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Hörstörungen bei Kindern - Allgemeines - mögliche Ursachen
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[KINDERKRANKHEITEN] Hörstörungen bei Kindern - Allgemeines - mögliche Ursachen


Allgemeines

Selbst der Komponist Ludwig van Beethoven war erst 49 Jahre alt, als er völlig ertaubte – und dieser war immerhin Musiker, keine freundliche Umgebung für die Ohren. Und auch heute zählt Schwerhörigkeit offiziell zu den Symptomen des Alterns. Doch auch Kinder können unter Hörstörungen leiden, was um einiges gravierender und vor allem schwieriger zu diagnostizieren ist. Richtiges Hören ist nämlich Grundvoraussetzung für Kleinkinder, um Sprechen zu lernen und das ist wiederum elementar zur weiteren geistigen Entwicklung, bis hin ins Erwachsenenalter.

 

Medizinisch wird die Hörstörung als Hördefizit im Hauptsprachbereich von über 20 Dezibel definiert. Sprachstörungen im Kindesalter können dabei am Ausmaß der Hörstörung festgemacht werden. Leichte Sprachstörungen, beispielsweise ein Lispeln, ist so bei einem Hörverlust von 25 Dezibel zu erwarten. Bei einer extremen Hörstörung, wobei über 80 Dezibel im Hauptsprachbereich nicht hörbar sind, ist der Erwerb der Sprachfähigkeit generell unmöglich, da normale Unterhaltungen nur in einer Lautstärke von etwa 50 bis 60 Dezibel stattfinden. Eine angeborene Hörstörung kann also unbehandelt zur lebenslangen Einschränkung führen.

 

Ursachen

Grundsätzlich können Kinder aus denselben Gründen an Hörstörungen leiden, wie auch Erwachsene, wobei die Wahrscheinlichkeit entsprechend variiert:

 

– Verstopfungen des Gehörgangs durch Cerumen sowie Fremdkörper oder Entzündungen im Gehörgang können Schwerhörigkeit in jeder Altersgruppe verursachen.

 

– Ein sogenannter Tubenkatarrh verursacht durch einen Infekt der oberen Luftwege, wodurch kein Druckausgleich mehr zwischen Paukenhöhle und Außenluft mehr möglich ist, bewirkt die Behinderung des Trommelfells und damit eine Hörstörung. Bei dauerhaftem Verschluss kann der Tubenkatarrh in einem sogenannten Paukenerguss münden, wobei sich eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr befindet. Etwa 90 % aller Kinder haben einen solchen akuten Paukenerguss, der jedoch zur chronischen Krankheitsform übergehen kann und damit auch eine verlängerte Hörstörung verursacht.

 

– Bei Unfällen kann es zu einer Verwerfung der Gehörknöchelchenkette kommen, wobei das Hörvermögen nahezu vollkommen ausfällt. Operationen können jedoch Abhilfe schaffen.

 

– Direkte Verletzungen oder extreme, druckartige Belastungen können außerdem das Trommelfell zerreißen, was ebenfalls zum Hörverlust führt.

 

– Die Fixierung des Steigbügels im Innenohr (Otosklerose) kann zur kumulierenden Schwerhörigkeit führen, bis hin zur völligen Taubheit.

 

– Bei schwereren Mittelohrentzündungen und Cholesteatomen können dauerhafte Schädigungen des Mittelohres verursacht werden, welche die Hörfähigkeit einschränken.

 

Darüber hinaus sind noch weitere Ursachen für Hörstörungen bei Kindern möglich:

 

– Genetisch bedingte Hörstörungen sind bei Kindern ohne weitere Beschwerden möglich, sogar wenn Eltern oder Familienmitglieder allgemein nicht von akustischen Erkrankungen betroffen sind. Hierzu gehören auch genetische Störungen, wie Trisomie 21, die eine angeborene Schwerhörigkeit bewirken können.

 

– Eine pränatale Infektion des Kindes mit Syphilis, Herpes, Toxoplasmose oder Röteln durch die Mutter kann ebenfalls angeborene Hörstörungen wie auch anderweitige Behinderungen verursachen.

 

– Durch Konsum von Drogen oder Alkohol (sogenanntes fetales Alkoholsyndrom) während der Schwangerschaft riskiert die Mutter ebenfalls unter anderem Hörstörungen beim Kind.

 

– Die sogenannte Neugeborenengelbsucht kann bei fehlender Behandlung Hinnerven schädigen und die Hörfähigkeit postnatal beeinträchtigen.

 

– Während der Geburt können bei Sauerstoffmangel dauerhafte Schädigungen im Zentralen Nervensystem auftreten, die unter anderem auch das Hörvermögen betreffen.

 

– Frühgeburten sind grundsätzlich von einer Unterentwicklung einzelner Organe betroffen, wobei auch die Ohren zu Schaden kommen können.

 

– Bei einer problembehafteten Geburt können durch die Notmaßnahmen geburtstraumatische Komplikationen auftreten, so beispielsweise auch Hirnblutungen, die spätere Hörstörungen verursachen können.

 

– Postnatal können Virusinfektionen aufgrund des noch nicht völlig entwickelten Immunsystems des Säuglings dauerhaft Organe schädigen, so auch das Gehör. Gleiches gilt für Hirnhautentzündungen oder Gehirnentzündungen.

 

– Bei notwendiger Einnahme von Antibiotika mit bestimmten Nebenwirkungen können ebenfalls Hörstörungen verursachen.

 

Interessantes zum Thema:

Hörstörungen bei Kindern - Allgemeines und Ursachen

Hörstörungen bei Kindern - Hörtests, Therapie und Vorsorge

 

Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden.

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