Dienstag, der 16.01.2018 - 14:30 Uhr
 
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[KINDERKRANKHEITEN] Hörstörungen bei Kindern - Hörtests - Therapie und Vorsorge


Da angeborene Hörstörungen weder von Säuglingen wahrgenommen werden können, noch diese äußern können, stellt sich die Diagnose von Hörstörungen bei Kleinkindern als sehr schwierig dar. Auch mögliche subjektive Testverfahren, die bei älteren Kindern Anwendung finden, lassen sich bei Säuglingen nicht oder nur abgewandt durchführen. Beispiele hierfür sind:

 

– Bei der Reaktionsaudiometrie werden Kinder auf verschiedene Weise beschallt und dabei auf Reaktionen, wie beispielsweise Lidreflex oder Schreckreflex, beobachtet.

 

– Für ältere Kleinkinder bietet sich die sogenannte Konditionierungsaudiometrie an, wobei die in der Psychologie übliche klassische Konditionierung angewendet wird. Hierbei strömen visueller und akustischer Reiz zunächst gleichzeitig auf das Kind ein. In der Untersuchungsphase tritt dann der auditive Reiz zeitverschoben auf, wobei das Kind für eine korrekte Reaktion mit dem nächsten Bild belohnt wird.

 

– Ab einem Alter von etwa vier Jahren bieten sich außerdem auch die bekannten Tonschwellen-Audiogramme, bei denen das Kind angeben muss, wann es einen Ton hört, und Sprachaudiogramme an, wobei hier zugleich die Sprachfähigkeit des Kindes überprüft werden kann.

 

Inzwischen sind jedoch bereits alternative, objektive Messverfahren entwickelt worden, mithilfe denen eine Überprüfung auf Hörstörungen bei Säuglingen kurz nach der Geburt möglich ist:

 

– Das universelle Neugeborenen-Hörscreening findet heute meistens mehr oder weniger im Anschluss an die Geburt Anwendung. Hierbei wird ein kleines Gerät in den Gehörgang eingeführt, das jegliche Geräusche, die von der Schnecke erzeugt werden, registriert. Ist die Weiterleitung über die Gehörknöchelchenkette und das Trommelfell intakt, kann auf ein gesundes Gehör geschlossen werden.

 

– Ebenfalls möglich ist die Ableitung der evozierten akustischen Potenziale, die über Elektroden auf dem Schädel während eines Tons gemessen werden.

– Durch Impedanzaudiometrie werden sowohl die Schwingbarkeit des Trommelfells sowie der Druck im Mittelohr überprüft, was durch die Reaktion eines Muskels auf einen Ton möglich ist.

 

– Durch die Messung von otoakustischen Emissionen kann ebenfalls das Gehör auf Störungen untersucht werden. Hierbei wird der Gehörgang erneut durch einen akustischen Reiz beschallt, woraufhin das Innenohr bei erfolgreicher Weiterleitung über Trommelfell und Gehörknöchelchenkette selbst mit Töne produziert, die durch ein im Gehörgang befindliches Mikrofon gemessen werden können.

 

Therapie und Vorsorge

Eine Hörstörung wird bei Kindern meistens durch Hörgeräte behandelt. Hierbei eignen sich im Regelfall solche, die außen am Ohr getragen werden, da das kindliche Ohr ständig wächst. Oftmals werden Kinder mit Hörstörungen, besonders bei Einschränkungen im höheren Ausmaß, parallel speziell gefördert, beispielsweise durch verbales Sprachtraining oder durch Erlernen der Gebärdensprache. Nur in seltenen Fällen ist eine Operation ratsam, beispielsweise um Paukenröhrchen zur dauerhaften Vermeidung von Paukenergüssen zu verlegen.

 

Zur Vorsorge sollten Risikofaktoren bei Säuglingen beachtet werden, damit eine Verzögerung der Entwicklung verhindert werden kann. Eine ärztliche Untersuchung sollte so beispielsweise bei einer familiären Vorbelastung auf jeden Fall durchgeführt werden. Ebenso bei weiteren körperlichen Fehlbildungen, da hierunter auch das Gehör fallen kann. Bei Krankheiten während der Schwangerschaft, insbesondere bei Röteln oder Toxoplasmose, sollte ebenfalls so früh wie möglich eine gründliche Untersuchung durchgeführt werden. Gleiches gilt für Komplikationen während der Geburt, wie Sauerstoffmangel oder Ähnliches. Grundsätzlich sollte man zur Vorbeugung von Hörstörungen außerdem regelmäßige und längere, übermäßige Belastungen des Gehörs vermeiden, zum Beispiel lautes Musikhören.

 

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Hörstörungen bei Kindern - Allgemeines und Ursachen

Hörstörungen bei Kindern - Hörtests, Therapie und Vorsorge

 

Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden.

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