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[NEWS] Logopädie für Kinder
15. Februar 2010
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Allgemeine Informationen zur Logopädie


Die Logopädie befasst sich mit Menschen, die sich verbal oder nonverbal nur unzureichend ausdrücken können. Vor allem Kinder werden häufig für die Therapie vorgeschlagen, denn je jünger der Patient ist, desto größer sind die Chancen auf Erfolg bei der Behandlung. Zu den Aufgaben des Logopäden gehören die Untersuchung, die Vorbeugung und die Beratung sowie natürlich die Therapie der Patienten. Der Logopäde erfasst dabei nicht nur den aktuellen Bestand der Befindlichkeiten, sondern auch die Zusammenhänge zwischen schlechtem Sprechen und den Gründen dafür. So kann eine eingeschränkte Wahrnehmung dazu führen, dass ein Kind schlecht spricht, auch ein Hörfehler schlägt sich auf die Sprache nieder. Logopäden arbeiten entweder in Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäusern, Kindergärten oder Reha - Zentren, oder sie sind freiberuflich in ihrer eigenen Praxis tätig.


Wie können die Sprachprobleme bei Kindern erkannt werden?


Sprechen die Kinder im Vergleich zu den Kinder dergleichen Altersstufe auffällig schlecht oder undeutlich, kann das ein Hinweis für die Notwendigkeit einer logopädischen Behandlung sein. Hinweise auf eine fehlerhaft ausgebildete Kommunikationsfähigkeit können unter anderem sein:

- Bildung unvollständiger Sätze
- Verwendung der Verben ausschließlich in ungebeugter Form
- Kein Benutzen des Pronomens „ich“, das Kind nutzt immer seinen Vornamen, wenn es von sich selbst spricht
- Auffällige Zurückhaltung beim Sprechen, das Kind wird eher ruhiger, als dass es mehr spricht
- Undeutliches Sprechen
- Stottern
- Andere grammatikalische Fehler
- Keine Anwendung neuer Wörter
- Falsche Reaktion auf Anweisungen und Gesagtes
- Schlechte Merkfähigkeit für Sätze oder Reime

Mit vier Jahren gilt die sprachliche Entwicklung als abgeschlossen, was zumindest die Bildung der Laute angeht. Dieses Alter darf zwar nicht als starre Grenze gesehen werden, doch es gibt einen Anhaltspunkt darüber, was das Kind zu dem Zeitpunkt können sollte. Sind die Eltern allerdings unsicher, was die sprachliche Entwicklung ihres Kindes angeht, so sollten sie schon vor der Vollendung des vierten Lebensjahres einen Rat einholen. ,

Wann sollte der Logopäde eingeschaltet werden und warum?


Zeigen sich die oben genannten Anzeichen, so sollte das Kind einem Logopäden oder zumindest erst einmal dem Kinderarzt vorgestellt werden. Dieser entscheidet dann über die notwendige Behandlung. Allerdings sollten sich die Eltern auch nicht davor scheuen, eventuell eine zweite Meinung einzuholen, wenn sie mit den Ansichten des Kinderarztes nicht einverstanden sind und Handlungsbedarf vermuten.
Mit Hilfe der Logopädie soll das Kind in seiner sprachlichen Entwicklung gefördert und unterstützt werden. Das Kind erfährt in der Therapie positive Anregungen und bekommt nicht das Gefühl, dass etwas mit ihm nicht stimme. Der Logopäde erhebt einen umfassenden Befund, welcher auf spielerische Art und Weise erbracht wird. Dann werden mögliche Maßnahmen zur Förderung besprochen.


Was umfasst die logopädische Behandlung?


- Unterstützung des Lauterwerbs und der richtigen Aussprache der Laute für eine bessere Verständlichkeit
- Unterstützung bei der Abgewöhnung verschiedener Angewohnheiten, die das Sprechen beeinträchtigen (Nuckeln am Daumen oder am Schnuller)
- Unterstützung beim Erlernen des richtigen Schluckens an richtiger Stelle
- Behandlung von Mund- und Atemfunktionen
- Verbesserung des Verständnisses der Sprache
- Verbesserung der Aufnahmefähigkeit und der Aufmerksamkeit
- Unterstützung bei der Behandlung von anatomischen Fehlstellungen
- Unterstützung beim Erlernen der erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten


