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Kopfschmerzen bei Kindern
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[KINDERKRANKHEITEN] Kopfschmerzen bei Kindern


Allgemeines

Etwa 70 % der deutschen Bevölkerung leiden an chronischen und wiederkehrenden Kopfschmerzen, circa 5 % klagen sogar täglich über das Leiden. Zu 90 % handelt es sich dabei um primäre Kopfschmerzen, das heißt die Schmerzen selbst stellen die Erkrankung dar. Dies ist beispielsweise auch bei Migräne der Fall. Nach einer Untersuchung von 7.000 Schülern zeigte sich, dass ungefähr 12 % der Kinder an Migräne leiden – diese ist also keineswegs ein negatives Privileg der Erwachsenen. Damit leiden insgesamt rund zehn Millionen Menschen alleine in Deutschland unter den schlagartig auftretenden Kopfschmerzen.

 

Im Gegensatz zur primären Form liegt bei sekundären Kopfschmerzen eine andere grundsätzliche und nicht selten schwerwiegende Erkrankung vor – der Kopfschmerz ist also nur als Begleitsymptom anzuerkennen. Hierfür gibt es verschiedene mögliche Ursachen.

 

Ursachen

Bereits bei der Erklärung von allgemeinen Kopfschmerzen treten die ersten Probleme auf, da das Gehirn nicht schmerzempfindlich ist. Einzig ursächlich können deshalb für den Schmerz im Kopf die Hirnhäute oder aber die durchlaufenden Blutgefäße sein. Grundsätzlich sind Kopfschmerzen bei geringer Intensität und beschränkter Dauer nicht ungewöhnlich – eine Erkrankung muss hierbei nicht vorliegen. Treten die Kopfschmerzen jedoch häufig, auf einen längeren Zeitraum und in mäßiger bis schwerer Intensität auf, können sowohl primäre als auch sekundäre Kopfschmerzen vorliegen.

 

Primäre Krankheitsformen sind neben der Migräne:

 

Spannungskopfschmerzen sind eine sehr häufige Ursache für den primären Kopfschmerz. Die genaue Ursache ist – wie allgemein beim Kopfschmerz – nicht eindeutig, vermutlich sind jedoch muskuläre Verspannungen im Nacken- oder Schulterbereich verantwortlich für diese Krankheitsform. Diese Verspannungen entstehen durch Fehlhaltungen, beispielsweise bei inkorrektem Sitzen in der Schule, aber auch psychische Faktoren können eine Rolle bei der Entstehung des primären Kopfschmerzes spielen. Hierzu gehören Stress, Schlafmangel oder Zähneknirschen.

 

Sogenannte Cluster-Kopfschmerzen können ebenfalls ursächlich für Kopfschmerzen sein, sind aber relativ selten. Diese Form tritt meist attackenartig, einseitig und in hoher Intensität auf. Werden die Attacken nicht behandelt, so können Cluster-Kopfschmerzen wiederkehrend in Phasen von bis zu drei Stunden auftauchen. Gibt es außerdem kaum beschwerdefreie Intervalle und halten die Kopfschmerzen über ein Jahr an, liegt eine chronische Erkrankung vor. Die Entstehung von Cluster-Kopfschmerzen liegt vermutlich in entzündeten, geweiteten Blutgefäßen im Zentralen Nervensystem, was jedoch nicht hinreichend geklärt ist. Möglich sind auch eventuell vererbbare, dysfunktionale Störungen im Hypothalamus, der wichtige Regulationsfunktionen innehat.

 

Seltene Erkrankungen für primäre Kopfschmerzen im Kindesalter sind außerdem die Hemircrania continua, ein einseitiger anhaltender Kopfschmerz sowie weitere trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen, wie die paroxysmale Hemikranie, die sich durch noch mehr Anfälle täglich vom Cluster-Kopfschmerz unterscheidet.

