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Laktose-Intoleranz bei Kindern
[NEWS] Laktose-Intoleranz bei Kindern
21. Juni 2010
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Laktose-Intoleranz bedeutet, dass man den Milchzucker, der in Milch und Milchprodukten enthalten ist, nicht verträgt. Es gibt eine angeborene Laktose-Intoleranz, bei der das Kleinkind anfangs ausreichend mit Enzym Laktase versorgt ist, das dann nach und nach immer mehr abnimmt. Weiterhin gibt es die Laktose-Intoleranz, die durch verschiedene Krankheiten des Dünndarms wie Zöliakie, Morbus Crohn und Darmgrippe auftritt. Auch die Einnahme von Antibiotika oder Zytostatika können zu Laktosemangel führen. Eine weitere, aber eher seltene Form der Laktose-Intoleranz ist die Alaktasie. Es handelt sich hierbei um einen angeborenen Enzymdefekt. Dieser macht sich bereits in den ersten Lebenswochen des Neugeborenen bemerkbar durch Durchfall, Unterernährung und Austrocknung. Hier ist eine absolute laktosefreie Diät angezeigt. Bei Nichteinhaltung kann es zu schweren Hirnschäden des Säuglings führen. Man nimmt an, dass fast die Hälfte der Bevölkerung auf der Welt an einer Laktose-Intoleranz leidet. In Deutschland sind es ca. 15-20 %.

 

Symptome

Die Symptome bei einer Laktose-Intoleranz sind in erster Linie Durchfall, Blähungen, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Aber auch eher untypische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Hautprobleme oder Kopfschmerzen können einen Laktasemangel anzeigen. Diese Beschwerden treten unmittelbar nach Verzehr von Milchprodukten auf.

 

Ursache

Die Ursache besteht darin, dass es dem Körper an dem Enzym Laktase mangelt. Laktose ist ein Zweifachzucker und muss im Dünndarm in seine zwei Bestandteile aufgespalten werden. Nämlich Glukose und Galaktose. Das Enzym Laktase hat die Aufgabe, die Laktose zu spalten. Danach kann die Laktose vom Blut aufgenommen und weiterverarbeitet werde. Geschieht dies nicht, vergärt die Laktose, bindet Wasser und wird unverdaut in den Dickdarm weitergeleitet. Die Laktose wird hier zu Gasen und Milchsäure verarbeitet. Dieser fehlende Prozess der Spaltung führt dann zu Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Völlegefühl. Je nach Schweregrad der Laktose-Intoleranz können die Symptome schwächer oder stärker ausfallen.

 

Behandlung und Tipps

In erster Linie gilt es, die Laktose zu vermeiden. Das ist nicht ganz einfach, da in vielen Lebensmitteln, unter anderem auch Fertigprodukten, Wurst oder Soßen Laktose vorhanden sein kann. Eine kleine Hilfe ist es, dass laut Richtlinie der EU 2003/89/EG, auf allen Verpackungen der Milchzucker zwingend angegeben werden muss. Wenn man sich an eine laktosefreie Ernährung hält, bleibt man auch meist beschwerdefrei. Diese Unverträglichkeit ist auf jeden Fall nicht lebensbedrohlich oder verkürzt das Lebensalter. In manchen Fällen ist es sogar möglich, eine geringe Menge an Milchprodukten zu sich zu nehmen, ohne Beschwerden zu haben. Auch gibt es das Enzym Laktase in Medikamentenform. Dies wird vor einer milchhaltigen Nahrung eingenommen. Dieses künstlich hergestellte Enzym empfiehlt sich, wenn man gar keine Laktose verträgt. Denn andererseits führt eine laktosefreie Diät wiederum zu Mangelerscheinungen, weil dann beispielsweise Kalzium fehlt. Die künstliche Laktase erhält man rezeptfrei in Apotheken.

 

Mittlerweile sind laktosefreie Milch- und Milchprodukte in Supermärkten erhältlich. Wenn man eine Laktoseintoleranz vermutet oder sich nicht sicher ist, können verschiedene Tests zu Hause durchgeführt werden. Dies kann der Diättest sein, bei dem man sich mehrere Tage laktosefrei ernährt. Ist man in diesen Tagen beschwerdefrei, ist dies ein Hinweis auf Laktose-Unverträglichkeit. Dann gibt es noch den Selbsttest. Hierbei geht ebenso eine laktosefreie Ernährung über mehrere Tage voraus. Danach trinkt man ein mit Milchzucker angerührtes Glas Wasser. Treten dann Beschwerden auf, so ist dies ein Zeichen auf Laktose-Intoleranz. Weitere Tests wie zum Beispiel der Atem- oder Gentest können dann vom Arzt durchgeführt werden, der danach eine sichere Diagnose stellen kann.

 

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