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Vitamin B6 (Pyridoxin) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
[NEWS] Vitamin B6 (Pyridoxin) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
19. Januar 2012
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Je mehr man sich mit Vitaminen beschäftigt, desto deutlicher wird die Erkenntnis, dass sie einen riesigen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlergehen des Menschen haben. Tatsächlich sind Vitamine lebenswichtig. Dass das nicht nur für so bekannte Vitamine wie das Vitamin C gilt, beweist das Pyrodoxin, auch bekannt unter der Bezeichnung Vitamin B6. Dieses Vitamin ist – zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure – das wichtigste Vitamin in der Schwangerschaft. Warum? Vitamin B6 ist unentbehrlich für das Wachstum und die Entwicklung des Organismus. Zeitlebens wird es gebraucht, um Gallensäure, Hormone und den roten Blutfarbstoff Hämoglobin zu bilden. Eine Mammutaufgabe hat das Vitamin B6 zudem als Coenzym bei der Verstoffwechselung der Aminosäuren zu bewältigen. Es hilft, diese Eiweißbausteine im Körper auf- und umzubauen. Auch bei der Umwandlung von gespeichertem Zucker in Energie geht ohne Pyridoxin nichts. Vitamin B6 ist deshalb für den Organismus des Menschen von unschätzbarem Wert – ein Mangel hat schwerwiegende Folgen, aber auch eine hohe Überdosierung kann sehr gefährlich werden.

Lebenskraft, die leicht zugänglich ist

Wer das Vitamin B6 ganz akkurat beschreiben will, der muss es in drei Substanzen unterteilen. Die Unterschiede zwischen Pyridoxol, Pyridoxal und Pyridoxamin spielen allerdings bei populärwissenschaftlicher Betrachtungsweise keine Rolle; im Allgemeinen wird das Trio deshalb unter dem Begriff Vitamin B6 zusammengefasst. Wie alle Vitamine der B-Gruppe ist auch B6 wasserlöslich. Da es in sehr vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, kann der Tagesbedarf bei einer ausgewogenen Mischkost sehr leicht gedeckt werden. Ein Milligramm von der kostbaren Substanz steckt zum Beispiel in 100 Gramm Haferflocken, 100 Gramm Rinderleber, 125 Gramm Vollkornreis, 150 Gramm Linsen, 225 Gramm Kalbfleisch oder einem Kilo Obst. Bleibt jetzt also nur die Frage, wie viel Vitamin B6 der Mensch durchschnittlich am Tag benötigt.

Wie auch bei anderen Vitaminen der B-Gruppe hängt die empfohlene tägliche Menge von diversen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Kalorienzufuhr, Nahrungszusammensetzung und allgemeinem Gesundheitszustand ab. Man kann aber davon ausgehen, dass ein erwachsener Mann 1,5 Milligramm Vitamin B6 pro Tag benötigt. Frauen nehmen im Durchschnitt weniger Eiweiß zu sich, deshalb liegt die Empfehlung für sie mit 1,2 Milligramm deutlich niedriger. Das ändert sich allerdings, sowie eine Frau ein Baby erwartet. Während der Schwangerschaft und auch später in der Stillzeit sollten 1,9 Milligramm Vitamin B6 aus der täglichen Nahrung aufgenommen werden. Nicht immer müssen für Kinder gesonderte Empfehlungen ausgesprochen werden. Beim Vitamin B6 ist das jedoch der Fall. Danach sollten kleine Kinder zwischen einem und sieben Jahren mindestens 0,4 und höchstens 0,7 Milligramm zu sich nehmen. Ältere Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre benötigen zwischen 1 und 1,4 Milligramm.

Einen Mehrbedarf an Vitamin B6 gibt es bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Dazu zählen Antibiotika und die Antibabypille. Auch Antidepressiva, krampflösende Mittel und Arzneien gegen Tuberkulose gehören in diese Gruppe. Einen grundsätzlichen Mehrbedarf an Pyridoxin haben Raucher und Menschen, die viel Alkohol trinken. Hier werden keine generellen Zufuhrempfehlungen abgegeben. Die benötigte Menge sollte mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden. Wer sich sehr eiweißreich ernährt, hat ebenfalls einen höheren Bedarf an Pyridoxin.