 

Für sekundäre Kopfschmerzen, die nur selten auftauchen, gibt es sehr verschiedene Ursachen:

 

Nach Unfällen können Kopfverletzungen oder auch Schädigungen an der Wirbelsäule ursächlich sein für Kopfschmerzen, beispielsweise bei einer Gehirnerschütterung oder einem Schädelhirntrauma, wobei die Hirnhäute oder/und die Blutgefäße im Zentralen Nervensystem verletzt werden.

 

Eine Schädigung oder Störung der Blutgefäße im Zentralen Nervensystem, die Kopfschmerzen verursachen, kann außerdem auch bei Schlaganfällen auftreten. Vor allem Hirnblutungen oder im seltenen Fall eine Entzündung der Gefäßwände können hierbei zu starken Beschwerden führen.

 

Sekundäre Kopfschmerzen können auch durch anderweitige Hirnschädigungen verursacht werden. Eine solche tritt zum Beispiel bei einem Gehirntumor auf, der eine Umstrukturierung des Gewebes und damit zu Kopfschmerzen führen kann.

 

Infektionserkrankungen, wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis), verursachen ebenfalls sekundäre Kopfschmerzen, da hierbei die schmerzempfindlichen Hirnhäute angegriffen werden.

 

– Grundsätzlich sind Gesichts- und Kopfschmerzen oftmals eine Folgeerscheinung von Erkrankungen des Schädels, des Halses, aber auch intrakraniellen Störungen, wie solche an Ohren, Augen, Nase, Mund oder Nebenhöhlen.

 

– Sekundäre Kopfschmerzen zudem auch bei der übermäßigen, inadäquaten Dosierung oder beim Entzug von Substanzen vor, die von Medikamenten und Drogen bis hin zum Koffein im Kaffee reichen können.

 

Krankheitsbild

Treten primäre Kopfschmerzen auf, so besteht eine primär betrachtet eindeutige Symptomatik. Allerdings kann die Form des Kopfschmerzes stark variieren. Die Beschwerden können nur in bestimmten Bereichen auftreten, aber sich auch auf den gesamten Kopf beziehen. Außerdem können die Schmerzen attackenartig, nur relativ kurz, oder auch lang anhaltend vorhanden sein. Ebenfalls variierbar ist der Grad der Intensität und sie subjektive Empfindung, zum Beispiel stechend, bohrend oder pulsierend. Zusätzlich sind weitere Symptome, wie visuelle Störungen, Übelkeit oder Empfindlichkeit – typisch für Migräne – möglich.

 

Das Krankheitsbild des Spannungskopfschmerzes kann dabei von der Migräne sehr abweichen, obwohl sich beide Erkrankungen in (primären) Kopfschmerzen äußern. Vor allem bei Erwachsenen treten bei der Migräne meist nur einseitige Beschwerden auf, anders bei Spannungskopfschmerzen, die sich auf den gesamten Kopf erstrecken. Begleiterscheinungen, die für die Migräne meist typisch sind, treten beim Spannungskopfschmerz ebenfalls nur sehr selten auf. Die Intensität fällt bei letzterer Erkrankung meist auch viel milder aus, wobei der Schmerz als drückend oder ziehend wahrgenommen wird.

 

Therapien

 

Leidet das Kind unter häufigen, lang anhaltenden und/oder starken Kopfschmerzen, sollte auf jeden Fall ein Arzt hinzugezogen werden. Bei akuten Beschwerden können Schmerzmittel in angemessener Dosierung Abhilfe leisten. Allerdings sollte vor allem im jungen Alter auf Acetylsalicylsäure, ein schmerzstillender und entzündungshemmender Wirkstoff, verzichtet werden. Liegt jedoch ein sekundärer Kopfschmerz vor, so muss entsprechend die zugrunde liegende Krankheit behandelt werden. Bei diagnostizierten Spannungskopfschmerzen kann außerdem auch Krankengymnastik zur Verhinderung von Fehlhaltungen angeordnet werden.

 

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Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwedet werden.

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