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[NEWS] Ernährung: Vitamin A (Retinol) und Provitamin A (Carotin) in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern
18. Oktober 2011
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Dem Vitamin A wird nicht ganz zu Unrecht der erste Buchstabe im Alphabet gewidmet. Dieses Vitamin, das auch als Retinol bezeichnet wird, hat eine wichtige Aufgabe bei der Fortpflanzung, der Zellteilung und dem Wachstum. Zudem ist Vitamin A unerlässlich, um gut sehen zu können. Die Vorstufe von Vitamin A, das sogenannte Provitamin A oder auch Beta-Carotin, gehört in die Gruppe jener Stoffe, die den Körper vor Angreifern schützen und so das Immunsystem unterstützen. Die Carotinoiden sind deshalb so gut als Schutz geeignet, weil sie eine starke antioxidative Wirkung besitzen und so die freien Radikalen im Körper bekämpfen und unschädlich machen.

Bei jedem einzelnen Sehvorgang braucht der Körper Vitamin A, denn ohne Vitamin A kann Licht nicht in elektrische Nervenimpulse umgewandelt werden. Wer das weiß, der macht sich wahrscheinlich nicht mehr so schnell über Leute lustig, die lieber eine Möhre statt Kartoffelchips knabbern. Allerdings, dieses Vitamin ist eine Diva und lässt sich gern ein wenig bitten. Die rohe Möhre allein reicht also nicht – etwas Fett, zum Beispiel ein Tropfen Olivenöl oder etwas Sahne – gehört mit dazu, damit der Körper das Provitamin aufspalten und in verwertbares Vitamin A umwandeln kann. Männer brauchen von diesem wertvollen Stoff laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. ein Milligramm am Tag, bei Frauen sollten es 0,8 Milligramm pro Tag sein. Während der Schwangerschaft wird zu einer leicht höheren Dosis von 1,1 Milligramm am Tag geraten.

Vitamin-A-Mangel ist selten

In den westlichen Industrieländern kommt ein Mangel an Vitamin A nur sehr selten vor. In aller Regel wird er nur dann festgestellt, wenn ein Mensch Alkoholiker ist. Während bei vielen anderen Vitaminen eine Unterversorgung Probleme bereitet, ist es beim Vitamin A die Überversorgung, die gefährlich werden kann. Normalerweise speichert der Körper zwischen 250 und 550 Milligramm Vitamin A. Das ist eine Menge, die für mehrere Monate ausreicht. Dieser ganze Vorrat wird zu fast hundert Prozent in der Leber "gelagert". Wenn die Leber nun durch eine akute oder auch chronische Überversorgung einfach nichts mehr aufnehmen kann, kommt es zu einer sogenannten Vitamin-A-Vergiftung. Die Folgen sind mehr als unangenehm. Es kommt zu starken Kopfschmerzen, Blutungen können einsetzen und Veränderungen an der Haut und den Knochen auftreten.

Schwangere müssen ganz besonders vorsichtig sein. Eine Überversorgung mit Vitamin A kann beim ungeborenen Kind gravierende Schäden an der Leber, an den Augen und der Haut verursachen. Auch Wachstumsstörungen können die Folge sein. Ganz klar muss deshalb gesagt werden, dass Präparate zur Nahrungsergänzung, die Vitamin A enthalten, für Schwangere tabu sind. Hier kann es auch Monate nach der Einnahme noch zu Problemen kommen. Weiter wird eindringlich empfohlen, während der Schwangerschaft keine Leber zu essen. Als unbedenklich gelten dagegen Präparate, in denen das Provitamin A, also Beta-Carotin enthalten ist. Dennoch, es kann ja nicht schaden, vor der Einnahme Rücksprache mit dem Arzt zu halten – sicher ist sicher! Wenn man zusätzliche Vitamine in der Schwangerschaft einnimmt, sollte man spezielle Vitamine für Schwangere die von Arzt empfohlen werden, nehmen.

Beta-Carotin geht auf Radikalenjagd

Wer Carotin aus natürlichen Nahrungsquellen zu sich nimmt, der hat ohnehin nichts zu befürchten. Beta-Carotin kann man zwar überdosieren, aber das hat keine gefährlichen Folgen. Im schlimmsten Fall verfärbt sich die Haut in Richtung Gelb-orange – aber nur vorübergehend. Ansonsten kann man mit Beta-Carotin gar nichts verkehrt machen. Im Gegenteil, diese Vitamin-A-Vorstufe lagert sich in der Darmschleimhaut ab und wird dort nur bei Bedarf in Vitamin A verwandelt. Werden sie dazu nicht gebraucht – weil der Speichervorrat in der Leber zum Beispiel noch ausreicht – dann gehen sie auf Radikalenfang und machen sich auf diese Weise nützlich. Das Wirken der Beta-Carotinoide darf nicht unterschätzt werden: Sie wirken bestimmten Krebsarten entgegen und schützen die Haut vor den schädlichen Strahlen der Sonne. Neuere Studien legen nahe, dass diese positive Wirkung nur von Lebensmitteln mit natürlichem Beta-Carotin-Gehalt ausgeht. Wurde dagegen einfach nur Beta-Carotin künstlich hinzugefügt, scheint die Schutzwirkung nicht zu funktionieren.

Und wo also stecken nun all die guten Sachen? "Richtiges", sofort verwertbares Vitamin A kommt ausschließlich in tierischen Geweben und Produkten vor – allen voran in Leber. Aber auch Seefisch, Thunfisch und Aal können mit Vitamin A aufwarten, genau wie Eier, Butter, Milch und Käse. Das überaus wertvolle Provitamin A, das man nicht überdosieren kann und das auch als Radikalenfänger fungiert, ist in Karotten und Kürbis enthalten, in Grünkohl, Chicorée und Wirsing. Auch in vielen Früchten steckt eine gute Portion Betacarotin, vor allem, wenn sie die Farbe orange haben – wie etwa die Mango, die Aprikose und die Honigmelone, die Nektarine und der Pfirsich. Bei Gemüsen hingegen ist die Farbe Dunkelgrün ein Hinweis auf Betacarotin. Es steckt beispielsweise in Brokkoli und in Spinat.

Um sich als Erwachsener ausreichend mit 0,9 bis 1,0 Milligramm Vitamin A zu versorgen, reichen täglich zum Beispiel 100 Gramm Möhren oder 150 Gramm Fenchel oder 200 Gramm Mango. Da Vitamin A fettlöslich ist, sollten Gemüse entweder gedämpft oder gekocht werden. Wenn sie roh genossen werden sollen, brauchen sie etwas Fett als Gesellschaft. Wer also eine Karotte reibt und die Raspel auf ein Butterbrot mit Käse gibt, der hilft dem Betacarotin sehr schmackhaft auf die Sprünge. Ein frisch gepresster Möhrensaft entfaltet seine heilsame Wirkung erst richtig mit einem Tropfen Öl oder Sahne.

Während der Stillzeit ist der Bedarf besonders hoch

Während schwangere Frauen einen leicht erhöhten Bedarf an Vitamin A haben, sollte während der Stillzeit nochmals deutlich zugelegt werden. Dann, so die Empfehlung, liegt der Tagesbedarf bei 1,5 Milligramm. Einen höheren Bedarf als der durchschnittliche Erwachsene haben auch Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren. Für sie liegt die empfohlene Tagesration an Vitamin A bei 1,1 Milligramm; der gleichen Menge wie für Schwangere.

Unbestreitbar ist die positive Wirkung von Vitamin A auf die Haut. Das Vitamin wird deshalb auch gern von der Kosmetikindustrie verwendet. Aber auch als Arzneimittel findet Vitamin A Verwendung. Es wird in hoher Dosierung angewandt, um Patienten mit bestimmten Formen von Akne und mit Schuppenflechte (Psoriasis) zu helfen. Frauen, die im gebärfähigen Alter sind und eine Vitamin-A-Therapie brauchen, sollten vor Beginn der Therapie ganz sicher sein, dass sie kein Baby erwarten. Während der Therapie muss streng verhütet werden. Wie bereits oben erwähnt, kann eine Überversorgung mit Vitamin A bei Ungeborenen zu erheblichen Schäden führen. Selbstverständlich sind hohe Dosen an Vitamin A rezeptpflichtig und sollten wirklich nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine Therapie auf eigene Faust könnte fatale Folgen haben.

 

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