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Kohlenhydrate (Saccharide) in der Schwangerschaft und bei Kindern
[NEWS] Kohlenhydrate (Saccharide) in der Schwangerschaft und bei Kindern
19. September 2011
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Ernährung in der Schwangerschaft:
Allgemeines über Kohlenhydrate

Neben den Eiweißen und den Fetten sind Kohlenhydrate die wichtigsten Nährstoffe für den menschlichen Organismus. Kohlenhydrate werden aus Kohlenstoff, Wasser und Sauerstoff durch Fotosynthese gebildet. Auch die Kohlenhydrate sind reine Energielieferanten für den Körper. Schließlich verbraucht der Körper ständig Energie, die ihm mit der Nahrung dann wieder neu zugeführt werden muss. Die Leistung des Gehirns ist hier fast vollständig von einer Versorgung mit Kohlenhydraten abhängig.

Einteilung der Kohlenhydrate

Kohlenhydrate werden folgendermaßen unterschieden: So gibt es zum einen den Einfachzucker (Monosaccaride). Dieser ist in Fructose, Glucose und Galactose enthalten. Zum anderen gibt es den Doppelzucker (Disaccaride). Dieser ist in Lactose, Maltose und Saccharose, aber auch in dem herkömmlichen Haushaltszucker enthalten. Außerdem wird noch in Vielfachzucker (Polysaccharide) unterschieden. Dieser findet sich in Glykogen, Cellulose und Stärke.

Stärkehaltige Lebensmittel sind Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Ballaststoffe fallen in die Gruppe der Mehrfachzucker. Sie kommen vor allem in Vollkornprodukten vor. Der Körper wandelt die verschiedenen Kohlenhydrate der Nahrung in Glucose um. Die Zellen können aus der Glucose auch andere Zuckerarten für spezifische Aufgaben herstellen. Kohlenstoffe sind im Körper einem ständigen Auf- und Abbau unterworfen. Schaut man sich diese Unterteilung genauer an, sieht man, dass Kohlenhydrate nichts anderes als Zucker sind. Zucker ist hier der eigentliche Energielieferant. Einfach- und Zweifachzucker liefern sofort Energie. Für Diabetiker sind diese aber zum Beispiel sehr gefährlich. Denn sie erhöhen den Blutzuckerspiegel sofort. Vielfachzucker müssen zur Verwertung erst aufgespalten werden, aus diesem Grund erhöhen sie den Blutzuckerspiegel nur langsam.

Aufgaben der Kohlenhydrate im menschlichen Körper

Kohlenhydrate sind eines der wichtigsten Energieträger für den menschlichen Organismus. So liefert 1 g Kohlenhydrate 4,2 kcal Energie für den menschlichen Körper. Fast alle Zellen nutzen die Glucose als Energielieferanten, Gehirnzellen und rote Blutkörperchen (Erythrozyten) sind fast ausschließlich auf Glucose als Energielieferant angewiesen. Herrscht im Körper ein Überangebot von Energie aus Kohlenhydraten wird dies in Fett umgewandelt. Der Körper speichert nun, allerdings geht bei dieser Speicherung etwa 30 Prozent der Energie verloren. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, seinen Kohlenhydratbedarf mit hochwertigen Lebensmitteln zu decken. Als weitere wichtige Funktion der Kohlenhydrate ist ihre Reserveform zu nennen. So stellen Kohlenhydrate in Form des körpereigenen Glykogens schnelle eine verfügbare Reserveenergie her. Als Beispiel besitzt ein 70 kg schwerer Mensch eine Glykogenreserve von bis zu 400 g. Dies entspricht in etwa 1.500 kcal. Die Speicherung dieser Glykogenreserve erfolgt zu einem Drittel in der Leber und zu zwei Dritteln in der Muskulatur. Auch Ballaststoffe sind Kohlenhydrate. Zwar wurde früher angenommen, dass der menschliche Körper diese nicht verwerten könnte, weil die Verdauungssäfte des Menschen keine Enzyme enthalten, doch bei dieser Annahme wurde etwas übersehen. Denn ein Teil der Ballaststoffe wird durch Enzyme der Mikroorganismen des Dickdarms fermentiert. Hier entstehen neben Gasen auch kurzkettige Fettsäuren. Diese können vom Menschen ohne Probleme verwertet werden. Jedoch ist der Energiegewinn durch Ballaststoffe aufgrund der geringen zugeführten Mengen nicht erwähnenswert. Eine Aufnahmeempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt bei einem täglichen Konsum von 30 g Ballaststoffen. Dieser wird aber in der Regel selten erreicht.

Wie viel Kohlenhydrate sollte man zu sich nehmen?