Unterscheidung in Sprachentwicklungsstörung und Sprachentwicklungsverzögerung, sowie weitere Störungen in der Sprache


Von Seiten des Logopäden wird bei sprachlichen beeinträchtigen zwischen der Sprachentwicklungsstörung und der Sprachentwicklungsverzögerung unterschieden. Eine Störung liegt vor, wenn das Kind beispielsweise grammatikalische Fehler macht, Wörter nicht richtig aussprechen kann oder eine eingeschränkte Merkfähigkeit besitzt. Eine Verzögerung hingegen liegt vor, wenn das Kind zwar alles richtig macht, die Sprache und die Kommunikationsmöglichkeiten aber zeitversetzt hinter den Gleichaltrigen erlernt.
Bleibt das Kind beim Sprechen regelrecht hängen und wiederholt Wörter oder Wortteile mehrfach, wird vom Stottern gesprochen. Eine überstürzte Sprechweise, bei der teilweise sogar ganze Wörter verschluckt werden, nennen die Logopäden Poltern. Zudem gibt es noch die Stimmstörungen, bei denen das Kind sehr hoch oder sehr tief spricht. Bis zu einem gewissen Alter werden alle diese Punkte als normal angesehen, dann allerdings gehören sie nicht mehr zur normalen Entwicklung. Werden sie nicht abgestellt, sollte das Kind einem Logopäden vorgestellt werden.

Was können die Eltern tun?


Die Eltern sollten auf jeden Fall bei den Therapien des Kindes anwesend sein, denn sie können sich hier einiges absehen. Die Therapie soll zwar nicht in die eigene Hand genommen werden, kann aber durch qualifizierte Übungen zu Hause sehr gut ergänzt werden. Auch auf den Rat des Logopäden die Übungen für Daheim betreffend, sollte geachtet werden. Zudem müssen die Eltern ihr eigenes Sprechverhalten im Auge behalten, denn sie sind immerhin ein Vorbild für die Kleinen. Die Eltern sollten langsam und deutlich sprechen und dabei kurze und verständliche Sätze verwenden. Neue Begriffe sollten häufiger wiederholt werden und in verschiedenen Zusammenhängen benutzt werden. In einfachen Sätzen können beliebige Tätigkeiten des Alltags genannt werden. Macht das Kind Fehler beim Sprechen, so sollte der Satz nicht korrigiert werden, sondern einfach richtig wiederholt werden. Ein einfaches Korrigieren einzelner Wörter hilft dem Kind nicht weiter, es braucht den Zusammenhang im Satz. Auch wenn das Kind langsam oder unbeholfen spricht, müssen die Eltern es ausreden lassen, damit es sich nicht unter Druck gesetzt fühlt und womöglich noch mehr Fehler macht.
Eine sprachliche Förderung ist auch durch das gezielte Einsetzen von Musikkassetten oder Hörspielen möglich. Allerdings sollte keine akustische Dauerberieselung stattfinden.


Die Ursachen für eine Sprachstörung finden


Vor allem bei den Sprachentwicklungsstörungen kommt es darauf an, die Ursache zu finden, die Auslöser dieser Störungen sein können. Häufig liegt eine gestörte Verarbeitung von Sinnesreizen zugrunde. Das heißt, ein Kind, das nicht richtig hören kann, spricht auch nicht richtig. Es kann Gehörtes nicht richtig verarbeiten. Das Gehirn ist einfach nicht in der Lage, die Informationen, die beispielsweise von Auge, Ohr oder Muskeln und Gelenken übermittelt werden, zu verarbeiten. Daher wird durch den Logopäden auch großer Wert darauf gelegt, dass die Wahrnehmung gefördert wird und eventuelle Störungen behoben werden. Der Logopäde arbeitet deshalb mit dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt zusammen, er kann das Kind zur Ergotherapie oder zum Heilpädagogen schicken. Auch die Psychomotorik oder die Rhythmik werden eingesetzt, damit das Kind therapiert werden kann. Mit einigen Erfolgen auf anderen Gebieten lässt sich in der Regel auch ein Erfolg bei der Entwicklung des Sprechvermögens feststellen.

 

Mehr zum Thema:
Deutscher Bundesverband für Logopädie (Umfangreiche Informationen und Logopädensuche)

http://www.dbl-ev.de/ 

Interessante Themen:
Legasthenie - Anzeichen und Förderung bei Kindern 
Ergotherapie für Kinder

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