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[NEWS] Essverhalten bei Kindern - Ernährungspsychologie - Ernährungserziehung
25. Januar 2010
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Kinder wissen eigentlich, was und wie viel sie essen müssen. Diesen Spruch hört man immer wieder und genau genommen ist da auch etwas Wahres dran. Nimmt man ein neugeborenes Kind, so weiß das einfach, dass es trinken muss und es hört auf, sobald es satt ist. Es überschreitet die Grenze zur Sättigung nicht und meldet sich einfach wieder, wenn der Magen Alarm schlägt. Auch bei Kleinkindern ist das so, auch wenn sie scheinbar alles, was gesund ist, ablehnen. Doch diese Essphasen gehen vorüber und sie werden meist nur zu einem Problem, weil die Eltern eines darin sehen. Mehr Gelassenheit dem Essverhalten der Kinder gegenüber würde sicherlich helfen, einige Probleme zu vermeiden.

Eltern - Erzieher als Vorbild


„Kind, du musst doch etwas Gesundes essen!“ Dieser Satz gehört scheinbar zum sprachlichen Repertoire von Eltern, sobald ihre Kinder anfangen, am Tisch zu mäkeln. Dabei ist es völlig natürlich und praktisch ein Relikt der Vergangenheit, dass Kinder bestimmte Speisen ablehnen. Nun kann man nicht alle Kinder über einen Kamm scheren, aber viele verweigern tatsächlich eine bestimmte Zeit lang grünes Essen. Der gute Spinat oder Brokkoli wollen einfach nicht auf die Gabel, geschweige denn in den Magen der Kleinen. Zu Urzeiten verständlich, denn da war Grünes häufig gleichzusetzen mit Giftigem. Heute, wo sich wohl kaum eine Giftpflanze auf den Teller verirren dürfte, scheint dieses Verhalten völlig unverständlich. Doch die Eltern können hier mit guten Beispiel voran gehen. Die Kleinen schauen sich das Essverhalten nämlich bei ihrem Eltern ab. Kommt regelmäßig abwechslungsreiches und vitaminreiches Essen auf den Tisch und essen die Eltern möglichst vielseitig, so sind auch die Kinder keine allzu großen Mäkler. Studien haben auch bewiesen, dass die Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft vielseitig gegessen haben, auch später offener gegenüber neuen Speisen sind. Stand zum Beispiel nie Fisch auf dem Speiseplan der werdenden Mama, so stehen viele Kinder dem ebenfalls skeptisch gegenüber. Auch, wenn der Babybrei von Anfang an selbst zubereitet wird und somit intensiver nach den einzelnen Bestandteilen schmeckt, gibt es kaum Probleme mit dem weiteren Essen.
Eltern sollten dem Essverhalten der Kindern auch nicht allzu große Beachtung schenken. Erwarten sie nämlich schon beim Hinsetzen an den Tisch, dass das Kind sowieso nicht essen wird, tut es das häufig auch wirklich nicht. Auf dem Kind lastet dann ein zu großer Erwartungsdruck. Würden den die Eltern selbst zu spüren bekommen, würden sie wahrscheinlich auch nicht essen. Und ein bisschen kann auch darauf vertraut werden, dass die Natur den Kindern ein angemessenes Essverhalten mit auf den Weg gegeben hat. Mäkeln sie heute an dem einen Nahrungsmitteln herum und ernähren sich scheinbar zu einseitig, steht morgen wieder ein anderes Essen auf der Lieblingsliste und gleicht den Nährstoffmangel wieder aus. Wirkliche Mangelerscheinungen kommen so nicht auf.

