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Babyzeichensprache - ABC der Zwergensprache
[NEWS] Babyzeichensprache - ABC der Zwergensprache
3. Januar 2011
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Was sind Babyzeichen (Zwergensprache)?

 

Babyzeichensprache (auch: Babygebärdensprache, Zwergensprache) ist eine vereinfachte Version der Gehörlosen-Gebärdensprache. Sie wird verwendet, um die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern, die noch nicht sprechen können, zu vereinfachen. Mithilfe von einfachen Zeichen können sich die Kinder verständigen und den Eltern oder anderen Bezugspersonen mitteilen, was sie wollen oder nicht wollen, statt in Weinen auszubrechen und die Nerven der Eltern zu strapazieren.

 

Als angenehme Nebenwirkung von Babyzeichensprache gilt zum Beispiel, dass Kinder, die damit aufgewachsen sind, oft leichter lesen und schreiben lernen und auch sonst weniger Probleme bei der Begriffsbildung im Spracherwerb haben, als andere Kinder. Ob das für alle Babys gilt, ist allerdings bis jetzt mangelhaft bewiesen.

 

Die Babyzeichen werden im Alltag parallel zum Sprechen verwendet und bezeichnen Objekte, Tätigkeiten, Eigenschaften, die dem Baby bekannt sind. Nach und nach lernt das Baby, das Zeichen mit der Aktion zu verbinden und setzt es entsprechend ein.

 

Die Theorie dieser Methode ist nach wie vor umstritten (wobei es mittlerweile etliche Studien gibt, die sich mit diesem Phänomen und seinen Auswirkungen beschäftigen), doch zahlreiche Erfahrungsberichte von Eltern, die zuerst skeptisch gestimmt waren, und dann doch eingesehen haben, dass die Methode funktioniert, beweisen, dass es anscheinend eine gute Lösung für viele Familien ist.

 

Ab wann kann Babyzeichensprache (Zwergensprache) eingesetzt werden?

 

Die Babyzeichensprache wird bei Kindern ab ca. 6-9 Monaten erfolgreich angewendet. Doch selbst bei älteren Kindern, die bereits über ein Jahr alt sind, hat sich gezeigt, dass die Zeichensprache ihnen hilft, den Wortschatz zu erweitern. Sie unterstützt das Sprechenlernen durchaus und erweitert das Vokabular der Kinder, sodass ihnen mehr Begriffe zur Verfügung stehen, um sich zu verständigen.

 

Welche Vorteile hat der Einsatz von Babyzeichensprache?

 

Stellen wir uns vor, ein 9 Monate altes Kind will seiner Mutter mitteilen, dass es Hunger hat. Was macht es normalerweise? Es weint. Wie kann man Weinen interpretieren? Unterschiedlich. Wie also schafft es das Kind, der Mutter gezielt mitzuteilen, dass es Hunger hat? Mithilfe von Zeichensprache! Wenn es ein bestimmtes Zeichen gibt, was das Kind verwendet, um "Hunger" zu signalisieren, und wenn die Mutter dieses Zeichen kennt, wird die Situation deutlich vereinfacht.

 

Die Babyzeichensprache hat keineswegs als Ziel, aus jedem Baby ein Genie zu machen! Was sie aber bezwecken will und kann, ist, die Kommunikation zwischen Baby und Eltern deutlich zu vereinfachen und effektiver zu machen. Sowohl das Baby als auch die restlichen Familienmitglieder sind wesentlich zufriedener, wenn das Kind sich verständigen kann und mitteilen kann, was es möchte, was ihm gefällt, was ihm fehlt, usw.

 

Die Vorteile für Babys sind, zum Beispiel, dass sie seltener frustriert sind (was davon herrührt, dass sie sich missverstanden fühlen, wenn die Eltern nicht schnell genug darauf kommen, weshalb das Baby weint), dass sie das Gefühl haben, man verstehe ihre Bedürfnisse. Auch umgekehrt versteht das Baby besser, was die Eltern ihm mitteilen möchten, da sie das Gesagte stets mit Zeichen unterstützen. Häufig lernt das Baby auch früher sprechen, wenn es mit der Zeichensprache aufwächst. Das Nachahmen der Zeichen unterstützt auch die Entwicklung der Motorik. Die linke und rechte Gehirnhäften werden gleichmäßig durch den Lernprozess einbezogen, da akustische Reize (Sprache) mit den visuellen Reizen (Zeichen) aneinandergekoppelt werden. Obendrein ist das Baby besser gelaunt, weil es häufige Erfolgserlebnisse hat - jedes Mal, wenn es sich verständigen kann oder wenn es versteht, was die Eltern oder Geschwister ihm mitteilen wollen. Außerdem ist die Bindung zu den Eltern und Geschwistern häufig intensiver, als ohne den Einsatz der Zeichensprache.

 

Die Vorteile für Eltern und andere Bezugspersonen der Babys sind, zum Beispiel, weniger Frustration im Umgang mit dem Kind, mehr Einblick in die Welt des Kindes (es kann deutlicher kommunizieren, statt einfach Laute von sich zu geben, die missinterpretiert werden können). Der Umgang mit dem Baby macht allen Beteiligten mehr Spaß und gleichzeitig ist es ein besonderes Erlebnis, bei dem man sicher sein kann, dass das Kind altersgemäß gefördert wird und in seiner natürlichen Entwicklung unterstützt wird.

 

Wo und wie kann man es lernen?

 

Überall in Deutschland werden Zwergensprache-Babykurse angeboten sowie Zwergensprache-Workshops für Eltern und Betreuer(innen). Erstere sind für Babys im Alter von 0 bis 2 Jahren gedacht. Mit Spaß und Musik lernen die Babys die Zeichensprache im Alltag zu verwenden. Sie erlernen mithilfe von Spielen und Kinderliedern das "Grundvokabular", was sie dann zu Hause einsetzen können. Die Anfängerkurse dauern 12 Wochen. Danach können Kurse für Fortgeschrittene besucht werden, die 6 Wochen dauern und für Kinder ab 1 Jahr konzipiert sind.

 

Die Workshops für Eltern beinhalten die Einführung in die Zwergensprache. Sie dauern in der Regel 2-3 Stunden und sich besonders gut geeignet für berufstätige Eltern oder andere Bezugspersonen.

 

Ob es einen Kurs bei Ihnen in der Nähe gibt, können Sie der folgenden Karte entnehmen: http://www.babyzeichensprache.com/termine.php. Für Informationen kontaktieren Sie bitte Vivian König von der Zwergensprache GmbH, Schkeuditzer Str. 10, 04420 Markranstädt. E-Mail: Info at babyzeichensprache.com

 

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