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[NEWS] Ernährung: Vitamin B2 (Riboflavin) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
16. Dezember 2011
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Vitamin B2 ist ein sehr wichtiges Vitamin, denn es ist nicht nur maßgeblich an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt, sondern es unterstützt auch die Bildung von Blutkörperchen und von Antikörpern. Diese Antikörper fungieren wie eine "Polizei" im menschlichen Körper. Sie jagen Krankheitserreger, die von außen eindringen und freie Radikale, die entweder auch von außen kommen, sich aber auch im Körper selbst bilden können. Somit sind die Antikörper ein extrem wichtiger Teil des Immunsystems und schützen sowohl vor schädlichen Bakterien als auch vor gefährlichen Zellveränderungen. Vitamin B2 sorgt zudem dafür, dass Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette aus der Nahrung verstoffwechselt und dem Körper als Energie zur Verfügung gestellt werden. So sorgt Riboflavin gemeinsam mit anderen Substanzen bei jungen Menschen für Wachstum – übrigens auch schon im Mutterleib! In der Schwangerschaft ist Vitamin B2 unverzichtbar. Ein Freund und Helfer ist diese rein pflanzliche Substanz, die eine leuchtend gelbe Farbe besitzt, aber auch für alle, die oft unter müden Augen leiden. Vitamin B2 erfrischt die Augen und kann sogar vorbeugend gegen Star-Erkrankungen wirken.

Ein Vitamin aus der Welt der Pflanzen

Vitamin B2 ist eine rein pflanzliche Substanz und kann – außer eben von Pflanzen – nur noch von Mikroorganismen gebildet werden, etwa in Hefe. Dennoch kann man das Produkt auch über Leber und Fleisch ganz allgemein sowie über den Verzehr von Fisch aufnehmen. Wie das zusammenpasst? Nun, nicht nur Menschen können Vitamin B2 über den Dünndarm aufnehmen, sondern auch Tiere. Im Nahrungskreislauf kommt das Vitamin dann zum Mittagessen oder als Abendbrot zurück – in Form eines Stück Fleischs oder Fischs auf den Teller. Andere wichtige Quellen sind Milch und Milchprodukte sowie Eier. Aber auch in Vollkornbackwaren und in Gemüse kommt B2 vor. Die besten B2-Lieferanten beim Gemüse sind Grünkohl, Erbsen und Brokkoli; auch gelbe Paprika sind von ihrem B2-Gehalt her nicht zu unterschätzen. Übrigens, Riboflavin ist zwar sehr hitzebeständig (es kann bis zu 240 Grad Celsius erhitzt werden, ohne Schaden zu nehmen), aber es ist auf der anderen Seite sehr lichtempfindlich. Wer seinen täglichen Vitaminschub aus der Milch bekommt, der sollte darauf achten, dass seine Milch nicht in durchsichtigen Glasflaschen geliefert wird. Braune Flaschen oder Kartons schützen das Vitamin deutlich besser.

In der Schwangerschaft für eine Extraportion sorgen

Wie viel Vitamin B2 der Mensch braucht, hängt wie beim Vitamin B1 von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt auch von der täglichen Kalorienzufuhr und der Zusammensetzung der Nahrung. Eine Zufuhrempfehlung wird von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) deshalb gern an die Zahl der konsumierten Kalorien gekoppelt. Danach gilt, dass dem Körper pro 1000 Kalorien 0,6 Milligramm Riboflavin zugeführt werden sollten. Natürlich können solche Richtwerte auch anders ausgedrückt werden: Männer sollten täglich rund 1,5 Milligramm B2 zu sich nehmen, für Frauen lautet die Empfehlung 1,2 Milligramm. Jungen zwischen 13 und 15 Jahren werden 1,6 Milligramm angeraten. Der gleiche Wert gilt auch für Frauen während der Stillzeit. In der Schwangerschaft sollte die Vitamin-B2-Zufuhr ab dem vierten Monat auf 1,5 Milligramm pro Tag erhöht werden – eine Rücksprache mit dem Arzt sei an dieser Stelle allen Müttern in spe ans Herz gelegt. Der Arzt ist auch immer dann der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Einnahme von Riboflavin während schwerer Krankheiten oder nach Operationen geht. Fest steht, dass der Bedarf in diesen Situationen steigt – auf welche Höhe, das lässt man wirklich am besten medizinisch abklären. Auch bei chronischem Alkoholmissbrauch ist der Körper verstärkt auf Riboflavin angewiesen. Das liegt zum einen daran, dass Alkohol die Verwertbarkeit des Vitamins im Körper behindert. Zum anderen gehen Alkoholismus und Mangelernährung oft Hand in Hand, sodass in diesen Fällen gar nicht erst ausreichend B2 aufgenommen wird. Generell für alle Menschen gilt dass Vitamin B2 regelmäßig aufgenommen werden muss. Der Körper kann allenfalls einen Vorrat an Riboflavin speichern, der für einen Zeitraum zwischen zwei und vier Wochen reicht. Ein kontinuierliches Auffüllen der Depots ist deshalb sehr wichtig.

