Beim Tourette-Symptom handelt es sich um eine neurologische Störung, die sich in vielfältigen motorischen und vokalen Tics äußert, deren Ursache bislang noch nicht eindeutig geklärt werden konnte. Zum ersten Mal wurde diese Erkrankung von Gilles de la Tourette, einem französischen Arzt Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben, nach dem sie auch benannt wurde.
Diese nüchterne Beschreibung beschreibt nur im Ansatz, was Betroffene durchmachen, die an dieser Krankheit leiden. Denn obwohl, diese Erkrankung die Lebenszeit der an Tourette Erkrankten nicht einschränkt, so beherrscht sie doch oft das gesamte Leben der Betroffenen und ihrer Familien, da die Tics oft so auffällig sind und nicht kontrolliert werden können, dass sie bei Passanten in der Öffentlichkeit bestenfalls auf Unverständnis, schlimmstenfalls gar auf blanken Hass stoßen. Es ist auch nur allzu verständlich, wenn man weiß, dass manche an Tourette Erkrankten zum Beispiel an einem Tic leiden, der sich Koprolalie nennt, was bedeutet, dass sie immer wieder den unkontrollierbaren Drang verspüren obszöne und beleidigende Worte auszustoßen.
Vom Tourette-Syndrom geplagte Menschen müssen also oft noch zusätzlich damit kämpfen, dass die Gesellschaft sich angewidert und verständnislos von ihnen abwendet. “Kann der sich denn nicht beherrschen?!” Nein, er kann nicht!
Woher diese Krankheit rührt, ist bislang noch ungeklärt, es gibt aber zahlreiche Vermutungen, die von einer durchgemachten Streptokokken-Infektion, die die Funktionen des Gehirnstoffwechsels gestört hat bis zu genetischen Faktoren geht. Meist beginnt die Krankheit zwischen den 4. und 10.Lebensjahr. Jungen sind dabei häufiger betroffen als Mädchen. Eltern die an einen Tourette-Syndrom leiden können diesen an Ihre Kinder weitervererben.
Nachdem man keine eindeutige Ursache kennt, ist es auch recht schwierig, die Erkrankung überhaupt zu diagnostizieren, denn im Grunde handelt es sich um eine Ausschluss-Diagnose. Erst wenn andere neurologische und stoffwechselbedingte Erkrankungen z.B. mittels EEG (Elektro-Enzephalogramm) ausgeschlossen wurden, kann man an Hand einer Symptomliste schließlich die Diagnose “Tourette-Syndrom” stellen.
Es gibt verschiedene Schweregrade beim Tourette Syndrom.
Mittels Tourette-Syndrom-Globalskala (TSGS) wird der Schweregrad des Betroffenen festgestellt und wie weit dieser beeinträchtigt wird.
Gering ausgeprägtes Tourette-Syndrom: wird von Außenstehenden kaum bemerkt, keine Behandlung nötig
Mässig ausgeprägtes Tourette-Syndrom: die Tics beeinträchtigen den Alltag, und werden von anderen bemerkt, soziale Abgrenzungen in Schule und Arbeit möglich.
Schwer ausgeprägtes Tourette-Syndrom: Auffällige Tics, dadurch eventuell Ausgrenzung der Gesellschaft, Behandlung meist erforderlich.
Da man die Ursache bis heute noch nicht eindeutig kennt, gibt es bisher auch keine Heilung für die Betroffenen. Es wird mittels verschiedener Therapien versucht, die Symptome in den Griff zu bekommen, hauptsächlich mit dem Ziel, die soziale Einbindung zu erleichtern.
So ist es durch viel Übung den Betroffenen vielleicht möglich, die Tics in der Öffentlichkeit zu unterdrücken und sie erst zu Hause geballt zu entladen. Neuere Forschungsergebnisse berichten auch davon, dass eine Tiefenstimulation des Gehirns eine Erleichterung bringen könnte.
Andere Syndrome:
Sturge-Weber-Syndrom
Wolf Hirschhorn Syndrom
Cri-du-Chat-Syndrom
Williams-Beuren-Syndrom
Tricho-Rhino-Phalangealen-Syndrom
Smith-Lemli-Opitz Syndrom
Pallister-Killian-Syndrom
Trisomie 13 (Pätau-Syndrom)
Angelman-Syndrom
Prader-Willi-Syndrom
Rubinstein-Taybi-Syndrom
Smith-Magenis-Syndrom
Walker-Warburg-Syndrom
Edwards-Syndrom (Trisomie 18)
Down-Syndrom (Trisomie 21)
DiGeorge Syndrom
Rett-Syndrom
Turner-Syndrom
Aicardi-Syndrom
Aicardi-Goutieres-Syndrom
Bardet-Biedl-Syndrom
Cardio-Fazio-Cutanem Syndrom
CHARGE-Syndrom
Joubert-Syndrom
Noonan-Syndrom
Schinzel Giedion Syndrom
DeMorsier Syndrom