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Plazenta (Mutterkuchen) - So wird ihr Baby in der Schwangerschaft versorgt
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[SCHWANGERSCHAFT] Plazenta (Mutterkuchen) - So wird ihr Baby in der Schwangerschaft versorgt


Was ist die Plazenta?


Der Begriff Plazenta kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Mutterkuchen. Es ist ein scheibenförmiges Organ für 280 Tage. Am Ende einer Schwangerschaft wiegt der Mutterkuchen ca. 500 Gramm und hat einen Durchmesser von 15 bis 20 Zentimeter.

 

Die Plazenta versorgt den Embryo mit Nährstoffen und entsorgt Exkretionsprodukte. Der Mutterkuchen besteht aus mütterlichen, aber auch aus embryonalem Gewebe und entsteht, weil das Gewebe des Embryos in die Schleimhaut der Gebärmutter einwächst. Embryo und Plazenta sind über die Nabelschnur verbunden. Die Plazenta steuert ihr eigenes Wachstum und ist in der Lage, dem Embryo in jedem Stadium seiner Entwicklung die spezifischen Nährstoffe zukommen zu lassen.


Kurz nach der Geburt des Babys kommt es zu den so genannten Nachwehen, mit denen die Plazenta geboren wird. Sie wird dann auch als Nachgeburt bezeichnet und wird in der Klinik als „Klinischer Abfall“ entsorgt. Möglich ist auch die Mitnahme der Plazenta, viele Eltern pflanzen zum Beispiel einen Baum darauf. Sie soll das Symbol der Fruchtbarkeit sein.


Die Aufgaben der Plazenta


Zu den Hauptaufgaben der Plazenta gehört die Versorgung des Babys mit Nährstoffen, Vitaminen, Sauerstoff und Wasser. Abfallprodukte des kindlichen Stoffwechsels sowie Kohlendioxid werden über die Plazenta entsorgt. Sie nimmt zudem mütterliche Antikörper auf und gibt diese über die Nabelschnur an den Blutkreislauf des Babys weiter. Das Baby erhält so den Nestschutz, das heißt, es erhält Antikörper gegen verschiedene Krankheiten. Eine Impfung gegen diese ist damit erst dann nötig, wenn das Kind einige Wochen alt ist und die „übernommenen“ Antikörper nicht mehr ausreichenden Schutz bieten.
Durch die so genannte Plazentaschranke werden Giftstoffe herausgefiltert. Die Plazenta übernimmt zudem die Produktion von bestimmten Hormonen.
Für die gesunde Entwicklung des Babys ist es unerlässlich, dass Fett- und Aminosäuren, Vitamine und Kohlenhydrate sowie Elektrolyte ausgetauscht werden. Im Laufe der Schwangerschaft und damit im Laufe des Wachstums des Kindes nimmt dieser Austausch zu. Schon eine kurze Unterbrechung kann zu einer dauerhaften Schädigung des Babys führen.


Die Aufgaben der Plazentaschranke


Die Plazentaschranke ist eine Filtermembran, die das mütterliche vom kindlichen Blut trennt. Damit wird der Übertritt verschiedener Substanzen, die im Blut der Mutter vorhanden sind, ermöglicht oder verhindert. Durch Diffusion können Wasser, Vitamine, Sauerstoff, Medikamente oder Alkohol in das Blut des Babys gelangen. Übertragen werden auch Elektrolyte, Antikörper gegen bestimmte Krankheiten oder Proteine. Kommt es durch so genannte Mikrotraumen in der Plazenta dazu, dass kindliches Blut in den Organismus der Mutter übertritt, so ist das normalerweise nicht weiter gefährlich. Allerdings gibt es ein Problem, wenn das Kind Rhesus positiv ist, die Muter aber negativ. Sie bildet dann Antikörper gegen das Kind. Für die laufende Schwangerschaft hat das keine Auswirkungen, bei einer folgenden jedoch kann es zu Abstoßungsreaktionen oder der Ausbildung schwerer Krankheiten beim Kind kommen.


Zusammengefasst: Die Plazentaschranke ist ein Filter, durch den abhängig von Größe und Eigenschaften der Moleküle verschiedene Substanzen durchdringen können. Viele Giftstoffe werden so im Organismus der Mutter gehalten und können das Kind nicht schädigen. Medikamente, Alkohol und Nikotin jedoch werden ungehindert weitergegeben und können eine Fehlgeburt oder Störungen in der Entwicklung des Kindes hervorrufen.