Auch, wenn man mal etwas kräftiger zugelangt hat als geplant oder als empfohlen – vor einer Überdosierung mit Riboflavin braucht sich niemand zu fürchten. Der Körper kann das Vitamin nur kurz speichern und scheidet alles, was er nicht braucht, über die Nieren wieder aus. Es sind bislang auch keinerlei schädliche Nebenwirkungen bekannt, wenn tatsächlich eine Weile überdosiert wurde. Ganz anders sieht das bei einem Mangel an Vitamin B2 aus.

Achtung, Mangelerscheinungen!

Hier gibt es zunächst einmal für die Mehrheit aller Deutschen eine Entwarnung: Ein Vitamin-B2-Mangel ist relativ selten. Wenn er allerdings eintritt, dann kann es unangenehm bis gefährlich werden. Besonders fatal ist es, dass es viele Wochen dauern kann, bis sich der Mangel tatsächlich bemerkbar macht. Eine Unterversorgung mit Riboflavin kann bei Kindern und Jugendlichen zu Wachstumsstörungen führen. Das gilt auch schon für das ungeborene Leben im Mutterleib. Schwangere sollten sich also unbedingt ausgewogen ernähren.

Zu wenig Riboflavin kann zu einer Entzündung der Schleimhäute und des Zahnfleisches (Gingivitis) führen. Ein Mangel ruft in schlimmen Fällen Sehstörungen hervor und endet manchmal sogar in Blutarmut (Anämie). Dagegen erscheinen anfängliche Mangelerscheinungen wie rissige Mundwinkel, schuppige Haut und ein Gefühl, als wäre ein Fremdkörper im Auge, fast schon harmlos. Tatsächlich müssen sie aber sehr ernst genommen werden, damit es nicht zu Schlimmerem kommt. Bislang noch gänzlich unerwähnt ist der Einfluss von B2 auf die Verstoffwechselung anderer Vitamine geblieben. B2 ist nötig, damit der Körper auch Vitamine wie Niacin, Vitamin B6, Folsäure und Vitamin K für sich nutzbar machen kann. Ist nicht ausreichend für diese Prozesse vorhanden, dann beginnt eine Kettenreaktion, deren Endstadium man sich lieber nicht ausmalt.

Obwohl ein Mangel an Riboflavin lange nur noch als Problem galt, das in Entwicklungsländern auftritt, hat er auch in Deutschland und in anderen Industrienationen in kleinem Rahmen wieder Einzug gehalten. Hier bestehen die Risikogruppen vor allem aus älteren Menschen und jungen Frauen. Die Ursache für den Mangel liegt eindeutig in einer falschen, sprich in einer nicht ausgewogenen Ernährung. Junge Frauen, die ein Baby haben möchten, sollten ihren B2-Level bei einem Arzt überprüfen lassen.

Wer nun meint, dass er partout keine Zeit hat, um sich mit einer gesunden Mischkost zu versorgen, oder wer einen anerkannt hohen Bedarf hat; der hat auch die Möglichkeit, Vitamin B2 in Form von Tabletten als Nahrungsergänzung einzunehmen. Die Präparate sind in Apotheken und im Internet frei erhältlich (bei Schwangerschaft und Stillzeit beim Arzt/Innen informieren).

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