Donnerstag, der 19.10.2017 - 05:35 Uhr
 
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[KINDERKRANKHEITEN] Nikotinsucht bei Jugendlichen - psychologische und körperliche Folgen - Vorbeugung, Tipps für Eltern

Psychologische Folgen bei Nikotinsucht

Im Gegensatz zu anderen Drogen, wie Alkohol oder Rauschmittel, entsteht bei der Nikotinsucht keine Veränderung der Persönlichkeit. Bestimmte andere Suchtmittel verändern oft die Persönlichkeit, die Veränderung ist im familiären Umkreis genauso zu spüren, wie im Freundeskreis. Die Nikotinsucht führt diese Veränderung nicht herbei, allerdings besteht auch hier die Gefahr von auffälligem Verhalten etc. Der Drang, eine Zigarette zu rauchen, kann Folgen für Partnerschaft und den elterlichen Umgang haben. Oftmals ist es egal, was andere sagen, man muss sich durchsetzen und die Sucht befriedigen. Dafür nehmen die betroffenen Jugendlichen vieles in Kauf, das Konfliktpotenzial in der Familie ist hier besonders zu benennen. Verbote der Eltern etc. bewirken oft das ganze Gegenteil, die Betroffenen nehmen eine gesellschaftliche Isolation in Kauf. Zwar ist diese Isolation ganz sicher nicht so stark ausgeprägt, wie bei Alkohol als Suchtmittel, dennoch ist sie vorhanden, teilweise gefährlich. Der Umgang mit Nichtrauchern kann schwerer fallen, das Verständnis für Nichtraucher schwindet. Psychologisch weist die Nikotinsucht also ähnliche, wenn auch nicht ganz so stark ausgeprägte Merkmale wie zum Beispiel bei der Alkoholsucht auf.

 

Körperliche Folgen

Dass eine Nikotinsucht extreme körperliche Folgen haben kann und auch hat, ist sicherlich oberflächlich jedem bekannt, auch Jugendlichen, die rauchen. In Zahlen ausgedrückt sterben an den Folgen des Rauchens in Deutschland täglich mehr als 300 Menschen, dies sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle verursacht. Über 40 krebserregende Stoffe befinden sich im Rauch von Zigaretten, statistisch gesehen leben Raucher ca. 20 Jahre weniger, als Nichtraucher. Studien zeigen, dass alle Organe im Körper angegriffen werden und je eher mit dem Rauchen begonnen wird, desto schlimmer sind die Folgen. Kinder und Jugendliche, die bereits rauchen, haben noch nicht mit der Entwicklung abgeschlossen, der gesamte Körper ist nicht zu 100 % entwickelt, beim Rauchen werden also Organe noch in der Entwicklungsphase geschädigt, was selbstredend große Folgen haben kann.

 

Lungenkrebs, Raucherbein etc. sind sicherlich Begriffe. Über 90 % aller chronischen Atemwegserkrankungen sind Folge des Rauchens. Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebserkrankungen (besonders Lunge, Speiseröhre, Kehlkopf und Mundhöhle) werden immer häufiger in Zusammenhang mit dem Rauchen beobachtet. Welche Folgen das für Jugendliche haben kann, welche enormen Schäden Organe nehmen werden, die schon in der Entwicklung mit Nikotin überhäuft werden, ist sicherlich vorhersehbar. Rauchen verursacht schwere Krankheiten, erhöht das Risiko für bestimmte Krankheiten dramatisch, ganz besonders und gerade, wenn sehr zeitig mit dem Rauchen angefangen wurde.

