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Internatsschulen
[NEWS] Internatsschulen
27. September 2010
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Was sind Internate?

 

Bei Internaten handelt es sich um Schulen, die Schülern (meist im selben Gebäude) nach dem (nicht reformpädagogischen) Unterricht noch pädagogische (auch psychologische) Betreuung, gemeinsame regelmäßige gastronomische Versorgung und Wohnmöglichkeit bieten. Generell befinden sich im Hause und auf dem Gelände (oder in gangbarer Nähe) noch Freizeiteinrichtungen verschiedener Art, auch gehört zum Angebot zuweilen die (sportliche, musische, kulturelle, aktiv künstlerische Leitung und) gemeinsame Ausgestaltung verschiedener Freizeitaktivitäten.

 

Internate sind somit

 

(1) entweder eine Dienstleistung, die – gegen eine monatliche Gebühr – den Erziehungsauftrag der Eltern in Verbindung mit der gesetzlichen Schulpflicht (meist ausgerichtet auf die gymnasiale Oberstufe) erfüllt (Internatsschulen),

 

(2) eine Dienstleistung wie (1) mit dem Unterschied, dass die Schüler ortsnahe Schulen besuchen, die nichts mit dem Internat zu tun haben, das Internat somit nur dem Erziehungsauftrag nachkommt (Schülerheime),

 

(3) Aus-, Fort-, Weiterbildungsinstitute, die in ihrer fachlichen Ausrichtung die ganztägige und ganzheitliche Konzentration von Teilnehmern verlangen (Sport, Musik, etwa auch Polizeifortbildungen)

 

(4) oder Einrichtungen, die Schülern mit therapeutischen bzw. medizinischen Indikationen (bei körperlichen bzw. neurophysiologisch begründeten Schwerbehinderungen, Verhaltens- und/oder Lernstörungen, Erblindungen etc.) eine auf ihre Bedürfnisse orientierte Betreuung in Verbindung mit dem Erwerb schulischer Qualifikationen ermöglichen.

 

Es sind Schulen mit denselben Prinzipien wie anderswo

 

An dieser Stelle ist nun die Erfüllung der gesetzlichen Schulpflicht durch private Anbieter Gegenstand, somit wird im Folgenden nur auf den oben bezeichneten Aspekt unter (1) eingegangen. Hier handelt es sich nämlich um Schulen unter kirchlicher, staatlicher oder privatwirtschaftlicher Trägerschaft, deren Personal grundsätzlich die normale Lehramtsausbildung durchlaufen hat und für den Unterricht dieselben Eignungen bietet und Anforderungen stellt wie an jeder anderen Schule. Ebenso gibt es – wie bei anderen Schulen auch – eine Unterteilung der christlich-kirchlichen Trägerschaften nach Konfessionen, wobei die katholisch getragenen Institutionen wiederum in bischöflich getragene Internate und Ordensschulen unterschieden werden können. Die kirchlichen Internate unterscheiden sich weiterhin von anderen in derselben Hinsicht wie kirchliche Schulen von anderen Schulen: Das Zusammenwirken der Beteiligten in einer entsprechenden Institution basiert auf christlich tradierten Werten und Normen und beinhaltet auch Religionsunterricht; um dies zu gewährleisten, werden hier genauso zusätzlich religions- und/oder sozialpädagogisch geschulte Betreuer (Schulseelsorger) für unterrichtsfreie Tageszeiten eingesetzt.

 

Es sind Schulen mit akuten, ganz eigenen Brennpunkten

 

Inwiefern sich reformpädagogisch und konventionell pädagogisch geführte Lehranstalten unterscheiden, darüber gibt es wissenschaftlich haltbare Erkenntnisse - z. B. Montessori-Schüler sind durch den individuellen Erwerb von Schlüsselqualifikationen (Selbstständigkeit etc.) definitiv geeigneter, sich nach einem Schulabschluss im Berufsleben zurechtzufinden. Hat es jedoch einen Vorteil, bei gleicher konventioneller Pädagogik wie in der Regelschule als Schüler ein Internat zu besuchen? Ja, im Glücks- und Einzelfall ganz bestimmt.

 

Jedoch: Es gibt keine wissenschaftlichen Langzeituntersuchungen darüber, inwiefern sich das Kriterium "Internat" konkret auf Folgendes auswirkt:

 

(1) Lernfortschritte von Schülern

(2) die schülerseitige Haltung zur Schule, zum Bildungssystem, zur allgemeinen Lernbereitschaft

(3) die Heranbildung und Ausprägung von Grundwerten, von sozialem und politischem Engagement

 

Lediglich der Soziologieprofessor Herbert Kalthoff (heute Universität Mainz) konnte nach mehrjähriger Studie 2001 feststellen, dass es in Internaten

 

(1) "Verfehlungsressourcen" gibt: "Verbotene Aktivitäten" haben hier Raum (Alkohol, sexuelle Beziehungen, Partys, Fernsehen), unangemessenes Benehmen (wenig Höflichkeit, keine Tischmanieren etc.) – kurz gesagt: Um dem sonst starren, nicht pädagogisch durchdachten Regelwerk zu entweichen, addieren sich auch nur kleinste Protestaktionen der Schüler (auch bewusst gewählte minutengenaue Unpünktlichkeiten etwa), die dort Raum haben (mehr als im Elternhaus? Oder der sonstigen Schule?).

 

(2) "Erziehungsspielräume" gibt: Die Heim- und Hausbetreuer nutzen Unbestimmbarkeiten in der Hausordnung aus, um Schüler zu bevorzugen, Ausnahmen zu gewähren und wieder zu verbieten: Willkür vor Respekt walten zu lassen etc.

 

 

2003 erarbeiteten die Kulturpsychologen Herbert Fitzek und Michael Ley durch ihre Forschungen unter Internatsschülern zumindest Thesen, weshalb Schüler enttäuscht von einer Schule sein könnten: Ein Schwerpunkt kann in den (damals tatsächlich so dokumentierten) Erwartungen von befragten Eltern liegen, die jedoch wirklich im Bereich der Utopie liegen: Ihren Kindern möge Wissen, Disziplin und Normalität vermittelt werden, damit sie geeignet werden für ein "heiles Familienleben".

 

Beratung über führende Internate in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Österreich, Schweiz

http://www.internate.de

 

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