Sonntag, der 22.10.2017 - 15:41 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
Fette (Lipide) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
[NEWS] Fette (Lipide) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
6. September 2011
Anzeigen


Ernährung in der Schwangerschaft:
Allgemeines über Fette

Als energiereichste Nahrungsstoffe gelten die Fette. Sie weisen eine Energiedichte von 38,1 kJ/g auf. Das entspricht in etwa 9,1 kcal/g. Sie dienen dem menschlichen Organismus als Energielieferanten aber auch als Energiesammelstation. Fette liefern dem Körper wichtige Fettsäuren, hauptsächlich bestehen diese aus Arachidonsäure, Linolensäure und Linolsäure. Fehlen diese Fettsäuren in der Nahrung, kommt es zu Mangelerscheinungen. Gerade Fette sind wichtig für den Aufbau von Membranlipiden der Zellen, sie erhalten so auch Cholesterin als Zellbaustein und Hormonvorläufer. Aber auch zur Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen im Magen, wie zum Beispiel die Vitamine A, D, E und K, sind Fette nötig. Die mit der Nahrung aufgenommen Fette sind in der Regel Neutralfette oder Triglyceride. Die Triglyceride bestehen dabei aus Glyzerin, einem dreiwertigen Alkohol und Fettsäuren. Bekannt sind diese auch als Speicherfett im Pflanzenöl oder an Fleischstücken. Sie füllen das Depot des Körpers auf. Charakterisiert werden diese Fette durch eine jeweils verschiedene Fettsäurenzusammensetzung. Die häufigsten Fettsäuren sind Öl- und Linolsäure, Stearin- und Palmitinsäure. Unterschieden werden die Fettsäuren in ungesättigte und gesättigte Säuren. Ungesättigte Fettsäuren sind dabei Fettsäuren mit einer oder mehreren isolierten Doppelbindungen; fehlt diese Doppelbindung ganz, nennt man diese dann gesättigte Fettsäuren. Die Länge der Fettsäurereste und die Anzahl der jeweiligen Doppelbindungen bestimmen den Schmelzpunkt der Fette. Je kürzer die Fettsäurereste und je mehr Doppelbindungen vorhanden sind, ist der Schmelzpunkt dann niedriger.

Eigenschaften und Aufgaben der Fette

Fette bestehen wie auch die Kohlenhydrate aus den wichtigen Elementen Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. Allerdings haben sie im Gegensatz zu den Eiweißen keinen Stickstoffanteil. Fette haben verschiedene Aufgaben. Sie sind zum einen Energielieferanten. So wird zum Beispiel durch die Verbrennung von 1 g Fett 9 Kilokalorien, also 39 Kilojoule Energie erzeugt. Benötigt der Körper kein weiteres Fett mehr wird dieses als Energiereserve gespeichert. Ebenso schützen die Fettpolster die Organe vor Verletzungen und stellen außerdem eine Wärmeisolierung dar. Enthaltenes Fett in der Nahrung enthält in der Regel mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper so nicht selbst erzeugen kann. Aber auch fettlösliche Vitamine und Provitamine sind im Fett enthalten. Aufgenommen können diese Vitamine jedoch nur in Verbindung mit Fett werden. Des Weiteren sind Fette Ausgangssubstanzen, die zur Bildung weiterer wichtiger Verbindungen wie zum Beispiel Prostaglandine führt. Diese sind aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufgebaut und können den Blutdruck und die Regulation bestimmter Nervenzellen deutlich beeinflussen.

Wie viel Fett sollte man zu sich nehmen?

Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der tägliche Bedarf eines erwachsenen Menschen bei 60 bis 80 g Fett. Gewonnen wird das Fett dabei aus tierischen oder pflanzlichen Produkten. Tierische Produkte sind zum Beispiel Tran oder Schmalz, pflanzliche Produkte sind Ölsaat oder Ölpflanzen. Wer seinem Körper nicht schaden möchte, sollte den Fettkonsum in Maßen halten. Empfehlenswert ist es vor allem den Fettbedarf jeweils zu einem Drittel durch gesättigte, einfach gesättigte und mehrfach gesättigte Fettsäuren auszufüllen. Nimmt man hier zu viele gesättigte Fettsäuren zu sich wird die Menge des schädlichen LDL-Cholesterins deutlich erhöht. Im Gegensatz können die ungesättigten Fettsäuren deutlich mehr konsumiert werden, da sie die Menge an gefährlichen LDL-Cholesterin im Blut sogar senken. Mit Vorsicht sollte man aber auch die ungesättigten Fettsäuren genießen, da sie wiederum ein Krebsrisiko erhöhen können. Auch jahrelanger Fettkonsum kann das Krebsrisiko erhöhen. Statistisch ist hier ein erhöhtes Risiko für Eierstock- und Dickdarmkrebs, Brust- und Bauchspeichelkrebs sowie für Prostatakrebs nachweisbar. Als wissenschaftlich bestätigt gilt die Beeinflussung von Fett auf Darmkrebs. Ist der Fettkonsum deutlich zu hoch, scheidet die Gallenblase zunehmend Gallensäure aus, um eine Verdauung zu ermöglichen. Da die Gallensäure sehr aggressiv ist, reizt sie die Darmschleimhaut und dies kann über viele Jahre zu Schäden und lebensgefährlichen Geschwülsten führen. Allerdings kommt es hier aber nicht nur auf die Fettmenge, sondern auch auf die Fettarten an. Aber ein zu hoher Fettkonsum ist noch mit vielen weiteren Nebenwirkungen verbunden. So kann zum einen Übergewicht ausgelöst werden. Aber auch eine Gefahr von Arteriosklerose kann bestehen.

