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Geschichte Schnuller
[NEWS] Geschichte Schnuller
17. August 2009
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Den Schnuller gab es schon vor langen Zeiten. Die Ausgrabungen, die einst in Italien, Griechenland und Zypern stattfanden, deuteten bereits auf Schnuller hin. Daher ist davon auszugehen, dass er sicherlich mehr als dreitausend Jahre alt ist. Auch in der medizinischen Literatur wird der Schnuller erwähnt, das im Jahre 1473 in Deutschland. Zu der Zeit fertigte Albrecht Dürer ein Bild einer Madonna an, die ein Kind trägt. Auf diesem Bild ist ein Schnuller zu sehen, der aus Lumpen gefertigt wurde.

 
Die ersten Schnuller wurden aus Leinen gemacht. Dieser Stoff konnte mit verschiedenen Dingen gefüllt werden, verwendet wurden dazu unter anderem mit Honig gesüßte Milch, Laudanum, Weinbrand oder Mohnsamen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts empörte sich die Öffentlichkeit darüber, denn schließlich war auch damals schon bekannt, dass sich Kinder und Alkohol einfach nicht miteinander vereinbaren lassen. Die damaligen Schnuller wurden nicht an der Kleidung des Kindes befestigt, sondern am Bett oder an der Bettdecke.

 
Medizinischen Berichten zufolge wurde der so genannte Sauglumpen im 18. Jahrhundert besonders scharf kritisiert. Es wurde behauptet, dass dieser Lumpen einen großen Mund verursachen würde, darüber hinaus auch die Entstehung dicker Lippen fördern würde. Außerdem wurde kritisiert, dass die Lumpen in den Mündern von Müttern und Ammen befeuchtet wurden, was zur Übertragung von Krankheiten führen könne.


Im Jahr 1845 entstand der erste Gummisauger, der den heute üblichen Modellen bereits ähnelte. Bis zum Ende des Jahrhunderts wurde Gummi zum Standardmaterial bei der Schnullerherstellung, die anderen bis dahin verwendeten Materialien wurden verdrängt.


Aus dem Jahr 1882 existiert ein Katalog, in dem Schnuller mit Ringen und den heute noch bekannten Schutzschildern versehen waren. Viele Schnullermodelle wurden damals zum Patent angemeldet, doch nach und nach zeigte sich stets, dass die Modelle noch nicht ausgereift waren.


Im frühen 20. Jahrhundert hatten die Hauskrankenschwestern eine große Abneigung gegen Schnuller und verwendeten sie nicht. Es gab sogar Bücher, in denen die Kritik am Schnuller öffentlich geübt wurde, es waren darin Aussagen zu finden, dass Mütter mit dem Schnuller zur Zufügung von Schaden an ihrem Kinde verführt würden oder dass es nicht natürlich sei, dass Kinder ständig an etwas saugten. Das weitaus größere Problem war allerdings, dass der Schnuller vielen Kindern einfach um den Hals gebunden wurde und sie sich daran selbst erdrosselten.

 
Zwischen 1900 und 1975 schritt die Entwicklung des Schnullers nur sehr langsam voran, denn es gab immer noch die von Grund auf negative Einstellung gegenüber dem Schnuller. Erst später gab es eine größere Akzeptanz, vor allem, seit er als Alternative zum Lutschen am Daumen gesehen wird. Heute wird mit dem Schnuller das Saugbedürfnis der Babys befriedigt und in den meisten Industriestaaten nutzen etwa achtzig Prozent der Babys Schnuller. Allein in Europa werden rund achtzig Millionen Stück verkauft und das pro Jahr.


Der Schnuller ist unter vielen verschiedenen Namen bekannt, am verbreitetsten sind wohl „Nucki“, „Nuckel“, „Zuzzi“, „Luller“ oder „Ditti“. Auch heute noch ist die Verwendung des Nuckels Ansichtssache und viele Eltern sind der Meinung, dass das Dauernuckeln nicht notwendig sei. Wer den Schnuller einzig zur Beruhigung des Kindes einsetzt, handelt auch entgegen dem Bedürfnis der Kinder, denn schließlich sollen sie ihre Sprache einsetzen dürfen und nicht immer gleich beruhigt werden.

 
Schnuller gibt es aus verschiedenen Materialien. War früher Gummi der Standard, gibt es heute Nuckel aus Silikon und aus Latex. Besonders Silikon ist zu empfehlen, denn es gilt im Gegensatz zu Latex nicht als Auslöser von Allergien. Allerdings ist der Silikonsauger auch nicht so „beißresistent“, das heißt, spätestens, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, muss der Schnuller öfter ersetzt werden.

Es gibt zwei Formen des Saugers, entweder die angepasste, schräge Gaumenform oder die runde Kirschform. Außerdem bieten die Hersteller verschiedene Größen an.


Als Alternative zum Schnuller haben sich die Schnuffeltücher erwiesen, die aus Stoff sind und über verschiedene Ecken zum Nuckeln verfügen. Die Kinder können diese Tücher mit in ihr Bett nehmen, da sie weich sind und einem Plüschtier ähneln. Der Vorteil dieser Tücher ist, dass die Kinder weniger intensiv daran saugen, damit werden die Zähne weniger geschädigt. Zudem wecken sie die Entdeckerfreude der Babys, denn sie bestehen meist aus unterschiedlich gefüllten Ecken, so dass eine Ecke zum Beispiel quietscht, während die andere knistert.


Falsch ist das Ablecken der Schnuller zur Reinigung, wenn sie einmal heruntergefallen sind. Damit werden Bakterien, wie etwa Kariesbakterien, übertragen. Diese Bakterien sind von Natur aus im Mund des Kindes nicht enthalten, sie werden erst durch direkten Kontakt mit einem Träger der Bakterien übertragen. Besser ist es, mehrere Schnuller zu kaufen und immer einen oder zwei als Ersatz mitzunehmen. Sie müssen sterilisiert werden, was entweder in einem speziellen Sterilisator geht oder durch kochendes Wasser. Gerade letzteres ist am kostengünstigsten, denn die Sterilisatoren sind für größere Mengen ausgelegt. Wer nun keine Fläschchen mit sterilisieren will oder muss, benötigt eigentlich nur einen Topf und kochendes Wasser.

 

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