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Konfessionelle Schulen
[NEWS] Konfessionelle Schulen
21. September 2010
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"Konfessionelle Schulen": Dieser Begriff ist einem größeren Ganzen untergeordnet. Im Grunde genommen ist hier die Rede von Schulträgern, die eine Lehranstalt vor dem Hintergrund einer konkreten Weltanschauung führen. Damit kann unter anderen eine bestimmte philosophische Ideenwelt gemeint sein (etwa die von Rudolf Steiner erfundene Waldorfpädagogik). In Deutschland nun geht es vor allem um Schulträger, die für ihr Institut eine Grundordnung mit religiös bestimmten Satzungen angelegt haben. Diese Religiosität kann - in Deutschland - entweder dem Christentum, dem Judentum oder dem Islam entsprechen oder auch: allen Dreien gleichzeitig.

 

Die erste interreligiöse (Grund-)Schule Deutschlands, die im Jahre 2011 erstmals mit 200 Schülern eröffnet wird, hat nämlich drei verschiedentlich orientierte Schulträger gleichzeitig: Das Katholische Bistum Osnabrück, die örtliche jüdische Gemeinde sowie den Landesverband der Muslime. Die Schule hat zum Ziel, Schülern die Freiheit zu verdeutlichen, mit der sie sich für ihre jeweilige Religion entscheiden können, und gleichzeitig Kenntnisse zu vermitteln über Art und Inhalte anderer Religionen. Zugleich sind auch Grundsätze der drei Religionen und die Vorgabe, dass Religion in allen drei Fällen auch spezifisch als Unterrichtsfach zum Schulalltag gehört, Bestandteil der Schulordnung, gleichermaßen stehen den Schülern Ansprechpartner für ihre direkte religiöse Erziehung, Betreuung und entsprechende Seelsorge zur Verfügung.

 

Zusammenfassend und weiterführend sei also festgestellt:

 

(1) Es gibt Träger von Bildungseinrichtungen sämtlicher Bildungsstufen

 

(Kindergarten, Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Internat, Fachhochschule, Universität, sonstige Fortbildungseinrichtungen), für deren Institute die Grundordnung im Sinne von (religiösen) Weltanschauungen formuliert ist.

 

(Gegenteil: staatliche Schulen, die für ihre Institute Regelungen des (in Deutschland: Landes-) Gesetzgebers als Grundordnung niederlegen.

 

(2) Handelt es sich um eine Grundordnung im Sinne von Weltreligionen, so werden

 

(2a) entsprechende Gemeindemitglieder bei der Einschulung bevorzugt

 

(2b) zählt entsprechend Religionsunterricht (auch durch Geistliche) zum Fächerkanon und

 

(2c) stehen den Schülern (auch geistliche) Seelsorger für die religiöse Erziehung, Beratung und Unterweisung außerhalb des Schulbetriebes zur Verfügung.

 

(3) Geht es um Schulen, die sich in ihren Satzungen auf den christlichen Glauben und entsprechenden Richtlinien gründen, so können Schulträger (in Deutschland)

 

(3a) der Staat selbst sein (der z. B. in Niedersachsen Schulen mit katholisch formulierter Grundordnung führt)

 

(3b) eine (über-)regionale Körperschaft der katholischen Kirche als christlicher Konfession, im Besonderen

 

der Papst (Beispiel: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

ein Erzbischof (Beispiel: Theologische Fakultät Paderborn bzw. Kindergärten, Realschulen, Gymnasien im Bereich des Erzbistums Paderborn)

ein Bischof

ein Ordensvorsteher (als Träger von Bildungsinstituten, die aus dem direkten Wirtschaftshaushalt einer Ordensgemeinschaft betrieben werden, gilt z. B. der Abt oder eine Äbtissin)

 

(3c) eine regionale Körperschaft der evangelischen Kirche als christlicher Konfession; hier gilt regelmäßig die Landeskirche als Träger.

 

(4) Bei christlichen Schulen in Deutschland gilt

 

(4a) organisatorisch:

 

es werden Schüler anderer Glaubensrichtungen auch aufgenommen

 

es fällt kein Schulgeld an (Internate ausgenommen)

 

Lehrkräfte stehen entweder direkt im Dienst der entsprechenden Kirchenleitung, sind der Konfession durch Taufe zugehörig oder verpflichten sich, in ihren Äußerungen nur die Richtlinien der Konfession zu vertreten

 

Übergeordnete Grundlage sind Schulordnung bzw. entsprechendes Kirchenrecht

(4b) weltanschaulich gilt es, die Orientierung auf ein Leben aus dem Glauben an den christlichen Gott im eigenen Verhalten widerzuspiegeln, d. h.,

 

das Leben als solches zu schützen und zu bewahren und dem menschlichen Leben ohne Ansehen der Person in Ehrfurcht und Nächstenliebe zu begegnen

 

die Individualität des Schülers mit den ihm eigenen Begabungen und Fähigkeiten zu respektieren, zu wahren und zu fördern

 

im Unterricht die Selbstständigkeit und Verantwortung zu fördern, Sach- und Fachkenntnisse entsprechend den örtlichen Vorgaben zu vermitteln und Verständnis für das Arbeiten auf wissenschaftlicher Basis zu eröffnen (bei Gymnasien) bzw. auf das angemessene und engagierte spätere Mitwirken in Kirche oder Staat vorzubereiten

 

in (Unterrichts-)Gesprächen (kommunikative) Handlungskompetenz in Form von Rücksichtnahme, Dialogfähigkeit, Toleranz, Verlässlichkeit, Gewaltverzicht und der Achtung anderer einzuüben

 

dem Schüler Selbstbewusstsein, Selbstachtung und Selbstwertgefühl nahezubringen (das bezieht sich ebenso darauf, zu seinen Überzeugungen zu stehen wie auch dazu, seine Gesundheit nicht wider besseren Wissens zu schädigen)

 

dem Schüler Verständnis, Achtung und Wertschätzung vor geltender Gesetzgebung nahezubringen – nicht nur im Sinne der Landesgesetzgebung, sondern auch der freiheitlich-demokratischen Grundwerte

 

die christlich-abendländische Kultur nur im Kontext zu verstehen und einzuordnen (historisch, geografisch, philosophisch, kulturell)

 

das Streben nach Völkergemeinschaft, Friedensgesinnung und das Interesse an globalen Sachverhalten stets als übergeordnete Maxime mit in seinen Alltag zu integrieren und den Blick zu schärfen für soziale und andere Ungerechtigkeiten.

 

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