Essen nie als Belohnung oder Trost


Essen sollte der Sättigung und der Zufuhr von Energie dienen. Als Mittel zur Belohnung ist es gänzlich ungeeignet. Wer Appetit auf etwas Süßes hat, darf dem natürlich nachgeben, sofern keine allzu großen Mengen Schokolade verputzt werden. Aber wenn die Schokolade am Ende ein Anreiz für eine besondere Leistung darstellt, kann das zu ernsthaften Problemen führen. Das Kind kommt eines Tages dann auf die Idee, dass es von sich aus, quasi ohne Belohnung, nichts machen muss. Für jede Hilfe oder eine gute Leistung, etwa eine gute Note in der Schule, wird es belohnt. Umgekehrt bedeutet das, dass es diese Leistung nicht erbringt, ohne dass eine Belohnung winkt. Es hat also nicht selbst den Willen, etwas zu erreichen und damit sind die Leistungen häufig schlechter, als wenn es das innere Bedürfnis des Kindes ist, etwas zu schaffen. Zudem ist Essen als Lockmittel ohnehin ungeeignet. Auch als Mittel zum Trösten sollten Lebensmittel nicht herhalten müssen. Man denke etwa an die viele Erwachsenen, die eine Frustphase in ihrem Leben später eindeutig an den Zahlen auf der Waage erkennen können. Viele setzen sich mit der Pralinenschachtel auf die Couch, nur um hinterher festzustellen, dass das Problem nicht gelöst ist, dafür aber einige Pfunde zuviel auf den Rippen gelandet sind. Noch ein Problem mehr. So ergibt sich dann ein Teufelskreis aus Essen und noch mehr Essen, ohne dass eine Lösung der eigentlichen Ursache erreicht wird.

Fördern Sie Hunger und Sättigungsgefühl bei Ihren Kindern


Wie bereits erwähnt haben Kinder ein ganz eigenes Sättigungsgefühl. Wenn sie satt sind, hören sie auf zu essen, egal, ob auf dem Teller noch etwas liegt oder nicht. Daher ist es auch grundsätzlich falsch, die Kinder zum Aufessen anzuhalten. Sie würden damit nur den eigenen Sättigungspunkt übergehen und ihn schon bald nicht mehr richtig spüren. Die Folge ist, dass stetig mehr gegessen wird, als notwendig ist. Wer ein Kind hat, dass zwar immer einen Nachschlag möchte, den dann aber nicht isst, sollte es mit kleineren Portionen probieren. Schon den ersten Teller also nicht zu sehr füllen, damit vom zweiten noch etwas gegessen werden kann.
Gegessen werden sollte auch erst, wenn wirklich Hunger entsteht. Zu groß darf der Hunger aber nicht werden, denn gerade kleine Kinder verbrauchen sehr viel Energie für das Wachsen und auch beim Herumtoben, so dass sie immer wieder einen Nachschub benötigen. Zwischen den Hauptmahlzeiten hilft Obst, das Hungergefühl zu dämpfen. Natürlich sollte vor dem Essen auch nicht zu viel getrunken werden, denn dann ist der Magen bereits gefüllt, das Essen passt nicht mehr hinein und der Hunger ist schon bald wieder da.

Gemeinsame Mahlzeiten mit der gesamten Familie


Ein wichtiges Mittel zur Vermeidung von Problemen beim Essverhalten der Kinder sind die gemeinsamen Mahlzeiten. Hier sind die Eltern das gute Vorbild, in dem sie vielseitiges und gesundes Essen auf den Tisch bringen und dieses auch selbst zu sich nehmen. Probleme der Kinder können besprochen werden, denn am Tisch kann keiner „verloren“ gehen. Das heißt, niemand kommt in der Beachtung zu kurz, wenn die ganze Familie am Tisch sitzt und jeder seine Sorgen und Erlebnisse loswerden kann. Werden diese nämlich regelrecht in sich hineingefressen, so kann sich das in einem schlechten Essverhalten zeigen. Zudem haben Studien gezeigt, dass sich Essprobleme durch gemeinsame Mahlzeiten verhindern lassen, wie etwa Magersucht oder Bulimie. Die Kinder lernen von Anfang an, dass Essen und die Aufnahme von Nahrung wichtig und richtig sind. Zeigen sich genannte Probleme, so können die Eltern schon von Anfang an darauf reagieren, etwa, wenn das Kind plötzlich angeblich keinen Hunger mehr hat oder immer schon bei Freunden gegessen hat.

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