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Linkshändigkeit Linkshänder
[NEWS] Linkshändigkeit Linkshänder
25. Februar 2010
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Allgemeines zur Linkshändigkeit


Unter der Bezeichnung Linkshändigkeit wird das verstärkte Nutzen der linken Hand gesehen. Heute gilt das als ganz normal, während früher versucht wurde, die Kinder umzuerziehen, denn hier hätte „der Teufel seine Hand im Spiel“. Dennoch haben es Linkshänder bei der Benutzung von (Schreib)Werkzeugen heute immer noch schwer, da diese meist auf die Nutzung durch Rechtshänder ausgelegt sind. Es hat sich daher in zwischen eine eigene Industrie entwickelt, die es sich zum Ziel gemacht hat, Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Bedarfs für Linkshänder herzustellen.
Die Ursachen für die Linkshändigkeit sind bis heute nicht vollständig geklärt. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Anlage dazu vererbbar ist, andere sehen die Ursache schon in der Lage des Embryos im Bauch der Mutter.

 

Fakt ist, dass nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren die rechte Seite bevorzugt eingesetzt wird und dass der Anteil der Linkshänder deutlich geringer ist. Mit ein paar Hilfen können Linkshänder aber genauso gut leben und den Alltag meistern, wie Rechtshänder. Wird nicht versucht, ein linkshändiges Kind umzuerziehen, hat es auch in der Schule die gleichen Chancen, wie jedes andere Kind auch und muss nicht mit eventuellen Problemen durch die Umerziehung kämpfen.

Erkennen der Linkshändigkeit


In der Regel lässt es sich für die Eltern gut feststellen, welche Hand das Kind bevorzugt. Schon mit Erreichen des ersten Lebensjahres nutzen viele Kinder verstärkt zum Greifen die rechte oder die linke Hand. Vor allem, wenn sie anfangen zu malen, wird die Händigkeit deutlich. Als Test kann versucht werden, dem Kind den Stift in die andere Hand zu geben – bei der feststehenden Händigkeit wird es den Stift sofort wieder in die bevorzugte Hand wechseln. Ein anderer Test ist, dem Kind etwas zuzuwerfen. Es wird versuchen, mit der bevorzugten Hand den Gegenstand zu fangen oder diese zumindest zuerst danach ausstrecken. Das ist allerdings bei sehr kleinen Kindern nicht möglich, sie können ohnehin noch nicht fangen. Interessant dabei ist, dass selbst umgelernte Linkshänder mit links fangen, weil dieses Fangen eben ein Reflex ist und Reflexe können nicht umerzogen werden.

 

Tipps für Eltern:

Geben Sie den Kind alles aus der Mitte heraus, somit kann es selbst entscheiden mit welcher Hand es das Spielzeug, das Besteck, den Gegenstand, ….. nimmt und wird nicht unbewusst beeinflusst.


Allerdings gibt es auch Kinder, bei denen ist es nicht so leicht zu erkennen, ob sie Rechts- oder Linkshänder sind. Es kann sein, dass das Kind den Stift eben nicht in die andere Hand wechselt, sondern immer mit der Hand malt, die den Stift gerade hält. Genaue Beobachtungen des täglichen Verhaltens geben hier besseren Aufschluss, denn meist zeigt sich doch, dass eine Hand lieber eingesetzt wird. Ist gar nichts feststellbar, so kann auch ein geschulter Berater aufgesucht werden, der durch viele kleine Aufgaben die Händigkeit des Kindes überprüft.

