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Vitamin B12 (Cobalamin) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
[NEWS] Vitamin B12 (Cobalamin) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
27. Februar 2012
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Vitamin B12 hat es in sich – vor allem in der Schwangerschaft. Das Allerwichtigste deshalb gleich vorweg: Dieses Vitamin kommt – bis auf winzige Ausnahmen – ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Wer sich vegetarisch ernährt, sollte deshalb ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen. Das ist nicht nur ein Schutz für die Mutter, sondern auch für das Baby. Wenn bereits in Mutterleib ein B12-Mangel besteht, kann das zu Schäden führen, die leider nicht wiedergutzumachen wären. Vegetarierinnen sollten die Einnahme mit ihrem Arzt besprechen.

Kleine Kobolde für das Erbgut

Doch eins nach dem anderen. Vitamin B12 ist die Bezeichnung von Substanzen, die Kobalt enthalten. Sie sind nicht nur wichtig für die Bildung von roten Blutkörperchen und Körperzellen; sondern sie sind Bestandteil des Zellkerns, der Nucleinsäure (DNS) und des Myelins – das ist eine weiße Hülle, die sich schützend um die Nervenfasern legt. Eltern bitte hergehört: B12 ist entscheidend mitbeteiligt an der Zellteilung, am Zellwachstum und an der Bildung der Erbsubstanzen DNA und RNA. Doch dieser Powerstoff kann noch mehr: Er aktiviert ein weiteres wichtiges Vitamin für den Körper, nämlich die Folsäure. Zudem braucht der menschliche Organismus B12, um Eisen verwerten und den wichtigen Nerven-Botenstoff Acetylcholin bilden zu können. Auch dem Herz-Kreislaufsystem ist B12 ein guter Freund. Das Vitamin wandelt die potenziell nicht ganz ungefährliche Aminosäure Homocystein in eine harmlosere Variante mit dem Namen Methionin um. So hilft es, Herz und Kreislauf vor Erkrankungen zu schützen.

Diese sehr vereinfacht dargestellten Funktionen zeigen sicher schon deutlich, wie wichtig das Vitamin tatsächlich für den Menschen ist. Gut zu wissen also, dass B12 eine Eigenschaft besitzt, die sonst kein anderes wasserlösliches Vitamin aufweist: B12 kann vom Körper in der Leber und in den Muskeln gespeichert werden und das in einer Menge von etwa drei bis fünf Milligramm. Das ist nicht viel? Doch, das ist viel. Diese Menge deckt nämlich den Bedarf von drei bis fünf Jahren ab! Damit drängt sich natürlich die Frage auf, wer wie viel Vitamin B12 benötigt und wo man es herbekommt. Das "wie viel" ist leicht beantwortet. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) empfiehlt für Männer und Frauen ab 19 Jahren durchgängig eine Zufuhr von 3 µg (Mikrogramm, 1.000.000 µg sind ein Gramm) Vitamin B12 am Tag. Einen erhöhten Bedarf von 3,5 bis 4 µg haben Frauen während der Schwangerschaft und auch während der Stillzeit.

B12 – ein Geschenk der Tiere

Nur einige bestimmte Mikroorganismen sind in der Lage Vitamin B12 zu produzieren. Da diese Mikroorganismen nur in der Darmflora von Tieren vorkommen, kann Vitamin B12 auch nur aus tierischen Produkten aufgenommen werden. Es sei deshalb nochmals erwähnt, dass Frauen, die sich streng vegetarisch ernähren, spätestens in der Schwangerschaft über die Einnahme eines Vitamin-B12-Präparats nachdenken sollten. In Großbritannien wird diese Empfehlung bereits ganz offiziell von vegetarischen Interessenvertretern ausgesprochen und ist weitverbreitete Praxis. Wer Präparate zur Nahrungsergänzung kompromisslos ablehnt, kann alternativ über die vermehrte Einnahme von Sanddornprodukten nachdenken. Zurück zu den Tieren. Wenn sie ihr wertvolles Vitamin B12 abgegeben haben, wird es in der menschlichen Magenschleimhaut gebunden. Von dort wandert es in den Dünndarm. Zwar ist auch die menschliche Darmflora in der Lage Vitamin B12 zu produzieren. Da es aber aus Gründen, die an dieser Stelle zu weit führen würden, nicht verwertet werden kann, ist der Mensch fast ausschließlich auf den Verzehr tierischer Lebensmittel angewiesen. Eine kleine Ausnahme bilden vergorene pflanzliche Lebensmittel wie Sauerkraut und Bier. Ihr Gehalt an Vitamin B12 ist aber verschwindend gering und reicht keinesfalls für eine Versorgung aus. Nachfolgend nun eine Liste von Lebensmitteln, die Vitamin B12 liefern. Ihr Gehalt in Mikrogramm bezieht sich auf 100 Gramm des jeweiligen Lebensmittels:

