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Vor- und Nachteile von Privatschulen - Kosten
[NEWS] Vor- und Nachteile von Privatschulen - Kosten
18. August 2010
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Privatschulen in Deutschland

Für das Schuljahr 2009/2010 ergab sich für Privatschulen – im Verhältnis zur gesamtdeutschen Schullandschaft – ein "Marktanteil" von 8 Prozent: 700.000 Schüler besuchten 3.000 Schulen aus nicht staatlicher Trägerschaft in Deutschland, die entweder

 

– privaten Unternehmen

– kirchlichen Orden/Organisationen/Vereinen

– reformpädagogischen Schulmodellen

– anderen Sonderformen (z. B. internationalen Schulen)

 

zugeordnet werden. Da allerdings die Schulpflicht gesetzlich geregelt ist, liegt einerseits die Genehmigungspflicht beim Staat, andererseits auch die einzelfallweise Zuschussbereitschaft. Eröffnet wurden 2008 bundesweit 153 private Schulen, 2009 weniger, nämlich 37. Der Staat klassifiziert übrigens nicht wie oben, sondern er unterscheidet in

 

– anerkannte Ersatzschulen (sind abschlussberechtigt und förderfähig)

– genehmigte Ersatzschulen (sind nicht abschlussberechtigt, aber förderfähig)

– Ergänzungsschulen (sind weder abschlussberechtigt noch förderfähig)

 

Förderfähig heißt: Nach dreijähriger Probezeit (Lehrplan, Erzieherqualifikationen) übernimmt der Staat 60 bis 94 Prozent der Kosten, den Rest zahlen die Eltern: als "rechtlich zumutbar" gelten hier 130 bis 200 Euro im Monat an Schulgeld (9 Jahre an einer weiterführenden Schule ergeben rein rechnerisch im letzteren Fall 21.200 Euro), 1.000 Euro pro Monat sind möglich, das oft benannte Schloss Salem berechnete 2009 noch (aber auch als Internat) 2.600 Euro pro Monat. Trotzdem: Privatschullehrer haben dieselbe Studien- und Praxiserfahrung (also beileibe keine besondere Ausbildung), aber können mangels einheitlicher Gehaltsregelungen zuweilen für mehr Leistung schlechter bezahlt werden als Beamte an staatlichen Schulen.

 

Privatschulen mit pädagogischem Mehrwert

Eltern, die ihre weltanschauliche Tradition bewahren wollen, treffen an kirchlichen Schulen auf Pädagogen, die nicht allein aus Verdienst-Interesse im Sinne der Schule handeln, sondern die auch privat von ihrem Glauben oder persönlichen ethischen Grundsätzen getragen werden, und als Menschen authentisch handeln. Hier fallen möglicherweise Gebühren von unter hundert Euro im Monat an, oft aber auch gar keine und schwache Einkommenssituationen werden vollständig berücksichtigt.

 

Gleiches gilt auch für eine Reihe reformpädagogischer Schulen (Beispiel: Waldorf): Nicht christliche, sondern bestimmte philosophische oder anthroposophische Denkrichtungen liegen dem jeweils vermittelten (auch aufgeklärten) Menschenbild zugrunde. Die Kosten liegen nicht höher als im oben benannten rechtlichen Rahmen.

 

Auf eine – sinnvolle – weitere Option soll hier im Besonderen hingewiesen werden. Oben wurde der Begriff "Ergänzungsschule" genannt – dieser Schultyp erhält keine staatliche Förderung, weil er sich nicht an deutschen, sondern internationalen Richtlinien orientiert (ist somit für Eltern teurer). D. h., Schüler erhalten als Abschlusszeugnis nicht das Abitur nach länderspezifischen Schulgesetzen, sondern mehr: Mit dem "International Baccalaureate" http://de.wikipedia.org/wiki/International_Baccalaureate können sie sich an jeder in- und ausländischen Universität bewerben und ersparen sich im Ausland noch mehrsemestrige Einführungskurse. Ein Netz dieser Schulen gibt es weltweit, es handelt sich hier um eine sogenannte "Non-Profit-Organization" (in der Bundesrepublik wären es die öffentlich-rechtlichen Organisationen, die nur das einnehmen, was sie auch ausgeben) mit Ratenzahlungsplänen für die geringer Verdienenden.

Privatschulen mit profitorientiertem Marktwert

Privatschulen, durch Unternehmer geführt, werben mit speziellen Förderungs- oder Veranstaltungsprogrammen, etwa

 

– Lernschwächen-Förderung

– Minoritätenbündelung (türkische Schulen)

– Schwerpunktschulen "Musik", "Sprachen", etc.

– Sozial orientierte Projekte.

 

Um wirtschaften zu können, verfolgen private Schulen zwei Strategien: Einerseits durchlaufen Schüler "Auswahlverfahren", die jedoch grundsätzlich positiv bei einem guten finanziellen Stand der Eltern ausfallen. Andererseits bieten die Unternehmer dann den Kunden das, was sie "bestellen": Wenn also z. B. Eltern eines bestimmten Kindes ein spezielles pädagogisches Betreuungspaket anfordert und dafür zahlt, wird entsprechend "geliefert" – ohne zu bedenken, dass aus fachlicher Sicht gewisse Maßnahmen völlig unnötig gewesen wären.

 

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