Dienstag, der 27.06.2017 - 19:32 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
Die Geschichte der Schule - Spiegel der Gesellschaft
[NEWS] Die Geschichte der Schule - Spiegel der Gesellschaft
1. September 2009
Anzeigen


Schule heute:

 

Ursprünglich bedeutete der Begriff Schule soviel wie Müßiggang oder freie Zeit. Erst später wandelte sich die Bedeutung in Studium oder Vorlesung. Eine Schule ist eine Bildungsanstalt, ein Ort also, an dem gelernt und gelehrt wird.


In Deutschland gibt es eine allgemeine Schulpflicht ab sechs Jahren. Zuerst besuchen die Kinder die Grundschule. Mit dem achtzehnten Lebensjahr endet diese Pflicht, die Schule zu besuchen. Nach der Grundschule können weiterführende Schulen besucht werden, wie das Gymnasium oder die Realschule. Je nach Art des Schulabschlusses können weitere Bildungswege eingeschlagen werden, wie etwa der Besuch einer Universität. Vielfach verbreitet sind auch die so genannten Ganztagsschulen, in denen die Kinder den ganzen Tag über unterrichtet und in ihrer Freizeit beaufsichtigt werden.


Die Schule hat verschiedene Zwecke zu erfüllen. Sie soll qualifizieren, selektieren und Integration und Kulturvermittlung fördern. Zudem haben die Schulen ergänzend zu den Familien eine erziehende Funktion. Die Schule soll also Bildung vermitteln, außerdem die gesellschaftlichen Grundwerte. Durch oder mit Hilfe der Schule entwickeln die Kinder und Jugendlichen ihre Persönlichkeit.

 
In der Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts sind die traditionellen Schulen zunehmend in die Kritik geraten. Viele waren der Meinung, dass Schulen die Bildung eher verhinderten, als ihr förderlich zu sein. Freie Schulen wurden gegründet und der Hausunterricht wieder propagiert.


Schulen mussten sich seit jeher den Gegebenheiten der Gesellschaft anpassen, sie war aber schon immer auch Spiegel der Gesellschaft. Wissen ist Macht, Bildung war daher über Jahrhunderte hinweg stets ein Privileg der reichen Oberschicht.

 

Schule früher:


Schon im antiken Griechenland waren private Schulen verbreitet, sie waren ausschließlich den männlichen Bürgern vorbehalten, die zudem noch frei sein mussten. Die Jungen wurden in verschiedenen Fächern unterrichtet, darunter Tanz, Dichtkunst und Gymnastik. Eine besondere Bedeutung kam der Erziehung in Sparta zu. Die Söhne der Adligen wurden dort in den Erziehungshäusern auf ein Leben als Krieger gedrillt. Auch Mädchen wurden eher hart erzogen und auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet. Rund dreihundert Jahre vor Christus war in Griechenland die Bildung fast allen freien Bürgern zugänglich, gleich, ob Mädchen oder Junge. Die Alphabetisierung war von großer Bedeutung.


Bis zum fünfzehnten Lebensjahr wurden die Söhne römischer Bürger von ihren Vätern erzogen und auf ein Leben als Krieger vorbereitet. Sie erhielten Unterricht im Lesen, Schreiben, Rechtslehre und im Rechnen sowie in der Waffenkunde. Rund dreihundert Jahre vor Christus verbreiteten sich Einflüsse des griechischen Schulsystems in Rom. Griechische Sklaven, die hochgebildet waren, dienten als Lehrer in privaten Häusern. Es entstanden erste Grammatikschulen, in denen Fächer wie Sprache, Mathematik und griechischen Literatur gelehrt wurden. Es gab sogar schon höhere Schulen, das waren die so genannten Rhetorikschulen.