– Schweineleber: 40 µg

– Schweinefleisch: 2 µg

– Rinderleber: 67 µg

– Rindfleisch: 4 µg

– Hering: 8 µg

– Kaninchen: 10 µg

– Forelle: 5 µg

– Hühnerei: 2 µg

– Vollmilch: 0,4 µg

– Frischkäse: 0,5 µg

– Magerquark: 0,88 µg

Diese Liste zeigt, dass es bei einer ausgewogenen Kost nicht schwer ist, eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 zu gewährleisten; auch dann, wenn Kinder im Haus sind. Wenn es dennoch zu einem Mangel an B12 kommt, dann sind leider meist Krankheiten oder ein selbst verschuldeter Raubbau am Körper die Ursache.

Kranke Organe produzieren keine Vitamine

Am Vitamin-B12-Stoffwechsel sind sowohl der Magen als auch der Dünndarm und die Bauchspeicheldrüse beteiligt. Erkrankt auch nur eines dieser Organe, dann kann das einen Mangel an Vitamin B12 hervorrufen. Das ist zum Beispiel häufig der Fall bei älteren Menschen, die einen Magenschleimhautschwund zu beklagen haben. Auch bei Patienten, denen der Magen entfernt worden ist, wird ein Vitamin-B12-Mangel die Folge sein. Es dauert oft sehr lange, bis sich ein solcher Mangel bemerkbar macht, da die Leber Vitamin B12 für Jahre im Voraus speichern kann. Wenn es dann aber so weit ist, sind die Betroffenen oft müde und sehr blass – Letzteres ist bedingt durch Blutarmut. Ein Blick auf die Zunge gehört ebenfalls zur Diagnostik. Ist die Zunge rot und glatt und brennt sie? Dann dürfte Vitamin-B12-Mangel vorliegen. Er kann zu Verletzungen der Schleimhäute führen, aber auch das Nervensystem schädigen. Das drückt sich dann zum Beispiel durch einen unsicheren Gang oder durch Lähmungen aus. Verwirrtheit, Gedächtnisschwäche und schließlich eine Depression sind weitere schwerwiegende Folgen, wenn der Körper nicht über ausreichend Vitamin B12 verfügen kann. Übrigens, auch übermäßiger Alkoholgenuss und starkes Rauchen verlangen nach einem "Mehr" an Vitamin B12. Bei einigen Erkrankungen werden sich die Betroffenen damit abfinden müssen, dass sie ihr Leben lang B12-Präparate einnehmen müssen, etwa wenn der Magen operativ entfernt wird. Als kleiner Trost mag da die Information gerade recht kommen, dass man Vitamin B12 zumindest nicht überdosieren kann. Oder andersherum: Selbst wenn B12 überdosiert wird, sind bislang keinerlei Schäden oder Nebenwirkungen bekannt, die sich daraus ergeben.

Vor allem für Eltern dürfte das eine gute Nachricht sein. Sie können sicher sein, dass sie ihren Kindern mit einer guten Mischkost den besten Start ins Leben gewähren und ihnen jene körperlichen Voraussetzungen mit auf den Weg geben, die ein glückliches und zufriedenes Leben ermöglichen. Wer mehr über Vitamin B12 erfahren möchte, der wird im Buchhandel auf viele Bücher treffen, die die Wirkweise von Cobalamin detailliert beschreiben und eine lange Liste aller "Lieferanten" beinhalten.

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