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Magersucht (Anorexia nervosa) bei Jugendlichen - Allgemeines - erste Anzeichen
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[KINDERKRANKHEITEN] Magersucht (Anorexia nervosa) bei Jugendlichen - Allgemeines - erste Anzeichen

Magersucht (Anorexia nervosa)

Der medizinische Fachbegriff Anorexia nervosa leitet sich aus dem Griechisch/Lateinischen ab und bedeutet frei übersetzt "nervlich bedingte Appetitlosigkeit". Aus der Übersetzung lässt sich nicht ableiten, wie schwer diese Krankheit gerade bei Jugendlichen ist und dass es eben nicht nur eine Form von "Kein Hunger haben" ist. Die Magersucht ist eine sehr ernst zu nehmende psychische Störung, die in den Bereich "seelische Essstörungen" fällt.

 

Was ist Magersucht?

 

Junge Mädchen bzw. Teenager sind ganz besonders der Gefahr ausgesetzt, an Magersucht zu erkranken und unter ihr zu leiden. 11 von 12 Betroffenen sind weiblich und in der Pubertät; Jungs trifft die Magersucht wesentlich weniger. Schlicht gesagt ist die Magersucht eine Erkrankung, die den Körper nicht mehr wahrnimmt und keine Relationen hat. Trotz einer guten Figur, eines perfekten Gewichtes, fühlen sich Betroffene zu dick und müssen zwanghaft eine Diät machen, müssen zwanghaft auf fettige und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel verzichten. Dies fällt in den großen Begriff der Körperschemastörung. Das Selbstwertgefühl, besonders bei Mädchen, wird bei dieser Krankheit maßgeblich durch die Figur bestimmt. Persönliches Können, Leistung und Erfolge spielen keine Rolle, maßgeblich ist das Gewicht, selbst, wenn schon Untergewicht erreicht ist. Es werden keine Grenzen gekannt und erkannt, immer und immer wieder fühlt man sich zu dick und hat den Drang, weiter abnehmen zu müssen. Die Magersucht als psychische Störung ist die mit der höchsten Sterberate. Durchschnittlich sterben 15 von 100 Betroffenen an dieser Krankheit. Dies beweist, wie ernst die Magersucht bei Jugendlichen zu nehmen ist und wie wichtig ein rechtzeitiges Erkennen durch die Eltern oder gar die Betroffenen selber ist. Eine ganz einfache Diät kann der Einstieg in die Magersucht sein, der Drang immer mehr und mehr abzunehmen. Die Betroffenen haben dabei keinerlei Relationen mehr und magern regelrecht ab, selbst wenn ein lebensbedrohliches Gewicht erreicht ist, fühlen sich viele noch immer zu dick und unansehnlich, die Folgen sind katastrophal und enden – wie schon erwähnt – nicht selten im Tod.

 

Erste Anzeichen Magersucht

 

Die Magersucht ist eine Krankheit, die man als Elternteil doch relativ schnell erkennen kann und so auch eingreifen kann. Das plötzliche Verweigern des ganz normalen Sonntagsbratens, das Kontrollieren was an Fett auf welchem Brot ist, etc., kann ein wichtiges Anzeichen sein. Die Betroffenen Jugendlichen versuchen alles, um so wenig wie möglich Nahrung aufzunehmen, die ihrer Meinung nach dick machen könnte. Das Verweigern bestimmter Nahrungsmittel über einen längeren Zeitraum, kann so ein ernst zu nehmenden Anzeichen sein. Auch die Einnahme von sogenannten Appetitzüglern kann ein ernster Hinweis auf diese Krankheit sein. Appetitzügler erhält man frei verkäuflich in Apotheken und sie werden meist vor dem Essen aufgenommen, um so nicht große Mengen essen zu können. Der Gebrauch solcher Mittel, geht bei Magersucht Erkrankten allerdings weit über das normale Maß hinaus, Appetitzügler werden regelrecht missbraucht.

 

Egal, welche Figur, welches Gewicht Magersüchtige haben, sie werden sich als immer zu dick betrachten. Deswegen ist es ein Alarmzeichen für Eltern, wenn die 14-jährige Tochter bei 1,60 m und einem Gewicht von 50 kg sich als wesentlich zu dick betrachtet und egal, wie dünn sie den Eltern erscheinen mag, mit ihrer Figur und dem ganzen Fett nicht zufrieden ist. Von Kälteempfindlichkeit, bis hin zu unausgebildeten Brüsten, sind die körperlichen Anzeichen weit größer und mehr, als nur das reine Gewicht. Bei jungen Frauen bleibt durch den gestörten Hormonhaushalt die Monatsblutung aus, die Brüste können sich nicht altersgerecht entwickeln. Bei Jungen wird die Magersucht wesentlich weniger beobachtet, Betroffene leiden hier zusätzlich unter eine Störung der Entwicklung von Penis und Hoden.

 

Der menschliche Körper ist ein komplexes und ausgeklügeltes System, er kann sich auf viele Situationen einstellen. So wird bei anhaltender Nahrungsverweigerung bzw. bei der Aufnahme von Nahrungsmitteln, die keine Energie liefern, der Stoffwechsel drastisch nach unten gefahren. Die Folge ist ein Temperaturabfall und eine schon genannte Kälteempfindlichkeit, die aus dem fehlenden wärmedämmenden Körperfett resultiert. In einigen Fällen wurde bei betroffenen Jugendlichen das Wachsen von sogenanntem Lanugohaar beobachtet. Dieser weiche Flaum ist sonst bei Föten im Mutterleib zu finden und verschwindet kurz vor der Geburt wieder. Magersüchtige können diesen Flaum wieder auf Armen, dem Gesicht oder Rücken bekommen.

 

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Links zum Thema Magersucht:

www.magersucht-online.de

http://www.hungrig-online.de/cms/index.php/adressverzeichnis
http://ess-stoerungn.net/

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