Nach dem Niedergang Roms kam den Kirchen die Bedeutung als Bildungsträger zu. Sie vermittelten das christliche Gedankengut und das Wissen aus der Antike. Über Irland wurde das Wissen nach ganz Europa gebracht. Vor allem die Klöster waren für die Übermittlung von Wissen von ganz besonderer Bedeutung. Es wurde dabei in die inneren und in die äußeren Schulen unterschieden.

 

Jungen und Mädchen wurden in den inneren Schulen für ihr späteres Leben als Nonne oder Mönch ausgebildet. Die äußeren Schulen waren den so genannten Laienkindern vorbehalten. Dies waren Kinder von zumeist Adligen und der Unterricht wurde auf Latein abgehalten. Geschichte und die Unterweisung in der Religion machten den Großteil des Unterrichts aus. Später erfolgte der Unterricht in den sieben freien Künsten, den „Septem Artes liberales“. Es gab verschiedene Abschlüsse, wie das Trivium, das über Grammatik, Rhetorik und Didaktik ging, und das Quadrivium, das zudem Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik beinhaltete.


Bald begann der Staat damit, das Bildungsideal, das bis dahin nur von der Kirche getragen wurde, zu fördern. Etwa um 800 wurden erste Hofakademien gegründet, damals noch von Karl dem Großen. Bildung sollte damit zum allgemeinen Gut werden können. Die Bildung des Volkes und die Unterweisung in der Religion sollten durch die Einführung eines Schulzwanges erfolgen.


Ab ungefähr 1250 blühten die Städte durch Gewerbe und Handel wieder auf und es gab neben den kirchlichen auch die städtischen Schulen. Hier wurde ein Lehrerstand aufgebaut und die geistlichen Bildungsträger wurden zunehmend verdrängt. Die Rektoren der Dom- und Klosterschulen wurden nach und nach durch Schulmeister der Stadtschulen ersetzt. So entstand die Grundlage der späteren Volksschulen in Deutschland. An den Schulen herrsche eine harte und mitunter grausame Erziehung. Es wurde Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt, was nicht unter Androhung und Durchführung von Strafen erfolgte.


Der Unterricht wurde zunächst noch in Latein abgehalten, doch schon bald setzte sich Deutsch als Sprache für den Unterricht durch. Ein schlechtes Ansehen hatten die so genannten Winkelschulen, das waren private Einrichtungen, in denen schlecht ausgebildete Lehrer oder Kleriker als Lehrer tätig waren.

 

Schule 17. Jahrhundert:


Zu Zeiten der Reformation und der Religionskriege waren die Schulen einer Konfessionalisierung unterworfen. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts aber bahnte sich die Moderne ihren Weg, was mit der Einführung eines neues Bildungsideals einherging. Es kam zu bahnbrechenden Neuerungen in der Naturwissenschaft und Forschung, es gab immer neue Erfindungen und Entdeckungen. Der Realismus war eine neue Strömung, die sich auch in der Bildung durchsetzte. Kinder und Jugendliche wurden in den nun institutionalisierten Schulen planmäßig unterrichtet und es gab den Anspruch, „alle alles gründlich zu lehren“, wie es Bischof Johann Comenius aussprach. Dieser Bischof entwarf ein Schulsystem, das auf vier Stufen aufbaute. Damit sollte allen Kindern Zugang zu Bildung ermöglicht werden.

 

Schule 19. Jahrhundert:


Die Idee, dass das ganze Volk Bildung erhalten sollte, setzte sich aber nur recht langsam durch. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein großer Schritt auf das Kind zu gemacht und es wurden Strukturen der Erziehung und der Ausbildung ausgearbeitet, die so noch heute teilweise Bestand haben. Das Lernen wurde auf das jeweilige Alter und die Fähigkeiten des Kindes abgestimmt und es ging um eine ganzheitliche Erziehung.