 

Prävention

Der Staat übernimmt scheinbar eine sehr große Verantwortung, wenn es darum geht, dass Kinder und Jugendliche erst gar nicht zur Zigarette greifen oder greifen können. Ab 18 Jahre ist das Kaufen von Zigaretten gestattet, um den Kauf von Zigaretten zu erschweren, wurden Anfang 2007 alle Zigarettenautomaten so umgestellt, dass ein Kauf nur in Verbindung mit einem Altersnachweis möglich war. Die geht per Personalausweis, Führerschein oder EC-Karten mit Geld-Chip. Verschiedenste Automaten sind heutzutage im Einsatz und ohne Kontrolle des Alters ist es nicht mehr möglich, an Zigaretten zu kommen. Gleichzeitig rechnet der deutsche Staat aber fest mit den Einnahmen aus der Tabaksteuer und nimmt diese immer wieder gerne zum Vorwand, wenn es darum geht, ein paar Cent pro Schachtel mehr einzunehmen. Ähnlich wie bei Alkopops wird wohl auch hier auf Abschreckung durch hohe Preise gesetzt.

 

Um Jugendliche und Kinder besser zu schützen und erst gar nicht durch eine vollmundige Werbung in Radio und Fernsehen in die Versuchung zu bringen, wurde schon 1974 ein Verbot in Funk und Fernsehen erlassen. Es folgten Verbote in Zeitschriften, in Kinos etc. Die Zigarette soll dem Jugendlichen nicht mehr als cooles Instrument dargestellt werden, sie soll den Jugendlichen nicht mehr erreichen. Hinweise auf den Zigarettenschachteln zeigen die Gefahren vom Rauchen auf, in manchen Ländern werden gar schwere Missbildungen, Raucherbeine oder eine Raucherlunge auf den Schachteln abgebildet. Auch das öffentliche Ausstellen von Zigaretten soll eingedämmt werden, so stehen Überlegungen an, Zigaretten nicht mehr in gängigen Regalen zu platzieren, sondern für Kunden nicht mehr sichtbar hinter eine Wand oder Ähnliches. Viele Möglichkeiten wurden in den letzten Jahren genutzt, um Nichtraucher zu schützen, aber auch um Jugendlichen den Kauf von Zigaretten zu erschweren bzw. unmöglich zu machen.

 

Nikotin widerstehen

Es ist für Kinder und Jugendliche nicht einfach, der Zigarette zu widerstehen, erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen. Gerade, wenn man einem gewissen Gruppenzwang unterliegt, ist es sehr schwer möglich und hier kann nur in der Gesamtheit an die Folgen vom Rauchen erinnert werden und aufgezeigt werden, wie schädlich Rauchen wirklich ist, welche ernsten Erkrankungen das Rauchen verursacht. Eltern können sich nicht auf den Staat mit den erlassenen Verboten verlassen, sie sind selbst gefordert, schon frühzeitig selber mit der Aufklärung zu beginnen. Die beste Aufklärung wäre ganz sicherlich ein gutes Vorbild zu sein und nicht zu rauchen. Nicht immer geht dies, man sollte aber zumindest versuchen, den Kindern das Rauchen nicht noch schmackhaft zu machen. In der Wohnung rauchen sollte für alle Eltern von Kindern ein absolutes Tabu sein, egal, ob Baby oder Jugendlicher. Muss man seinem Laster unbedingt nachgehen, dann sollte man dies im Freien tun und wenn möglich, Kinder auch nicht dabei zuschauen lassen. Fragen werden trotzdem kommen und gezielt kann man darauf hinweisen, was Rauchen bewirken kann, eine Verharmlosung des eigenen Zigarettenkonsums sollte nicht stattfinden. Rauchen ist nicht cool und macht auch nicht cool. Es wird schwer für Kinder und Jugendliche sein, sich der Gruppendynamik zu entziehen, mit der richtigen Aufklärung und der richtigen Vorsorge durch die Eltern als Vorbild, ist aber auch der Gruppenzwang zu umgehen. Nicht alle Kinder rauchen auf oder neben dem Schulhof. Eine Gruppe Nichtraucher gibt es ganz sicher und sich dieser Gruppe anzuschließen, ist eine gesunde Alternative.

