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Migräne bei Kindern
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[KINDERKRANKHEITEN] Migräne bei Kindern


Bei einer Migräne, die ebenfalls primäre Kopfschmerzen bewirkt, spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, die eine Attacke auslösen können. Auslöser sind beispielsweise Stress, Alkohol und bestimmte Nahrungsmittel, Medikamente oder Schlaf.

 

Für die Reaktion auf diese Umwelteinflüsse können verschiedene, mehr oder minder geklärte Ursachen vorliegen:

 

– Untersuchungen konnten bereits für Sonderformen der Migräne einen Gendefekt auf dem 19. Chromosom nachweisen. Eine genetische Ursache für die Erkrankung ist damit gesichert. Allerdings muss die Migräne nicht ausbrechen – hierfür scheinen noch weitere Faktoren relevant zu sein.

 

– An Migräne erkrankte Personen zeigen eine fehlende Reduzierung der Erwartungsspannung auf bestimmte Reize auf. Das heißt, dass betroffene Personen beziehungsweise deren Gehirn sich nicht oder nur geringfügig an gewisse Umweltreize gewöhnen können und deshalb überdurchschnittlich reagieren. Diese Störung äußert sich zum Beispiel in einer geradezu übertriebenen Lichtempfindlichkeit.

 

– Ein weiterer Erklärungsansatz geht davon aus, dass es bei unter Migräne leidenden Personen mit einer Migräneaura auf Reaktion von Stress, endokrinen Veränderungen etc. zu einer Verengung der intrakraniellen Blutgefäße kommt. Dadurch werden Gehirn und Hirnhäute weniger mit Blut versorgt. Kommt es anschließend zur Erweiterung der Blutgefäße, stellt sich ein Kopfschmerz ein.

 

– Forschungen haben ergeben, dass zahlreiche intrakranielle Blutgefäße an Nervenfasern des Trigeminusnervs geknüpft sind. Durch eine für die Migräne typische Überempfindlichkeit der Nervenzellen werden Schmerzsignale von den Blutgefäßen induziert, woraufhin es zur Erweiterung der Blutgefäße kommt. Dadurch können Bestandteile des Blutplasmas die Gefäßwände durchdringen und im umliegenden Gewebe sogenannte neurogene Entzündungen verursachen, die als Kopfschmerz wahrgenommen werden. Zusätzlich wird durch die Entzündung die Schmerzempfindlichkeit erhöht, was schließlich in der ebenfalls für Migräne typischen Überempfindlichkeit mündet.

 

– Ein Erklärungsansatz bestimmt eine Ursache für die Migräne auch in den Neurotransmittern der Nervenzellen. So wurde nachgewiesen, dass bei einem Migräneanfall vermehrt Serotonin ausgeschüttet wird. Und auch bei zusätzlicher Induktion von Serotonin kann eine Hemmung der Kopfschmerzphase herbeigeführt werden. Im Übrigen erklärt sich mit diesem Ansatz auch die von der weiblichen Periode abhängig auftretende Migräne, da das Östrogen den Serotoningehalt beeinflusst.

 

Ein Migräneanfall kann im Verlauf in verschiedene Phasen unterteilt werden. Meist kündigt sich eine solche Kopfschmerzattacke mit einer Vorphase an, in der bereits einige Symptome auftreten. Etwa 30 % der betroffenen Personen durchleben bei einem Migräneanfall diese Phase, die wenige Stunden bis hin zu zwei Tagen vor der eigentlichen Migräne auftritt und selbst ein bis zwei Stunden lang anhält. Symptomatisch hierfür sind Müdigkeit, Überempfindlichkeit auf äußere Reize, wie Licht oder Geräusche, Störungen im Magen-Darm-System, wie beispielsweise Diarrhöe oder Verstopfung sowie ein plötzlicher Hunger auf bestimmte Nahrungsmittel.

 

Etwa 20 % der unter Migräne leidenden Personen stellt sich nach der Vorphase die sogenannte Auraphase ein, die sich durch visuelle Störungen und Beeinträchtigungen auszeichnet. Typisch für diese Migräneaura sind Fortifikationen, Skotome, also der Ausfall lokaler Wahrnehmung, Sensibilitätsstörungen, Verlust des räumlichen Sehens, visuelle Unschärfe sowie Verlust der Fühlempfindung in den Extremitäten oder im Gesicht. Außerdem können in der Auraphase auch Störungen im Geruchssinn, im Gleichgewicht oder in der Sprache auftreten. Bei besonders starker Ausprägung kann die Aura wegen der visuellen Störung auch als Alice-im-Wunderland-Syndrom bezeichnet werden.

 

Schließlich münden die Vor- und Auraphasen in der eigentlichen Kopfschmerzphase, welche die Migräne auszeichnet. In den meisten Fällen treten die Kopfschmerzen bei Kindern dabei beidseitig auf, vor allem in den Regionen der Schläfe, der Stirn und der Augen. Wegen der Überempfindlichkeit können Dunkelheit und Ruhe zur Linderung der Beschwerden zutragen. Weitere Symptome können vor allem bei Kindern Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Übelkeit sein. Die Kopfschmerzphase kann dabei zeitlich stark variieren und von einer Stunde bis drei Tage anhalten. Gerade bei Kindern überwiegen in dieser Phase jedoch die Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Außerdem ist es bei den jungen Patienten möglich, dass diese während der Migräne einschlafen und völlig beschwerdefrei wieder erwachen.

 

Am Ende der Attacke beginnt dann die Rückbildungsphase, sodass der Kopfschmerz sowie die weiteren Symptome sich zurückbilden und abklingen. Aufgrund der Belastung sind die betroffenen Kinder meist sehr müde und erschöpft. Bis zu einem Tag kann es dabei dauern, bis die Migräne vollkommen überstanden ist.

 

Bei der Behandlung von Migräne bei Kindern sind außerdem einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Medikation muss hier so schnell wie möglich erfolgen, wobei mit Wirkstoffen gegen Übelkeit begonnen wird. Einige Minuten später können dann Schmerzmittel verabreicht werden. Informationen über Medikamente und Alternativen erfahren Sie über Ihren Arzt/Ärztin.

 

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Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden.

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