Wilhelm von Humboldt machte sich für die Gründung von Elementarschulen stark, die das erste Glied in der Ausbildung aller schulpflichtigen Kinder sein sollten. Sie waren mit den heute bekannten Grundschulen vergleichbar. Es entstanden zudem erste Gymnasien. Diese höheren Schulen sollten auf den Staatsdienst vorbereiten oder darauf, eine Universität zu besuchen. Ab dem Jahr 1837 gab es verpflichtende Lehrpläne in den Schulen. Es wurde zudem dagegen vorgegangen, dass die Inhalte des Unterrichtes willkürlich ausgewählt wurden und dass die Lehrer nicht ausreichend ausgebildet worden waren. Mittelschulen wurden besucht, welche Vorläufer der heute bekannten Realschulen waren, und mit Abschluss dieser Schulen konnte die mittlere Reife abgelegt werden. Damit wurde der Zugang zur mittleren Beamtenlaufbahn geschaffen.

 

Verstaatlichung des gesamten Schulwesens:


Das gesamte Schulwesen wurde verstaatlicht und mit den immer neuen pädagogischen Erkenntnissen und Reformen wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Die vorher schon geltende Pflicht zum Schulbesuch konnte nur in sehr geringem Maße tatsächlich durchgesetzt werden. Im Jahr 1816 zum Beispiel lag die Anzahl der Kinder, die eine Schule besuchten, nur bei rund 46 Prozent, im Jahr 1846 aber schon bei 60 Prozent.

 

Damals: Unterschied Arm und Reich, Mädchen und Jungen:


Noch einmal zu Arm und Reich: In der Zeit des Mittelalters gab es zwei Arten von Schulen, nämlich die Werktagsschule und die Feiertagsschule. Die Schulen waren klein und meist wurden die Klassen in einem einzigen Raum unterrichtet. Der Unterricht selbst fand von Montag bis Samstag statt. Allerdings waren viele Kinder armer Familien nicht beim Unterricht anwesend, da sie oft zu Hause eingespannt waren. Die Befreiung vom Schulunterricht war für die Eltern kein Problem. Die Schule war bis zur achten Klassen kostenfrei, das heißt, weiterführenden Unterricht konnten sich die Eltern in der Regel ohnehin nicht leisten und höhere Bildung war den Kindern reicher Eltern vorbehalten.


Ein weiterer Unterschied bestand in den Schulen für Mädchen und für Jungen. Mädchen sollten in erster Linie auf ihre späteren Aufgaben als Hausfrau und Mutter vorbereitet werden, sie mussten Kinder erziehen lernen, alles über Hausarbeit wissen und Handarbeiten erledigen können. Erst ab dem 18. Jahrhundert wurde auch Mädchen Schreiben, Lesen und Rechnen beigebracht. Doch auch danach wurde in den höheren Schulen am meisten das unterrichtet, was die Mädchen auf ihr Leben an der Seite eines Ehemannes vorbereiten sollte. Diese Schulen mussten von den Eltern bezahlt werden und waren somit armen Familien ebenfalls vorenthalten.

 

Frauen durften auch nicht an den Universitäten studieren, das Studium war Männern vorbehalten. Erst mit der Schulreform änderte sich das.

 

Interessantes:

Geschichte Schule

Geschichte Kaiserschnitt

Geschichte Schnuller

Geschichte Windel

Geschichte Babyflasche

Geschichte Teddybär

Geschichte Puppe

Geschichte Kinderwagen

Geschichte Spielzeug

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück

Aktuelles     Neuigkeiten     Tipps
13. März 2013
  Eine Melodie kann viele Menschen faszinieren und sie in ihren Bann ziehen. Diese Tatsache bezieht sich auch auf Kinder. Viele Kinder sehen in einem Musikinstrument die Chance, ihre Kreativität ausz... Weiterlesen
 
8. Januar 2013
Für viele Kinder es ist der wichtigste Tag im Jahr und bereits viele Wochen im Voraus kann es der Nachwuchs kaum noch abwarten, bis der Geburtstag endlich stattfindet. Schließlich wird er lediglich e... Weiterlesen