Sind schlechte Mathematiknoten im Zusammenhang mit Prüfungsangst aufgetreten? Oder durch tatsächliche klinische Störungen beeinflusst worden?

 

Eine allgemein gültige Definition des Wortes "Rechenschwäche" existiert nicht. Es ist eine bedeutungslose Worthülse, deren Verwendung sinnlos ist in einer konstruktiven Kommunikation. Dass bei bestimmten Leistungsverschlechterungen von Schülern ein Nachhilfebedarf angenommen wird, darin reiht sich Mathematik wie Deutsch oder Englisch oder in weiterführenden Schulen Französisch oder Geschichte ein.

 

Schlechte Noten haben andere Ursachen

Sämtliche mathematische Schwächen, die sich nun bei Kindern herausstellen, lassen sich für gewöhnlich wie Wissenslücken oder dem Fehlen von Lerninhalten in anderen Fächern erfolgreich nachbehandeln. Sollte sich beispielsweise das Vorhandensein eines Aufmerksamkeits-Defizits-Syndroms ärztlich bestätigen, würden bei geeigneter Therapie sämtliche schlechten Noten wieder besseren Zensuren weichen – und Mathematik wäre hier nur ein Fach von mehreren. Es gibt pädagogische "Verständnistricks", mit denen geeignete Mathematiklehrer Schülern mit schlechten Zensuren in ihrem Fach begegnen können und auf die konkreten Verständnisschwierigkeiten individuell und in einem positiven Dialog eingehen können. Für schlechte Noten braucht es grundsätzlich erst einmal keinen Psychiater, noch weniger, wenn diese nur in einem einzigen Fach auftreten. Treten sie jedoch in allen Fächern auf (im Gegensatz zu bisherigen Leistungen, so ist dies weder "gut", noch "böse", sondern ein Warnzeichen, dass es dem Schüler oder der Schülerin als Menschen derzeit seelisch nicht gut geht.

 

Dieser Artikel enthält somit den folgenden Appell an die Eltern von Schülern, die zu Opfern voreiliger Bewertungen einzelner Lehrer werden. Ein Lehrerurteil kann – wie jede Bewertung – angefochten werden, es steht den Eltern jederzeit das Recht zu, ein Fehlverhalten des Lehrers auszuschließen und um einen anderen Mathematiklehrer für ihr Kind zu bitten. Wenn sich Eltern dafür entschieden haben, ihr Kind in einer staatlichen Schule einzuschulen, haben sie die Pflicht, sich während der gesamten Schulzeit gegenüber der Schule als Anwalt ihres Kindes aufzutreten, d. h., zweifeln sie die Kompetenz eines Pädagogen an, dürfen sie darauf bestehen, eine Untersuchung einleiten zu lassen. Lehnen sie ein Nachsitzen ihres Kindes ab, ist es nicht zum Befolgen dieser Strafmaßnahme verpflichtet. Ist von Rechenschwäche die Rede, darf dieser Begriff als bedeutungslos ignoriert werden.

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