 

Rauchfrei werden

Ein klein wenig makaber mag es klingen, wenn hier Dinge aufgezählt werden, die ein Kind rauchfrei werden lassen – wo doch ein Kind eigentlich rein gar nichts mit Zigaretten zu tun haben sollte. Aber es passiert und das eigene Kind ist schnell den Zigaretten verfallen, es besteht die gewisse Sucht nach der Zigarette. Ist bei Kindern oder Jugendliche eine starke Nikotinsucht bereits vorhanden, empfiehlt sich nicht nur das direkte Gespräch, sondern Hilfe ist notwendig. Nicht wenige Selbsthilfegruppen sind auf das Thema Jugendliche spezialisiert, können Eltern und Kindern eine besondere Hilfestellung sein. Gegebenenfalls ist natürlich auch medizinischer Rat einzuholen. Gerade, wenn es um Pflaster, Sprays und Kaugummis geht, sollte man als Elternteil nicht blind vertrauen. Die Wirkung dieser Mittel ist zwar in vielen Fällen nachgewiesen und bewiesen, dennoch sollte man fragend damit umgehen, ob das Rauchfreiwerden von Kindern und Jugendlichen wirklich nur über diese Art der Entwöhnung geht.

 

Reduziertes Rauchen ist für viele Erwachsene eine Möglichkeit, sich nach und nach von der Zigarette zu verabschieden, die Wirksamkeit wurde jedoch noch nie hinreichend klinisch untersucht, spezielle Erfolgszahlen liegen nicht vor. Es ist auch fraglich, ob man einen jungen Körper mit dem schrittweisen Entzug wirklich helfen kann oder ob es nicht sinniger ist, das Rauchen ganz aufzugeben und somit vielleicht schon nach wenigen Tagen rauchfrei zu sein. Ganz wichtig ist hierbei, dass der Jugendliche den Willen zum Aufhören hat. Es wird nicht leicht sein, das eigene Kind davon zu überzeugen, dass Nikotin schädlich ist, dass der Körper enorme Spätfolgen zu erwarten hat und dass bereits eine Sucht vorliegt. Abhängige werden immer wieder eine Sucht leugnen und davon sprechen, dass ihnen die Zigarette schmeckt, dass sie sofort aufhören könnten, wenn sie wollten. Oftmals kann hier wirklich nur eine Selbsthilfegruppe hilfreich zur Seite stehen und wirkliche Erfolge verbuchen. In schweren Fällen der Nikotinsucht bei Jugendlichen können gezielte Medikamente, die nicht frei verkäuflich sind, die Sucht bekämpfen. Aktuelle medizinische Methoden mit Medikamenten sind Medikamente die die Rezeptoren blockieren, an welches sich Nikotin im Gehirn festsetzt. Der Effekt beim oder nach dem Rauchen wird so außer Kraft gesetzt und das typische Gefühl bleibt aus.

 

Tipps

Es wird nicht sehr leicht sein als Elternteil das Kind davon zu überzeugen, die Zigarette in Zukunft liegen zu lassen und sich lieber gesünderen Dingen zu widmen. Viele Jugendliche werden bei dem Ansprechen des Themas gar gereizt reagieren, man sei ein freier Mensch und ließe sich nichts mehr vorschreiben. Umso wichtiger ist es zu erlernen, wie man das Kind anspricht, wie man die Unterhaltung führt. Einzig und alleine davon wird es abhängen, ob Mutter oder Vater es schaffen, die Sucht zu bekämpfen, die nur mit dem Betroffenen zusammen bekämpft werden kann. Einfühlsam, verständnisvoll, aber gleichzeitig auch offensiv auf das hinweisen, was Zigaretten anrichten können und ganz sicherlich werden. Selbsthilfegruppen bieten auch Gespräche nur mit Eltern an, wo man sich wertvolle Tipps holen kann, und wo man erlernen kann, wie man mit seinem Kind über das Problem spricht und wie man Erfolge erzielen kann. Und im Zeitalter von Internet und DSL lohnt es sicher auch, sich über Online-Nichtraucherkurse gemeinsam zu informieren, vielleicht ist die Bereitschaft online größer, als sich direkt zu einer Selbsthilfegruppe zu begeben, hat diese Art von Nichtraucherkurs doch etwas Anonymes.

 

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