Die getrennten Blutkreisläufe von Mutter und Kind


Die Natur hat Mutter und Kind getrennte Blutkreisläufe gegeben und das aus gutem Grund. Denn so ist das Kind vor vielen Einflüssen und Substanzen geschützt. Auch wenn die Plazentaschranke nicht alle Substanzen herausfiltern kann, so gelangen diese doch nicht in der Konzentration in den Kreislauf des Kindes, wie sie im Blut der Mutter vorhanden sind. Auch Krankheitserreger kommen durch diese Schranke nicht in jedem Fall durch. Nimmt man das Beispiel der HIV Infektion, so wird erkennbar, dass dieser Virus eben nicht in das Blut des Kindes gelangen kann. Die getrennten Blutkreisläufe bewirken, dass die Mutter zwar HIV positiv sein kann, das Kind aber völlig gesund. Meist steckt es sich erst bei der Geburt an, wenn es mit dem Blut der Mutter in Berührung kommt oder es zu kleinen Verletzungen kommt, durch die der Virus dann in den Körper des Kindes gelangen kann. Auch bei einer Rhesusunverträglichkeit ist es so, dass die getrennten Blutkreisläufe von Mutter und Kind positiv sind. Erst durch Verletzungen in der Plazenta kann das kindliche Blut in den Kreislauf der Mutter gelangen, wo dann Antikörper dagegen gebildet werden. Immer, wenn das Kind Rhesus positiv und die Mutter negativ ist – oder umgekehrt – kann das zu einem Problem werden.
Die getrennten Blutkreisläufe von Mutter und Kind haben also durchaus einen Sinn – die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, könnte man meinen. 

Rhesusfaktor


Plazenta praevia

 


Auch wenn die Natur scheinbar an alles denkt, so kommt es doch häufiger zu Problemen mit der Plazenta. Dann nämlich, wenn sie nicht die richtige Lage hat. Es kann dann nicht nur zu Problemen bei der Geburt des Kindes kommen, sondern schon vorher für die Mutter gefährlich werden. Die Plazenta praevia ist eine Fehllage des Mutterkuchens. Er hat sich in der Nähe des Gebärmutterhalses eingenistet, was vor allem bei Frauen vorkommt, die nicht das erste Kind oder die Mehrlinge erwarten. Der Geburtskanal wird durch die Plazenta praevia teilweise oder sogar ganz überdeckt, was meist nach der 20. Schwangerschaftswoche erkannt wird. Meist jedoch löst sich mit dem Wachstum des Kindes das Problem ganz von selbst. Das Kind zieht praktisch die Plazenta mit, wenn es wächst und kann daher den Muttermund wieder freilegen. Eine regelmäßige Kontrolle ist anzustreben.
Die Ursachen für die Plazenta praevia sind nicht vollständig geklärt, es gibt auch keine Möglichkeit für die Frau, so etwas zu verhindern.


Unterteilt wird in verschiedene Lagen der Plazenta, wobei immer die Beziehung zum Muttermund eine Rolle spielt:

- Die Plazenta sitzt tief: eine normale Geburt ist möglich.


- Die Plazenta praevia marginalis: Das Gewebe der Plazenta erreicht den Muttermund, die normale Geburt ist möglich, abhängig vom Zustand von Mutter und Kind.


- Die Plazenta praevia partialis: Der Muttermund ist teilweise vom Gewebe der Plazenta überlagert, eine normale Geburt ist nicht ratsam.


- Die Plazenta praevia totalis: Die Plazenta liegt direkt über dem Muttermund und verschließt diesen, eine normale Geburt ist nicht möglich.

Schon während der letzten Wochen der Schwangerschaft kann es zu lebensgefährlichen Blutungen kommen, wenn die Frau zum Beispiel schwer hebt oder eine Drehung macht. Dann können Teile der Plazenta einreißen. Ärzte sprechen bildlich von einem Wasserhahn, der aufgedreht würde, um die Blutmenge einmal zu verdeutlichen. Die Frau kann unter Umständen aufgrund der Plazenta praevia verbluten. Die Blutung ist schmerzfrei, die Schwangere verspürt keine Wehentätigkeit.

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