Mittwoch, der 18.10.2017 - 11:08 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
[NEWS] Eiweiß (Proteine) in der Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder
19. August 2011
Anzeigen


Ernährung in der Schwangerschaft:
Allgemeines über Eiweiß

Proteine sind die Grundbausteine aller Zellen; das bekannteste Protein ist dabei das Eiweiß, wie es umgangssprachlich genannt wird. Proteine verleihen den Zellen nicht nur ihre Struktur, sondern sind außerdem der Antriebsmotor zum Versenden von Stoffen, zum Pumpen von Ionen, zum Erkennen von Signalstoffen und zum Katalysieren von chemischen Reaktionen. Der Zusammenschluss aller Proteine in einem Menschen oder in einer Zelle wird unter vorher definierten Bedingungen als Proteom bezeichnet. Der Begriff Protein stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "das Erste". Dieser Begriff passt wie kein anderer, denn nur das Protein kann Zellen aufbauen und Gewebe erneuern. Das bekannteste Protein ist das Insulin, das unseren Zuckerspiegel im Blut reguliert. Bausteine der Proteine sind Aminosäuren, die zu Ketten verbunden sind.

 

Aminosäuren und ihre besondere Bedeutung für den menschlichen Organismus

Unter Aminosäuren, genauer gesagt Aminocarbonsäuren - oder wie sie auch früher genannt wurden Amidosäuren, versteht man eine Klasse natürlicher Verbindungen mit zumindest einer Aminogruppe und einer Carboxylgruppe. Die Stellung der Aminogruppe gegenüber der Carboxlgruppe teilt die Aminosäureklasse in Gruppen auf. Verbindungen, bei denen das Kohlenstoffatom direkt neben dem C-Atom der Carboxylgruppe liegt, sind wohl die bekanntesten Aminosäuren. Häufig wird die Bezeichnung Aminosäuren als sinnverwandtes Wort für die proteinogenen Aminosäuren verwendet. Bis jetzt sind etwa 23 proteinogene Aminosäuren bekannt, die Bandbreite ist jedoch noch weitaus höher. Die Zahl der nicht proteinogenen Aminosäuren liegt hier noch höher, bei etwa 250 natürlich vorkommenden Aminosäuren. Die Anzahl der künstlich erzeugten Aminosäuren, sowie die der theoretisch möglichen Aminosäuren, ist aber auch hier unendlich groß. Aminosäuren stellen wichtige Bausteine für unseren Körper dar. Aus diesem Grund sind sie proteinbildend und sehr wichtig für die Bildung von Haut, Knochen, Haaren, Antikörpern, Hormonen und Blut.

 

Aufgabe von Eiweiß im menschlichen Körper

Die Eiweiße bilden neben Fetten und Kohlenhydraten einen der wichtigsten Bestandteile der menschlichen Nahrung. Während Fette in Lebensmitteln auch einmal fehlen können, muss dem menschlichen Körper ständig Eiweiß zugeliefert werden, da er selbst kein Eiweiß herstellen kann. Der Körper eines Menschen besteht aus bis zu 20 Prozent Eiweiß, dabei wird das Eiweiß ständig auf- und wieder abgebaut. Im Gegensatz zu den Fetten und den Kohlenhydraten enthält das Eiweiß Schwefel und Stickstoff. Auch diese stellen für den Körper lebenswichtige Bestandteile dar. Im Darm werden Eiweiße durch Enzyme wieder zu ihrer Grundform der Aminosäure zerlegt. Dies liegt daran, dass die mit der Nahrung aufgenommenen Eiweiße eine andere Form beziehungsweise eine andere Aminosäurenkombination aufweisen, als die Eiweiße, die sich im menschlichen Organismus befinden. Haben die Eiweiße den Darm passiert, werden sie entsprechend den Anforderungen des menschlichen Körpers neu zusammengesetzt. Die Zusammensetzung von Eiweißen ist sehr verschiedenartig und setzt sich aus mehr als 100 Aminosäuren zusammen. Auch der Aufbau jedes Eiweißes ist individuell. Jedoch hat jede Aminosäure ihre bestimmte Reihenfolge, die man auch als Sequenz bezeichnet. Aus diesem Grund entstehen auch für jedes Eiweiß spezifische Eigenschaften. Schätzungsweise etwa 50.000 verschiedene Proteine mit verschiedenen Aufgaben befinden sich im menschlichen Körper. Körpereigene Eiweiße werden dabei aus etwa 20 verschiedenen Aminosäuren aufgebaut. Unterschieden wird dabei zwischen nichtessenziellen Aminosäuren, die vom Körper selbst hergestellt werden können und 10 essenziellen Aminosäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.

 

Wie viel Eiweiß ist gesund?

