Warum überhaupt Taschengeld gewähren?
Taschengeld ist aus verschiedenen Gründen für Kinder wichtig. So lernen sie damit zum Beispiel, mit Geld überhaupt umzugehen und gleichzeitig, finanzielle Schwerpunkte zu setzen. Wenn sie sich etwas Bestimmtes leisten möchte, so müssen sie dafür sparen. Die Freude wird aber umso größer, wenn sie sich etwas selbst „erarbeitet“ haben, sprich, erspart haben. Auch, wenn die Kinder Geschenke machen wollen, können sie die von ihrem eigenen Geld kaufen. Insgesamt wird mit der Zahlung von Taschengeld das Verantwortungsbewusstsein erhöht, außerdem wird die Selbstbestimmung vergrößert.
Wann und wie viel Taschengeld zahlen?
Es gibt keine festen Richtlinien, ab wann wie viel Taschengeld gezahlt werden sollte. Die Kinder sollten alt genug sein, um nicht mehr alles in den Mund zu nehmen, etwa ab Eintritt in das Schulalter ist es daher an der Zeit, das Taschengeld zu gewähren. Die Kinder können einigen Gegenständen nun einen bestimmten Wert zuordnen und sind teilweise bereits in der Lage, ein bisschen zu rechnen. Als Empfehlung gilt:
- bis fünf Jahre: 50 Cent pro Woche
- bis sieben Jahre: maximal zwei Euro pro Woche
- bis neun Jahre: maximal 2,50 Euro pro Woche
- bis elf Jahre: etwa 15 Euro pro Monat
- bis 15 Jahre: etwa 26 Euro pro Monat
- bis 18 Jahre: etwa 60 Euro pro Monat
Natürlich ist die Höhe des Taschengeldes abhängig vom Budget, das der Familie insgesamt zur Verfügung steht. Wichtig ist, das Taschengeld nicht zu niedrig anzusetzen, aber auch nicht so hoch, dass das Kind nicht lernt, mit seinem Budget hauszuhalten. Das Taschengeld sollte auch nicht für den Kauf von Kleidern oder Schulzeug gezahlt werden, sondern für die Anschaffung persönlicher Dinge. Dann lieber etwas knapper berechnen.
Statistik in Deutschland
Statistisch lässt sich auf jeden Fall feststellen, dass Jungen mehr Taschengeld bekommen, als Mädchen. Warum das so ist, wissen die Eltern wohl selbst nicht so genau. Fakt ist auch, dass im Westen Deutschlands rund siebzig Prozent der Jugendlichen mit Taschengeld rechnen können, im Osten aber nur etwa 54 Prozent. Die Zufriedenheit der Jugendlichen ist aber nicht geringer, hier kommen einfach häufig die Eltern für viele Dinge in voller Höhe auf.
Bei den 6 – bis 8jährigen Kindern sind es 52 Prozent, die Taschengeld empfangen, bei den Kindern bis zehn Jahre schon 75 Prozent und bei den Kindern bis 12 Jahre sind es schließlich 83 Prozent. Hinzu kommen die Geldzuwendungen, die noch einmal rund zwei Drittel des Taschengeldes betragen, sowie die Geldgeschenke zu Geburtstagen und Weihnachten.