Versteckte Fette

Versteckte Fette lauern in pflanzlichen aber auch in tierischen Fetten. Dabei sind die versteckten pflanzlichen Fette weitaus problematischer als die versteckten tierischen Fette. Dies liegt daran, dass der Anteil der gesättigten Fettsäuren in tierischen Fetten im Vergleich zum Gesamtfettgehalt sehr hoch ist. Als Ausnahme kann man hier jedoch Meeresfrüchte oder Fisch sehen. In den pflanzlichen Fetten verstecken sich Fette in Samen, Oliven, Nüssen, Avocados oder pflanzlichen Brotaufstrichen. Beispiele für diese Brotaufstriche sind so Aufstriche auf Nuss- oder Samenbasis, aber auch süße Produkte wie Nutella. Viele der kräftigen Produkte stellen eine Alternative zu den Produkten reich an versteckten tierischen Fetten dar. Generell gilt es also immer die Zutatenliste genau durchzulesen, aber auch den Gesamtverbrauch an Fetten genau zu beobachten. Versteckte tierische Fette aus Fisch oder Meeresfrüchten sind reich an Omega 3-Fettsäuren und unproblematisch für den Organismus. Die vielmals bekannten versteckten Fette befinden sich in vielen Fleisch- und Wurstwaren, sowie in Fleischsorten. Aber auch in Käse können viele versteckte Fette enthalten sein. Man sollte hier besonders fettarme Fleisch- und Wurstwaren oder Fleischsorten konsumieren. Beispiele hierfür sind so Schinken oder Wurst in Aspik. Bei Käse empfiehlt es sich, Käse mit 30 Prozent Fett i. Tr. zu wählen. Bei Milchprodukten ist ein Fettgehalt von 1,5 Prozent empfehlenswert. Viele Fette finden sich außerdem in Kuchen, Keksen, Eis, Schokolade, Chips, Salzgebäck, in Suppen und in Soßen, Fertigkost.

Gesundheitsschädigend sind gehärtete Fette, die man unter anderen bei fast allen Fertigprodukten findet. Hierzu werden wir aber in einen gesonderten Artikel ausführlich berichten.

Hochwertige Fette

Wer auf seinen Fettkonsum achten möchte, der sollte einen Weg finden, gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren in einer guten Kombination zu konsumieren. Einfach ungesättigte Fettsäuren finden man zum Beispiel in Raps- und Olivenöl. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, also die Omega 6 Fettsäuren, finden sich in Soja-, Maiskeim- und Sonnenblumenöl. Omega 3 Fettsäuren befinden sich in Fischsorten wie Lachs, Makrele oder Hering, aber auch in bestimmten Pflanzenölen sind sie zu finden. Beispiele hierfür sind Soja-, Raps- und Leinsamenöl. Der menschliche Körper benötigt all diese Fette, jedoch kommt es immer auf die Menge an. Ein ausgewogenes Verhältnis all dieser Fette ist wichtig für das Gleichgewicht des Blutfettspiegels.

Wie hoch sollte der Fettkonsum in der Schwangerschaft und bei Kindern sein?

Da Fett der höchste Energielieferant ist, sollte man die Zufuhr von Fett mit Vorsicht genießen. Auch bei einer Schwangerschaft sollte nicht mehr Fett zu sich genommen werden. Empfehlenswert ist eine Fettzufuhr von ungefähr 30 Prozent der gesamten Kalorienmenge. Als Beispiel würde das bei einem Bedarf von 2.400 kcal etwa 80 Gramm Fett bedeuteten, denn ein Gramm Fett liefert 9 kcal. Omega 3-Fettsäuren spielen eine zentrale Rolle im Wachstum und der Entwicklung des Organismus, aber auch im Aufbau des Gehirns. Aus diesem Grund sollten Eltern für eine gesunde Entwicklung des Kindes, den Anteil an Omega 6 Fettsäuren senken und den Konsum der Omega 3 Fettsäuren steigern. Bei Kindern sollte man, gerade wenn es wenig Bewegung hat, unsichtbare Fette reduzieren, denn sonst besteht die Gefahr, dass es sehr schnell moppelig wird. Einfach einmal auf Produkte mit weniger Fett zurückgreifen, von Diätprodukten sollten man aber generell bei Kindern die Finger lassen. Hochwertige Fette bevorzugen.

Interessantes zum Thema Ernährung:

Eiweiß in der Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder

Fette in der Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder

Kohlenhydrate in der Schwangerschaft, Kinder

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück

Aktuelles     Neuigkeiten     Tipps
13. März 2013
  Eine Melodie kann viele Menschen faszinieren und sie in ihren Bann ziehen. Diese Tatsache bezieht sich auch auf Kinder. Viele Kinder sehen in einem Musikinstrument die Chance, ihre Kreativität ausz... Weiterlesen
 
8. Januar 2013
Für viele Kinder es ist der wichtigste Tag im Jahr und bereits viele Wochen im Voraus kann es der Nachwuchs kaum noch abwarten, bis der Geburtstag endlich stattfindet. Schließlich wird er lediglich e... Weiterlesen