Fehlt dem Körper Eiweiß, zeigt sich dies sehr schnell. In früheren Zeiten, in denen kaum Nahrung vorhanden war, litten viele Menschen an Eiweißmangel. Ein logischer Schluss war dann, je mehr Eiweiß man zu sich nimmt, um so besser ist dies für den Körper. Doch der Eiweißbedarf eines Menschen wird oft überschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als täglichen Bedarf an Eiweiß bei Erwachsenen 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und bei Kindern 0,9 Gramm Eiweiß pro Kilogramm. Bei Kindern liegt der Wert etwas höher, da diese sich noch im Wachstum befinden. Ist dieser Bedarf gedeckt, wird der menschliche Körper mit allen wichtigen Lebensbausteinen versorgt. Laut Untersuchungen nimmt der Durchschnittsbürger aber fast doppelt so viel an Eiweiß zu sich, als die empfohlene Tagesmenge, bei der sogar etwas mehr berechnet wurde, um eine niedrige Protein-Qualität oder Situationen, in den einen Mehrbedarf besteht, wie zum Beispiel bei Stress, auszugleichen. Auch wer glaubt, sportliche Aktivitäten oder zunehmendes Alter würde den Bedarf noch einmal erhöhen, liegt falsch. Ein weiterer Irrglaube ist die Vermutung, Vegetarier würden an Eiweißmangel leiden. Zwar wird aus pflanzlichen Proteinen weniger Körpereiweiß hergestellt als aus tierischen, aber diese sind daher nicht als minderwertig zu bezeichnen. Durch eine Kombination von verschiedenen Eiweißträgern lässt sich die biologische Wertigkeit von pflanzlichen und tierischen Proteinen deutlich steigern.

 

Wie bemerke ich einen Eiweißmangel beziehungsweise eine Überversorgung mit Eiweiß

Ein Eiweißmangel macht sich unter anderem durch Wasseransammlungen, Verlust von Muskelmasse, Ermüdung und einer verminderten Leistung des Immunsystems bemerkbar. Generell kommt es jedoch nur zu einem Eiweißmangel, wenn bestimmte Erkrankungen wie Leberfunktionsstörungen oder Darmerkrankungen vorliegen. Aber auch bei extremen Diäten kann es zu einem Eiweißmangel kommen. Eine Überversorgung des Körpers mit Eiweiß kann die Gesundheit des Menschen ebenfalls negativ beeinträchtigen. So kann durch eine länger anhaltende eiweißreiche Kost der Harnsäurespiegel im Blut deutlich steigen. Zur Folge tritt Gicht ein. Ebenfalls kann Osteoporose durch eine hohe Eiweißzufuhr entstehen. Dies liegt daran, dass durch die hohe Eiweißzufuhr mehr Kalzium in den Nieren ausgeschieden wird. Der Körper verliert somit den für die Knochen wichtigen Baustoff, die Bildung von Nierensteinen wird nun gefördert. Weiterhin werden die Nieren durch das Ausscheiden der Stoffwechselendprodukte des Eiweißstoffwechsels belastet.

 

Wie viel Eiweiß befindet sich in den Lebensmitteln?

Wer sich einmal in Eiweißtabellen umschaut wird sehen, dass mit der üblichen täglichen Kost eher zu viel als zu wenig Eiweiß aufgenommen wird. Selbst Vegetarier können durch ihre vegetarische Speisenzusammenstellung ausreichend Eiweiß zu sich nehmen. Hier nun aber ein paar Beispiele:

 

Eiweißgehalt in Lebensmitteln (pro 100g)

Linsen                                                           24 g

Mageres Rindfleisch                   22 g

Mageres Schweinefleisch          19 g

Erdnüsse                                     26 g

Magerquark                                                  14 g

Reis                                                               7 g

Joghurt und Vollmilch                4 g

Obst und Gemüse                      0 - 2 g

 

Eiweißbedarf in der Schwangerschaft und bei Kindern

Da Eiweiß eines der wichtigsten Bausteine für die menschlichen Zellen darstellt, wird dieses vordringlich zum Aufbau des neuen Lebewesens während der Schwangerschaft benötigt. Der Eiweißbedarf der Mutter während der Schwangerschaft, aber auch während der Stillzeit, ist somit weitaus höher, als der tägliche Bedarf eines Menschen. Um Mutter und Kind mit ausreichend gutem Eiweiß zu versorgen, sollten auf dem Speiseplan Eiweißlieferanten sowohl tierischen als auch pflanzlichen Ursprungs zu finden sein. Gutes pflanzliches Eiweiß ist vor allem in Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Kartoffeln und Nüssen enthalten. Tierisches Eiweiß ist dagegen in Milch und Milchprodukten, magerem Fleisch und Fisch sowie in Eiern enthalten. Generell haben Kinder einen größeren Eiweißbedarf als Erwachsene, doch durch eine frisch zubereitete Alltagskost, kann dieser Bedarf vollkommen gedeckt werden. Bekommt das Kind viel Obst, Brot mit Vollkornanteil und fettarme Milch, ist es auf jeden Fall bestens versorgt.

 

Interessantes zum Thema Ernährung:

 

Eiweiß in der Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder

Fette in der Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder

Kohlenhydrate in der Schwangerschaft, Kinder

 

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück