Dienstag, der 24.10.2017 - 09:35 Uhr
 
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Wurmerkrankungen bei Kindern
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[KINDERKRANKHEITEN] Wurmerkrankungen bei Kindern


Allgemeines

Der Aufenthalt für Kinder im Freien birgt neben Abenteuern und Erlebnissen auch einige gesundheitliche Risiken. Dabei kann Obstnaschen, Tierstreicheln oder Sandessen einen Aufenthalt von ungebetenen Gästen im Körper verursachen. Wurmerkrankungen, oder auch Helminthiasis genannt, treten deshalb vor allem bei Kindern auf. Bei dem Parasit kann es sich dann je nach Form des Befalls um einen Zwischenwirt oder Endwirt handeln.

 

Arten von Würmern

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten von Würmern beziehungsweise Wurmerkrankungen, die den Menschen betreffen. Hierzu gehören primär die Plattwurm-Gruppe, die sich in Bandwürmer und Saugwürmer unterteilen lässt, sowie die Fadenwürmer, oder auch Rundwürmer benannt.

 

Einer der häufigsten Parasiten beim Menschen ist der Bandwurm mit etwa 3.500 verschiedenen bekannten Arten, dessen Wurmerkrankung als Taeniasis bezeichnet wird. Ihn zeichnet eine überdurchschnittliche Anpassungsfähigkeit aus, die es ihm ermöglicht sich im menschlichen Darm einzuquartieren. Hierzu gehört beispielsweise die Außenhülle (Neodermis), die ihm sowohl die Nahrungsaufnahme als auch den Schutz vor Verdauungssäften beziehungsweise Enzymen ermöglichen. Außerdem besitzt er am Vorderende oftmals Saugnäpfe oder Haken, mit denen er sich an die Darmwand des Wirtes heften kann. Die meisten Arten der Bandwürmer gehören zu der Untergruppe der Echten Bandwürmer, sind Zwitter und können sich entsprechend selbst befruchten. Die so genannten Proglottiden, die zur Aufbewahrung der Eier dienen, werden dann durch den Endwirt ausgeschieden. Für den Menschen gefährlich können der Hundebandwurm sowie der Fuchsbandwurm sein, wobei der Mensch hierbei als (Fehl-) Zwischenwirt fungiert. Die Larven durchdringen dabei die Darmwand und setzen sich in Organen, meist der Leber, ab. Dabei kommt es dann zu schweren Beschwerden, die schließlich sogar zum Tod führen können.

 

Während die Bandwürmer Längen von mehreren Metern annehmen können, bleiben die Saugwürmer meist nur wenige Zentimeter groß. Neben dem Saugnapf am Vorderende kann sich der Saugwurm auch durch einen zusätzlichen Saugnapf auf der Unterseite anheften. Der Mensch dient hierbei ebenfalls meist als Endwirt, die Wurmerkrankung beschränkt sich auf den Verdauungstrakt. Hierbei werden die Larven ebenfalls über den Kot ausgeschieden. Allerdings ist auch ein Befall von Blut, Leber oder Lunge beim Menschen möglich. Die entsprechende Wurmerkrankung nennt sich Zerkarien-Dermatitis oder Bilharziose.

 

Die Gruppe der Fadenwürmer ist sehr vielseitig. Bekannte Parasitenarten sind zum Beispiel der Spulwurm, der nur Menschen oder bestimmte Tiere befällt. Dessen Eier sind extrem resistent und können drei bis vier Jahre lang gefährlich sein. Die Larve, die vom Wirt aufgenommen wird, landet meist zunächst im Dünndarm. Allerdings kann diese infolge dessen die Darmwand durchdringen und durch die Blutbahn bis zu den Lungen und schließlich zum Kehlkopf wandern, wo die Larve im Endstadium schließlich ausgeworfen oder erneut heruntergeschluckt wird. Hierdurch landet der Spulwurm dann erneut im Darm, wo er dann heranreift und etwa täglich 200.000 Eier ablegen kann. Auch der Madenwurm gehört zu den Fadenwürmern und ist neben dem Spulwurm der häufigste Fall einer Wurmerkrankung. Etwa 500 Millionen Befalle werden pro Jahr registriert, wobei sich vor allem Menschen, weniger Tiere, als Wirt eignen. Bei einer solchen Wurmerkrankung, namens Enterobiasis oder auch Oxyuriasis, werden die Eier durch unbeabsichtigte Inhalation aufgenommen. Diese durchwandern anschließend den Magen und landen im Darm, wo sich die Larve schließlich fortentwickelt und schließlich erneut Eier ablegt. Der Aufenthalt im Wirt beschränkt sich beim Madenwurm jedoch auf den Darm, ein Befall von anderen Organen ist nicht möglich.

 

Ursachen

Eine Wurmerkrankung geht im Regelfall mit mangelnder Hygiene einher. Vor allem dann ist eine Infektion mit dem Parasit nicht selten. Allerdings kann auch die unsachgemäße Zubereitung von Nahrungsmittel eine Erkrankung verursachen, beispielsweise wenn das Fleisch von Rind und Schwein noch relativ roh ist; Gleiches gilt für Fisch. Hierdurch werden dann meist Bandwürmer übertragen. Der Hundebandwurm kann durch Kontakt mit Hundekot übertragen werden, der Fuchsbandwurm beim Verzehr von ungewaschenen Beeren, was oftmals bei Kindern auftritt. Durch Kontakt mit von Eier befallenen Gegenständen und dem anschließenden Weg zum Mund lässt sich außerdem der Spulwurm übertragen, der ebenfalls sehr häufig bei Kindern auftritt.

 

Therapie

Um Wurmerkrankungen zu behandeln, greift der Arzt meist zu sogenannten Wurmmedikamenten zurück, die für jede Wurmart erhältlich ist. Vor allem bei Bandwürmern wird der Parasit außerdem durch einen operativen Eingriff entfernt. Konnten Larven des Wurms jedoch die Darmwand durchdringen und sich anderweitig im Körper festsetzen, so ist eine lang anhaltende medikamentöse Therapie vonnöten.

 

Vorsorge

Grundsätzlich sollten Eltern mit ihren Kindern den Arzt aufsuchen, wenn sich Symptome wie nächtlicher Juckreiz am Anus, plötzlicher Gewichtsverlust oder Schlafmangel beim Kind einstehen. Gleiches gilt für Blutungen aus dem Darm, blutiges Erbrechen und Husten. Zur Vorsorge ist außerdem eine gründliche Hygiene zur Vermeidung einer Infektion wichtig. Hierzu gehört auch ein adäquater Umgang mit Lebensmitteln, wie Fleisch oder Waldbeeren.

 

Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwedet werden.

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