Beeinflussung der Händigkeit


Früher einmal wurden Linkshänder umerzogen, damit sie „wie jeder normale Mensch“ mit rechts schreiben. Doch dies brachte einige negative Erscheinungen mit sich, die später erst erkannt wurden. Psychische Probleme, schlechte Leistungen in der Schule, Störungen in der Sprach- und Gedächtnisleistung oder die Legasthenie wurden als Folgen einer Umerziehung der Linkshänder erkannt. Leider ist es teilweise heute noch üblich, Linkshänder umzuerziehen, vor allem in den traditionsreichen Gebieten des Landes. Hier scheinen die Erkenntnisse über die negativen Folgen der Umerziehung noch nicht vorgedrungen zu sein. Es ist auch keineswegs so, dass es der Linkshänder leichter hätte, sich in der Welt der Rechtshänder zurecht zu finden, wenn er ebenfalls mit rechts schriebe. Die negativen Folgen sind zu gravierend. Einen Punkt gibt es allerdings, in dem es Rechtshänder tatsächlich leichter haben: Zur Begrüßung wird überall auf der Welt die rechte Hand gereicht.
Doch auch mit der Umerziehung wird der Linkshänder nicht zum wahren Rechtshänder, denn es werden andere Areale im Gehirn beeinflusst und dafür eingesetzt, den Bewegungsapparat zu steuern. Darin liegt auch ein Problem, denn viele umerzogene Linkshänder fühlen sich stärker gestresst. Genau betrachtet ist das auch so, denn das Gehirn wird dauerhaft überlastet.

Der Grund für die Probleme nach der Umerziehung


Wird ein Kind auf die Rechtshändigkeit umerzogen, so zeigen sich die bereits genannten Probleme. Der Grund dafür liegt darin, dass die beiden Hirnhälften eine festgelegte Funktion besitzen. Im Bereich der Halswirbelsäule kreuzen sich die Nervenbahnen, die den Körper mit dem Gehirn verbinden. Die rechte Hirnhälfte steht also mit der linken Hälfte des Körpers in Verbindung, ebenso die linke Hirnhälfte mit der rechten Hälfte des Körpers. Bei Linkshändern dominiert daher die rechte Hirnhälfte, motorisch gesehen natürlich. Bei der Umerziehung wird die rechte Hälfte dann praktisch gezwungen, weniger zu agieren, gleichzeitig wird die linke Hälfte des Gehirns dauerhaft überfordert. Schließlich hat jede Hälfte des Gehirns eine feste Aufgabe und bei der linken Hälfte kommen dann die Aufgaben der motorischen Steuerung für die linke Hälfte des Körpers noch dazu. Besser ist es, das Kind nicht umzuerziehen, sondern ihm dauerhafte Unterstützung zu bieten.

Probleme im Alltag


Es gibt immer wieder Situationen, bei denen ein Linkshänder im Alltag Probleme bekommt. Ein Beispiel ist das Schreiben mit der linken Hand. Es wird normalerweise von links nach rechts geschrieben – ein Linkshänder verwischt mit der Schreibhand immer wieder das Geschriebene. Die Spitze des Stiftes muss geschoben werden, was bei Füllern das Problem mit sich bringt, dass das Papier reißen kann. Hier ist es sinnvoll, dem Kind einen Füller mit breiterer Spitze zu geben. Die Griffmulde ist ebenfalls in der Regel auf Rechtshänder ausgelegt. Auch im Haushalt oder beim Nutzen verschiedener Werkzeuge zeigt sich, dass im Allgemeinen nur an die Rechtshänder gedacht wurde. Selbst bei Musikinstrumenten zeigt sich, dass die Rechtshänder im Vorteil sind. Allerdings ist die Industrie so weit, dass sie die populären Musikinstrumente auch für Linkshänder herstellt. Gitarren und Bässe zum Beispiel. Egal ist es bei den Holzblasinstrumenten, sie können sowohl mit links, als auch mit rechts gespielt werden. Perfekt für Linkshänder ist das Waldhorn, denn hier wird die linke Hand auch von Rechtshändern für das Bedienen der Tasten verwendet.

Unterstützung des Kindes durch sinnvolle Gegenstände des Alltags


- Spezielle Schere für Linkshänder
- Spezielle Stifte für Linkshänder
- Mal- und Schreibtischauflagen für Linkshänder
- Weiche Stifte, eventuell mit drei Seiten zum Anfassen
- Anspitzer für Linkshänder
- Dreieckige Wachsmalstifte
- Im Haushalt: Gemüseschäler für Linkshänder
- Taschenmesser für Linkshänder (die Kerbe für den Daumennagel muss auf der rechten Seite sein) uvm… 

Interessante Themen:
Logopädie für Kinder

Ergotherapie für Kinder

 

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