Heuschnupfen durch Pollen
Die wohl am meisten verbreitete Allergie ist die Pollenallergie. Circa 15–20 % der Deutschen leiden darunter. Mit Pollen ist der Blütenstaub der Pflanzen gemeint. Pollen gibt es von Februar bis Oktober. Die Kernzeit bildet das Frühjahr und der Sommer. Ab Februar gibt es bereits einzelne blühende Bäume, wie beispielsweise die Haselnuss. Im Frühjahr fängt so ziemlich alles an, zu blühen. Zahlreiche Blumensorten, Sträucher und Obstbäume. Im Sommer haben dann Gräser und Getreidepollen Hochkonjunktur. Die allergische Reaktion auf Pollen ist in erster Linie der Heuschnupfen. Hinzu kommen dann meist auch noch tränende und juckende Augen. Wenn man genau weiß, gegen welche Pollen das Kind allergisch ist, sollte man sich auf jeden Fall einen Pollenflugkalender zulegen und auf die Pollenflugankündigungen in den Medien achten. Dann kann man sich darauf einstellen und bereits im Vorfeld entsprechende Maßnahmen ergreifen: zum Beispiel, dass man an diesen Tagen Fenster und Türen geschlossen hält und erst in den Abendstunden mit dem Kind nach draußen geht. Mit einem Heuschnupfen ist nicht zu spaßen, da dieser irgendwann in ein allergisches Asthma übergehen kann.
Hausstaub-Allergie (Milben)
Die Hausstaub-Allergie, die etwa 10 % hierzulande ausmacht, wird durch Milben verursacht, genauer gesagt durch deren Kot. Die spinnenartigen Tierchen leben dort, wo sich der Mensch am meisten aufhält und der Körperkontakt am intensivsten ist. Das ist in der Regel das Bett und die Couch. Im Stoff bleibt nämlich der Staub am besten hängen und dort verliert der Mensch die meisten Hautschuppen. Hautschuppen sind das Hauptnahrungsmittel der Hausstaubmilbe. 1-2 Gramm Hautschuppen decken den Tagesbedarf für 1,5 Mio. Milben. Die kleinen, bis zu 0,5 mm großen Spinnentierchen scheiden im Laufe ihres Lebens das bis zu zweihundertfache ihres Gewichtes an Kot aus. Die Milben als solches sind harmlos und übertragen auch keine Krankheiten. Sie fühlen sich in einem feuchtwarmen Klima am wohlsten. Das Milbenallergen besteht das ganze Jahr über. Im Spätsommer und im Herbst ist die Milbenkonzentration am höchsten. Im Winter sterben die Milben. Das geschieht aufgrund der trockenen Heizungsluft. Allerdings ist dann die Belastung durch die Allergene am stärksten, da die Milben zerfallen und diese zusätzlich eingeatmet werden. Die Tatsache der Milbenansammlung in einem Haushalt hat nichts mit Unsauberkeit zu tun.
Schimmelpilz-Allergie
Bei einer Schimmelpilz-Allergie sind die sogenannten Sporen die Verursacher. Die Sporen sind die Samen bzw. Pollen der Schimmelpilze und dienen der Fortpflanzung. Bevorzugt entstehen sie an Stellen organischen Ursprungs, dort wo es feucht und warm ist. Insbesondere also Papier, Tapeten, Pflanzen, Lebensmittel, Polster, Kühlschrank. Das kann sowohl in der Küche, im Badezimmer, im Keller, im Garten als auch in den Schlafzimmern der Fall sein. Im Prinzip können sich die Schimmelpilze fast überall ansiedeln. Wenn die warme Luft in den Wohnräumen Feuchtigkeit aufnimmt und nicht entsprechend abgeführt wird oder werden kann, entsteht Kondenswasser. Dieses Wasser wird dann beispielsweise durch die Tapete aufgenommen und bietet den idealen Nährboden für Schimmelpilze. Aber auch Lebensmittel, insbesondere Obst, Gemüse und Getreide werden bekanntlich von Schimmelpilzen befallen. Sie führen zum Verderb dieser Lebensmittel.
Insektengift-Allergie
Es reagieren etwa 3 % der Deutschen auf Insektenstiche allergisch. Wenn das Kind von einer Wespe oder Biene gestochen wird, kommt es zuerst zu einer Rötung, Schwellung und Brennen der Einstichstelle. Das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers. Sollten hingegen noch weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Schwindel oder Übelkeit hinzukommen, besteht Handlungsbedarf. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock. Beginnend mit Kribbeln oder Brennen der Zunge und zu den bereits vorgenannten Symptomen kommen eventuell noch Krämpfe, Erbrechen, Angstzustände und Atemnot hinzu. Diese allergische Reaktion ist lebensbedrohlich. Hier muss das Kind sofort notärztlich versorgt werden.
Allergisch auf Arzneimittel
Medikamente können eine allergische Reaktion auslösen. Meist macht sich diese erst nach mehrtätiger Einnahme bemerkbar. Auch Medikamente, die injiziert werden oder Impfungen können zu allergischen Reaktionen führen. Zu den häufigsten allergischen Reaktionen gehören Hautveränderungen oder Hautkrankheiten. Etwas seltener sind Magen-Darm-Probleme, Atemnot oder ein anaphylaktischer Schock. Man sollte auf jeden Fall den Beipackzettel eines Medikaments aufmerksam durchlesen. Meist wird hier unter Nebenwirkungen bereits angezeigt, dass es zu allergischen Komplikationen führen kann. Auch sollte abgeklärt werden, welche zusätzlichen Inhaltsstoffe darin enthalten sind. Wenn also irgendeine Allergie oder Unverträglichkeit vorhanden ist, sollte dies auf jeden Fall dem Arzt im Vorfeld mitgeteilt werden.
