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Geschichte Kaiserschnitt
[NEWS] Geschichte Kaiserschnitt
24. August 2009
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Bei einem Kaiserschnitt wird mittels einer Operation der Fetus aus dem Leib der Mutter praktisch herausgeschnitten, indem Bauchdecke und Gebärmutter aufgetrennt werden. Medizinisch lautet die Bezeichnung für den Kaiserschnitt Sectio caesarea.

 

Nicht in allen Fällen wird heute aber noch das Skalpell angesetzt, in den letzten Jahren hat sich die Misgav-Ladach-Methode durchgesetzt, bei der nur die oberste Hautschicht geschnitten wird, alle anderen Haut- und Gewebeschichten werden gedehnt und gerissen. Bei Anwendung dieser Methode heilen die so entstandenen Verletzungen schneller und ohne größere Komplikationen. Sie wird aber nicht in allen Kliniken durchgeführt.

 

Kaiserschnitt früher:


Bereist im Altertum waren Eingriffe bekannt, die mit dem heutigen Kaiserschnitt vergleichbar waren. Sie wurden damals aber nur bei Müttern durchgeführt, die bereits verstorben waren. Der Sinn darin war, wenigstens das Leben des Kindes zu retten oder, falls dieses ebenfalls bereits verstorben war, es getrennt von seiner Mutter zu bestatten.


Das lateinische Wort caesarea, von dem sich der Name „Kaiser-„ ableitet, ist in seiner Herkunft bis heute nicht belegt worden. Vermutet wird, dass der Name auf das lateinische caedere zurückgeht, was soviel wie schneiden bedeutet. Damit würde es sich auf das Herausschneiden aus dem Bauch der Mutter beziehen. Häufig kommt die Vermutung auf, dass Gaius Julius Cäsar Namensgeber für den Kaiserschnitt war, doch dem ist nicht so. Seine Mutter überlebte seine Geburt, was damals durchaus nicht selbstverständlich war. Hätte sie einen Kaiserschnitt überlebt, wäre sie in die Geschichtsbücher eingegangen.


Aus dem Jahr 1500 wird der erste Kaiserschnitt überliefert, den Mutter und Kind überlebten. Die Frau des Schweizers Jacob Nufer konnte ihr Kind nicht auf natürliche Weise gebären, daher führte er einen Kaiserschnitt durch. Eigentlich war er Fachmann für die Kastration von Schweinen. Das nächste Wunder in dieser Familie war, dass die Frau im Jahr darauf sogar Zwillinge gebar und das auf natürlichem Wege.


In Deutschland wird von einem Fall aus dem Jahre 1610 berichtet. Hier war es der Wundarzt Jeremias Trautmann, der einen Kaiserschnitt durchführte und bei dem Mutter und Kind die Operation lebend überstanden.


Am 25. September des Jahre 1881 wurde der erste klassische Kaiserschnitt durchgeführt und zwar von Ferdinand Adolf Kehrer. Dabei wurden Bauchdecke und Gebärmutter nicht wie früher von oben nach unten, sondern in einem Querschnitt durchtrennt. Diese Methode wurde weiter verbessert und wird in der Form noch heute angewendet.


Der Kaiserschnitt war lange Zeit mit dem Tode der Mutter verbunden, was man aber in Kauf nahm, da dafür häufig das Kind gerettet werden konnte. Ein unterlassener Kaiserschnitt bei einer schwanger Verstorbenen stand sogar unter Strafe, denn damit wurde die Hoffnung auf ein neues Lebens zerstört. Erst durch die Einführung der verbesserten Techniken zur Operation und den Fortschritten in allen Bereichen der Medizin, auch, was zum Beispiel die Anästhesie und die Bluttransfusionen betraf, konnte die Müttersterblichkeit durch den Kaiserschnitt entscheidend gesenkt werden. Auch die Einführung der so genannten Asepsis, also der Methoden, die der Beseitigung von Keimen bei einer Operation und im Umfeld der Operation dienen, war dafür maßgeblich.

 

Kaiserschnitt heute:


In den letzten Jahren ist der Kaiserschnitt zu einer richtigen Konkurrenz für die natürliche Geburt geworden. Gründe dafür gibt es viele. Zum einen dringen viele Klinikärzte auf einen Kaiserschnitt, weil das für sie die besser zu kontrollierende Geburt ist. Doch die Risiken sind da, immerhin handelt es sich nach wie vor um eine Operation. Doch die Ärzte sehen auch die Kosten, die auf die Kliniken zukommen und die sind bei einem Kaiserschnitt weitaus höher, als bei einer natürlichen Geburt, was bedeutet, dass erhöhte Kosten geltend gemacht werden können.

 

Für viele Frauen ist der Wunsch nach einem Kaiserschnitt daher so groß, weil sie denken, dass damit eine schmerzfreie Geburt möglich sein, was natürlich so nicht stimmt. Die Geburt selbst verläuft zwar unter Narkose, jedoch sind die Schmerzen danach nicht zu vergessen und stehen in keinem Verhältnis zu denen einer natürlichen Geburt. Ein weiterer Grund für den Wunsch nach einem Kaiserschnitt besteht in dem geplanten Geburtstermin, der einfach festgelegt werden kann.


In einigen Ländern hat sich der Kaiserschnitt zu einer Art Statussymbol entwickelt. So zum Beispiel in Brasilien, wo inzwischen rund achtzig Prozent aller Babys als Kaiserschnittbaby zur Welt kommen. Wer sich hier einen Kaiserschnitt leisten kann, gilt als privilegiert und ist angesehener. Auch in asiatischen Ländern hat sich der Kaiserschnitt zu einer beliebten „Geburtsmethode“ entwickelt. Besonders die Möglichkeit, das Kind an einem bestimmen Kalendertag auf die Welt zu bringen, macht hier den Reiz aus. So werden zum Beispiel in einigen Ländern viele Kinder an Daten mit einer „9“ geboren, weil diese Zahl als Glückszahl gilt.


War der Kaiserschnitt also anfangs eine medizinische Notwendigkeit, hat er sich inzwischen zu einer beliebten und freiwilligen Operation entwickelt.

 

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