Um eine gesunde Ernährung zu gestalten, sollte mehr als 55 Prozent der täglichen Nahrung bei Erwachsenen aus Kohlenhydraten bestehen. Generell empfiehlt es sich, die täglich aufgenommene Energie folgendermaßen einzuteilen: 55 Prozent sollte aus Kohlenhydraten bestehen, 30 Prozent aus Fetten und 15 Prozent aus Eiweiß. Vor allem Lebensmittel mit Mehrfachzucker sind besonders gesund für den Körper, da sie sättigend sind und viele wichtige Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthalten.

Der tägliche Bedarf an Zucker sollte am besten auch durch Kohlenhydrate gedeckt werden. Zu finden sind diese hauptsächlich in Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst und Getreide. Der Konsum von reinem weißen Zucker oder ausgemahlenen Mehlen bringt dem Körper nichts außer Kalorien. Auch Weißbrot oder Kuchen liefern dem Körper keine notwendigen Vitamine und Mineralstoffe, die für die Verdauung nötig wären.

Als Energielieferanten vertreten sich die Fette mit den Kohlenhydraten weitgehend, daher kann man kaum eine genaue Zufuhrempfehlung geben. Für einen normalen Fettstoffwechsel ist ein täglicher Bedarf von 60 bis 100 g Kohlenhydraten jedoch empfehlenswert. Denn wenn zu wenig Energie in Form von Fetten und Kohlenhydraten zugeführt wird, wird Protein also Eiweiß an Stelle der Energieträger abgebaut. Dies bezeichnet man als proteinsparende Wirkung der Kohlenhydrate. Die Mindestmenge an Kohlenhydraten, die der Mensch täglich benötigt, liegt bei 2 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, höchstens 10 Prozent der Gesamtenergie in Form von Zucker aufzunehmen. Das entspricht in etwa 60 g.

Was passiert wenn man zu viele beziehungsweise zu wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt?

Werden mehr Kohlenhydrate aufgenommen, als sie verbraucht werden, wandelt der Körper diese in Fett um und speichert sie als Depotfett. Besteht im Gegenzug ein Mangel an Kohlenhydraten werden die Proteine, also die Eiweiße der Nahrung zuerst zerlegt und dann zu den fehlenden Kohlenhydraten umgewandelt. Nur so ist der Ablauf wichtiger Stoffwechselprozesse gewährleistet. Daher sollte man immer ausreichend Kohlenhydrate zu sich nehmen, um die Eiweiße für andere wichtige Funktionen zu sparen.

Wie viele Kohlenhydrate sollte man während der Schwangerschaft zu sich nehmen?

Schwangere sollten über die Hälfte ihrer täglichen Kalorienmenge durch Kohlenhydrate ausfüllen. Kohlenhydrate sind dabei in Kartoffeln, Brot, Getreide, Gemüse, Obst und auch in Süßigkeiten zu finden. Auch hier gilt es nicht zu viele Kohlenhydrate aus Zucker und Weißmehlprodukten zu sich zu nehmen. Denn diese Nahrungsmittel enthalten viele Kalorien, die dem Körper nichts bringen, da sie wenige Nährstoffe enthalten. Komplexere Kohlenhydrate haben gerade den Vorteil, dass sie langsamer vom Stoffwechsel verarbeitet werden können. Außerdem machen sie satt und liefern dem Organismus viele wichtige Nährstoffe. Hier sind insbesondere Reis, Getreidearten, Kartoffeln, Vollkornnudeln und Hülsenfrüchte zu nennen. Auch Vollkornprodukte liefern wichtige Mineralstoffe, wie zum Beispiel Magnesium oder Kalzium. Die Finger sollten man aber generell von Toastbrot und Brötchen aus Weißmehl lassen, da sie weniger gut für den Körper sind.

Wie viele Kohlenhydrate sollten Kinder zu sich nehmen?

Kindern sollten hauptsächlich Kohlenhydrate zu sich nehmen, die langsam in den Körper gelangen und diesen mit Mineralstoffen und Vitaminen versorgen können. Es empfiehlt sich Kindern Vollkornprodukte, Gemüse und Obst zu geben. Auch sollte man die Finger von schnellen Kohlenhydraten mit Zucker, Fett und Weißmehl lassen beziehungsweise sparsam damit umgehen. Verbieten sollte man Zucker den Kindern jedoch auch nicht. Aber gerade zuckerreiche Limonaden oder Süßigkeiten verderben den Kindern den Appetit auf richtiges Essen. Zudem fördern sie Karies und liefern dem Körper der Kinder wenig Vitamine und Nährstoffe. Bekommen Kinder zu wenig Kohlenhydrate kommt es bei sportlichen Aktivitäten zu Kraftlosigkeit, Schwindel und verminderten Leistungen. Bei zu vielen Kohlenhydraten wird Fett gespeichert, Kinder können dick und krank werden. Isst das Kind regelmäßig Obst, Brot, Gemüse, Pasta oder Getreideflocken ist es am besten versorgt. Vor allem, wenn die Hälfte der Lebensmittel dabei aus biologischem Anbau ist.

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