Kontaktallergie
Wie der Name Kontaktallergie schon aussagt, erfolgt eine allergische Reaktion durch Kontakt mit den Allergenen auf der Haut. Bei Kindern sind dies insbesondere Allergene, wie Duftstoffe, Nickel, Konservierungsstoffe, die beispielsweise in Pflegeprodukten enthalten sind. Kommt das Kind damit in Berührung, entsteht meist ein Kontaktekzem. Die wohl am meisten verbreitete Kontaktallergie ist die Nickelallergie. Nickel findet sich vor allem in Modeschmuck, aber auch in der Kleidung kann dieses Allergen vorhanden sein. Kontaktallergien sind auch häufig in bestimmten Berufsgruppen vertreten. Dazu gehören Friseure, die unter Hautekzemen leiden, die durch Haarpflegemittel oder Färbemittel ausgelöst werden, Bäcker, die eine Kontaktallergie gegen Mehl haben oder Reinigungskräfte, die viel mit den verschiedensten Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Sehr häufig ist hier ein Berufswechsel unumgänglich.
Nahrungsmittel-Allergie
Von der Lebensmittel-Allergie sind rund 5 % in Deutschland betroffen. Vor allem Kinder leiden am meisten darunter. Für Kinder ist es meist schwierig, abzuschätzen, welche Nahrungsmittel sie essen dürfen und welche nicht. Die häufigsten Lebensmittel, die bei Kindern eine Allergie auslösen, sind:
– Milch
– Hühnerei
– Weizen
– Fisch
– Soja
– Nüsse
Heuschnupfen tritt häufig in Kombination mit einer Nahrungsmittel-Allergie auf. Man spricht hier von einer sogenannten Kreuzallergie. Wenn man also eine Baumpollen-Allergie hat, kann dies zum Beispiel zu einer möglichen Kreuzallergie unter anderem mit Pfirsich, Kirsche, Apfel und Haselnüssen führen. Das kommt daher, dass diese vom Aufbau her mit dem der Baumpollen ähnlich sind.
Im Bezug auf Nahrungsmittel spricht man auch von einer Pseudo-Allergie. Die Symptome sehen aus wie bei einer allergischen Reaktion, obwohl hierbei keine Allergie vorliegt. Es ist nur so, dass der Körper überempfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert. Dies können bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente sein.
Sonnenallergie
Die Sonnenallergie ist ein zusammenfassender Begriff für verschiedene allergische Hautreaktionen, die durch UVA-Strahlen hervorgerufen werden. Man unterscheidet vier verschiedene Hautreaktionen. Circa 90 % der Sonnenallergie Betroffenen leiden unter der sogenannten polymorphen Lichtdermatose. Wenn die Haut sehr lange keinen Sonnenstrahlen ausgesetzt war, reagiert man häufig mit dieser Art der Sonnenallergie. Stark juckende Bläschen, Knötchen oder Quaddeln sind dann die Folge. Meist sind Hals und Dekolleté und bei Kindern das Gesicht betroffen. Wenn man sich nach einigen Wochen an die Sonne gewöhnt hat, verschwinden diese Symptome in den meisten Fällen. Bei Kindern, die so auf die Sonnenstrahlen reagieren, ist es wichtig, dass die Haut langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnt wird, in dem man Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor und hohem UVA-Filter verwendet.
Tierhaare
Die Tierhaar-Allergie ist auch sehr verbreitet. Dabei sind es nicht die Tierhaare selbst, die eine Allergie auslösen. Vielmehr sind es die Hautschuppen und die Sekrete der Tiere. Ganz besonders bei Katzen, die sich selbst mit ihrer Zunge pflegen und reinigen. Diese Haare werden dann von Kindern eingeatmet und führen zu einer allergischen Reaktion wie Asthma. Aber auch der Hautkontakt mit den Tierhaaren kann bereits eine Nesselsucht auslösen. Die einfachste Möglichkeit um diese Allergie zu vermeiden, besteht darin, sich von Tieren fernzuhalten. Wobei man bei einer Tierhaar-Allergie differenzieren kann. Wenn man gegen Hundehaare allergisch ist, kann sich das auf eine bestimmte Rasse beziehen. In diesem Fall kann man dem Kind den Wunsch von einem Haustier vielleicht doch erfüllen. Leidet man allerdings an einer Katzenhaar-Allergie, trifft dies auf nahezu alle Katzenrassen zu. Die Häufigkeit einer Tierhaar-Allergie schließt sich gleich der Pollen- und Hausstaub-Allergie an.
Interessantes zum Thema:
Allergien - Allgemeines - Allergierisiko in der Schwangerschaft
Faktoren, die das Allergierisiko beeinflussen
Wie entsteht eine Allergie
Die häufigsten Allergene
Allergie Tagebuch
Allergie - Was können Eltern tun? Vorbeugung nach der Geburt
Heuschnupfen - Tipps und Hilfe im Alltag
Hausstaub Allergie - Tipps und Hilfe im Alltag
Verdacht auf Allergie - Allergietests
Allergietherapien und Behandlungen
Pollenflugkalender
Zöliakie Gluten-Unverträglichkeit bei Kleinkindern
Laktose Intoleranz
Fruktose Unverträglichkeit