Es ist gut zu wissen, dass man Vitamin B6 ohne große Schwierigkeiten aufnehmen kann, weil es in einer großen Vielzahl von Lebensmitteln vorkommt. Nachfolgend weitere Beispiele für gute B6-Lieferanten – diesmal beziehen sich die Zahlen hinter dem Komma auf den Vitamingehalt von je 100 Gramm der Lebensmittel:

– Weizenkeime: 4 mg

– Kartoffeln: 0,3 mg

– Sojabohnen: 1 mg

– Sardine: 0,97 mg

– Makrele: 0,63 mg

– Schweinefleisch: 0,5 mg

– Rindfleisch: 0,40 mg

– Walnuss: 0,87 mg

– Erdnuss: 0,44 mg

– Feldsalat: 0,25 mg

– Bohnen: 0,28 mg

– Rosenkohl: 0,30 mg.

Allerdings muss beachtet werden, dass sich der Vitamingehalt bei der Zubereitung von Speisen verändern kann. Das Braten oder Kochen von Fleisch führt zu einem Verlust von etwa 30 bis 40 Prozent, eingefrorene Lebensmittel können sogar bis zu 60 Prozent ihres Vitamingehalts einbüßen. Wissenswert für die Versorgung von Kindern ist, dass bei der Sterilisation von Milch das B6 so gut wie völlig zerstört wird.

Ein ernst zu nehmender Vitamin-B6-Mangel ist dennoch in den Industrieländern sehr selten. Man muss sich wirklich recht lange sehr nachlässig und schlecht ernähren, bis ein echter Mangel auftritt. Dann allerdings ist nicht mit ihm zu spaßen. Die Betroffenen fühlen sich zunächst schlapp und müde, sie werden immer schwächer und reizbarer. Irgendwann beginnt sich die Haut zu entzünden – und zwar ausgerechnet im Gesicht. Es braucht eine gewisse Portion Galgenhumor, um dem etwas Gutes abzugewinnen, trotzdem: Immerhin kann die Entzündung an dieser Stelle nicht übersehen werden. Von der Entzündung können auch die Zunge und die Mundschleimhaut betroffen sein. Die Blutarmut, die sich bei Vitamin-B6-Mangel einstellt, ist dagegen unsichtbar und deshalb gefährlich. Das gilt auch für die neurologischen Störungen, die sich einstellen werden. Bei chronischer Unterversorgung mit B6 kommt es schließlich zu Nervenschädigungen, die mit Konzentrationsproblemen anfangen und über Verwirrtheit bis hin zu depressiven Schüben und Krämpfen reichen. Appetitlosigkeit, Durchfall und Erbrechen reihen sich in die lange Liste der Mangelsymptome ein.

Unangenehm wird es auch, wenn Pyridoxin überdosiert wird. Das Vitamin ist allerdings nur in sehr geringem Maße toxisch. Es dauert daher wirklich lange und grenzt eigentlich schon an einen Missbrauch der Substanz, bevor es anfängt, Gift für den Körper zu sein. Man muss zum Beispiel über einen längeren Zeitraum mehr als ein Gramm pro Tag zu sich nehmen, bevor die Überdosierung beginnt, Spuren zu hinterlassen. Noch mal ein rascher Vergleich: In 100 Gramm Lachs steckt ein Milligramm an Vitamin B6. Dennoch, Überdosierungen sind nicht völlig ausgeschlossen. Sie äußern sich in Störungen des peripheren Nervensystems und irritieren zum Beispiel das Tast- und Temperaturempfinden. Patienten bekommen plötzlich ein sehr unangenehmes Kribbeln in den Beinen oder sie spüren ihre Arme und Beine nicht mehr. Dazu kann sich eine beeinträchtigte Koordinationsfähigkeit gesellen, die den aufrechten Gang erschwert und zu Reflexausfällen führt.

Doch wie gesagt, eine Über- und auch eine Unterversorgung sind sehr selten. Eltern werden sicher mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass B6 in Bananen steckt; einer Frucht, die von fast allen Kindern gern gegessen wird. Auch frische Milch und Joghurts sind kindgerechte Vitamin-B6-Lieferanten, ebenso wie Hühnerfleisch, Kartoffeln und Mais.

Wer Lust bekommt, sich ausführlicher mit den Powersubstanzen "Vitamine" zu beschäftigen, der findet im Buchladen eine Fülle handlicher Paperbacks, die neben der Beschreibung aller Vitamine auch ausführliche Listen der "Lieferanten" enthalten. Leckere, vitaminorientierte Rezepte für den Familienalltag werden gleich mitgeliefert.

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