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[NEWS] Spezialschulen - Schulen für Hochbegabte
14. Oktober 2010 |
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Schulen für HochbegabteBevor wir nun direkt auf Schulen eingehen, seien Bemerkungen über die Begriffe "Intelligenz" und "Hochbegabung" vorausgeschickt: Bei beiden Worten handelt es sich um sogenannte Ideenworte, die in der Realität keine Deckung finden. Alfred Binet (1905) sowie William Stern (1912) konstruierten aufbauend aufeinander einschlägig verfügbare Tests bzw. Formeln, die lediglich dazu dienen sollten, Achtjährige nach ihrer Schulreife zu beurteilen. Stern nannte seinen Vorschlag seinerzeit IQ-Test.
Wendet man nun auf diesen Vorschlägen basierende Tests für Erwachsene an, so ist es eine Definition im Fach der "Differentiellen Psychologie", dass "Hochbegabung" dann vorliegt, wenn Ergebnisse (beim Intelligenztest) um mehr als zwei "Standard"abweichungen von einem Mittelwert abweichen. Vereine, die sich "Hochbegabtenvereine" nennen, definieren jeweils Hochbegabung wieder willkürlich – mit eigenen Tests, manche nutzen auch den Begriff "Höchstbegabung", der überhaupt nicht definiert ist.
Heutzutage stimmen Psychologie und Neurologie darin überein, dass jeder Mensch ihm eigene Fähigkeiten hat, Welt wahrzunehmen bzw. bei jedem in anderer Art und Weise Gehirnprozesse individuell so gesteuert werden, dass er jeweils in unterschiedlichen Bereichen beeindruckende Leistungen zu vollbringen in der Lage ist. Es gibt also lediglich genetisch bestimmte bzw. durch Erziehung und Umwelt geförderte Begabungen, die bei Personen zutage treten. Diese müssen sich nicht immer mit schulischen Anforderungen decken, können auch künstlerisch-kulturelle Bereiche (Musik, Schauspiel, Schach, besondere Gedächtnis- und Kombinationsleistungen) oder auch handwerkliche (Zeichnung, Gemälde, fotografisches Gedächtnis umsetzen etc.). Sehr wichtig ist in jedem Fall die Förderung solcher Einzelbegabungen, die jedoch nicht nur in Form eines kostenintensiven "Sonder-"Schulbesuchs bestehen muss und bei Weitem nicht mit dem Wort "Hochbegabung" etikettiert werden sollte. Dies ist ebenso bedenklich wie die Hervorhebung anderer Persönlichkeitsmerkmale; Menschsein definiert sich durch die Gesamtheit der Persönlichkeit, nicht durch das Vorhandensein von (wenn auch durchaus bewundernswerter) Einzel-Eigenschaften.
Dennoch gibt es in Deutschland sowohl Schulen in privater als auch in staatlicher Trägerschaft, die mit hohem Schulgeld "Hochbegabte" fördern. In manchen Fällen wird auch ehrlicherweise zugegeben, dass die Zielgruppe nicht in "Hochbegabten", sondern in sogenannten "Überleistern" besteht – also Schülern, die einfach bessere Noten haben als andere (aus welchen Gründen auch immer). In Österreich wird z. B. auch darauf Wert gelegt, dass entsprechende Schüler emotionale oder soziale Intelligenz besitzen, Begriffe, die ebenso nicht vollständig definiert sind, aber auf Sozialkompetenz ausgerichtet sind (im Gegensatz zu dem "isolierten Genie"). Es geht in diesen Schulen nicht darum, dass Fächer außerhalb des Lehrplans gelehrt werden oder anders ausgebildete Lehrer unterrichten, sondern der Unterricht geht etwa schneller vonstatten oder teilweise auf Universitätsniveau oder (z. B. in Internaten) ergeben sich "altersuntypische" Freizeitaktivitäten (Astronomie, Schach, Gesang), die dann von Gleichgesinnten geteilt werden können.
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