Donnerstag, der 17.08.2017 - 07:45 Uhr
 
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[KINDERKRANKHEITEN] Magersucht (Anorexia nervosa) bei Jugendlichen - Vorbeugung - Therapieformen - Tipps für Eltern

Therapieformen Magersucht

Im Gegensatz zu "normalen" körperlichen Krankheiten, wird eine Magersucht nie nur mit dem Betroffenen alleine therapiert werden können, zu komplex sind die Zusammenhänge zwischen Entstehung und Ausprägung der Magersucht. Gängige Ansatzpunkte findet man bei Jugendlichen nur in der gezielten Familientherapie. Die Bekämpfung der drastischen Gewichtsabnahme wäre die einfachste und uneffektivste Möglichkeit sich der Magersucht zu stellen. Sicherlich kann durch eine gezielte Ernährung und dem Willen des Patienten hier wieder eine Stabilisierung geschehen, aber die Ursachen für die Magersucht werden nicht bekämpft und ganz schnell ist der Jugendliche wieder in dem höllischen Kreislauf, der die Gesundheit so stark gefährdet.

 

Das Erkennen von Magersucht ist der erste Schritt für Eltern und Kinder. Nun geht es nicht nur darum, sich mit kalorienhaltigem Essen auseinanderzusetzen, sondern in einer gezielten Form die Ursachen der Erkrankung zu finden. Speziell ausgebildete Psychologen werden in Gesprächen Ursachen erkennen und auch eingreifen können. Die Familie und das Umfeld als Ganzes ist in eine Therapie mit einzubeziehen, nur so kann sichergestellt werden, dass nicht nur eine kurzzeitige Gewichtszunahme stattfindet, sondern dass der Patient auch in Zukunft die Gründe zur Entstehung der Magersucht nicht mehr vorfindet.

 

In Extremfällen, wenn eine akute lebensbedrohliche Situation eingetreten ist, der Body-Mass-Index nur noch 13 beträgt (bei Normalgewicht beträgt der sogenannte BMI 18,5 – 25), ist eine stationäre Aufnahme in einem Krankenhaus erforderlich. Parenterale Ernährung nennen Fachleute die Ernährungsform, in der der Magen-Darm-Trakt umgangen wird, eine künstliche Versorgung zur Lebenserhaltung bzw. Lebensrettung erfolgt. Über die Venen wird eine Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen und Elektrolyten vorgenommen, diese Art der Ernährung wird bei Magersüchtigen Zwangsernährung genannt.

 

Vorbeugung Magersucht

 

Viele Erkrankungen kann man vorbeugen, auch die psychische Erkrankung der Magersucht muss nicht zwangsläufig kommen, ist nicht vorprogrammiert und ließe sich nicht abwenden. Der gesunde Umgang in der Familie ist das A und O. Einem Kind zu zeigen, zu sagen, dass es zu dick ist und dass man unbedingt abnehmen muss, ist sicherlich der erste Schritt in Richtung Magersucht. Das Kind fühlt sich ausgegrenzt, hässlich und das Rad der Magersucht setzt sich in Bewegung, wird schnell unkontrollierbar. Auch in Zeiten von gertenschlanken Models, ist es wichtig, dass Eltern und Kinder miteinander reden. Mädchen sind zigmal häufiger als Jungen von Magersucht betroffen, die wichtigste Bezugsperson ist für viele Mädchen die Mutter. Der Kontakt und die enge Verbindung zur Mutter, das Vertraute und die Möglichkeit, mit seinen Eltern im Allgemeinen reden zu können sind enorm wichtig. Wer kein Ohr für sein Kind hat, wer meint, berufliche und private Probleme sind wichtiger, gefährdet sein Kind auf unverantwortliche Weise. Gerade in der Pubertät ist der Ausbruch dieser Krankheit vermehrt zu beobachten, gerade in dieser Zeit sollte das Verhältnis zwischen Eltern und Kind so angenehm wie möglich sein. Zuhören, miteinander reden, Sorgen und Ängste des Kindes früh erkennen und verstehen und ganz besonders auch ernst nehmen. Oft ist es keine "Macke" wenn ein 13-jähriges Mädchen von Models schwärmt und davon redet, dass sie für ihr Idol, für ihre Traumfigur und einer späteren Karriere unbedingt abnehmen müsste. Es ist ein Alarmsignal, was bei den Eltern ankommen muss.

 

Verzweifelte Kinder, die wenig Liebe von den eigenen Eltern zu erwarten haben, müssen sich zwangsläufig in eine Welt flüchten, in der alles anders ist – ganz gewiss doch nicht besser. Es gibt sicherlich kein Rezept und keine genaue Grundregel, wie man Magersucht bei den eigenen Kindern vorbeugen kann, aber es ist eine Tatsache, dass zu wenig Liebe, wenig Zuneigung und gar eine gewisse Ablehnung des eigenen Kindes zu schweren psychischen Schäden führen kann, die sich zum Beispiel auch in Magersucht äußern können. Das eigene Kind lieben, es achten und respektieren, seine Sorgen ganz besonders in der Pubertät verstehen und nachvollziehen, das Leben nicht mit Verboten, Verboten und nochmals Verboten bestimmen. Für das Kind in einer schwierigen Entwicklungsphase da sein, ist oft schon ein sehr guter und wichtiger Schritt, um psychische Erkrankungen wie Magersucht vorzubeugen, es gar nicht so weit kommen zu lassen.

 

Tipps für Eltern

 

Sind Anzeichen für Magersucht beim Kind vorhanden, ist es wohl der falscheste Weg, einzig und alleine dafür sorgen zu wollen, dass lediglich eine Gewichtszunahme stattfindet. Wie schon in den Ursachen beschrieben, ist Magersucht nicht einfach nur eine Erkrankung bei der drastisch an Gewicht verloren wurde, es ist eine psychische Erkrankung. Ein Kind unter Druck zu setzen wird alles bewirken, nur keinen Erfolg. Das persönliche, sachliche Gespräch ist der wichtigste Bestandteil, um einen ersten Schritt machen zu können. Dramatisieren bringt in diesem Moment rein gar nichts, Bestrafungen werden verpuffen und Desinteresse kann Folgen haben, die keine Mutter oder Vater haben möchte. Hilfe von außen ist dringend notwendig, diese ernste psychische Erkrankung wird innerhalb der Familie ohne Dritte kaum zu bekämpfen sein. Ein liebevoller und ehrlicher Umgang, die Aufklärung und Bereitschaft als gesamte Familie etwas an der Situation zu verändern, ist der erste Schritt, dass der Erkrankte merkt, er ist nicht alleine und wird nicht alleine gelassen. Mit Feingefühl, Liebe und vielleicht auch mütterlicher oder väterlicher Intuition wird es möglich sein, dass das eigene Kind auch fremde Hilfe annimmt und bereit ist, sich helfen zu lassen – freiwillig.

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