Freitag, der 23.06.2017 - 12:15 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
Depressionen bei Kindern - Allgemeines, Ursachen, Krankheitsbild und Symptome
Anzeigen


[KINDERKRANKHEITEN] Depressionen bei Kindern - Allgemeines, Ursachen, Krankheitsbild und Symptome


Allgemeines

Die Depression gehört inzwischen zu den Trenderkrankungen in der heutigen Zeit. So hat etwa jeder fünfte Deutsche schon einmal unter einer Depression gelitten, wobei die Quote der depressiven Erkrankungen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Interessant ist dabei auch, dass etwa die Hälfte der Erkrankungen nicht erkannt und entsprechend nicht behandelt werden. Noch interessanter ist jedoch die Tatsache, dass auch Kinder und Jugendliche unter der psychischen Krankheit leiden – und das ebenfalls kumulierend in den vergangenen Jahren.

 

Die Häufigkeit der psychischen Niedergeschlagenheit, die wohl trivial für den Depressionsbegriff verwendet werden kann, unter Kindern und Jugendlichen variiert stark in den verschiedenen Studien. Insgesamt lässt sich jedoch etwa ein Prozentsatz von 2 % der Kinder unter zwölf Jahren und immerhin 5 – 10 % der Jugendlichen zwischen zwölf und siebzehn Jahren herauslesen. So berichtete die Bremer Jugendstudie, in deren Rahmen 1.035 Schüler in 36 verschiedenen Schulen befragt wurden, von einem Prozentsatz bei Jugendlichen von 18 %, wobei nur ein Sechstel der Betroffenen behandelt wurde.

 

Wieso sich ein solches risikobehaftetes Missverhältnis zwischen behandelten und unbehandelten Depressionen einstellt, lässt sich wohl in der uneindeutigen Symptomatik begründen, die nicht selten von dem Krankheitsbild von Erwachsenen abweicht. Außerdem können vor allem Kinder nicht immer ihren psychischen Zustand konkret beschreiben, was die Diagnose zusätzlich erschwert. Bedenkenswert ist jedoch: Depressive Erkrankungen sind insbesondere bei Kindern langwierig, prägend und mit hohem Risiko eines Rückfalls behaftet.

 

Ursachen, Krankheitsbild, Symptome

Es gibt – wie auch bei Erwachsenen – unterschiedliche Erklärungsansätze für depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen, die alle ursächlich für eine solche psychische Niedergeschlagenheit sein können:

 

– Studien haben belegen können, dass depressive Anfälligkeit vererbt werden kann. So liegt die Wahrscheinlichkeit für Kinder von einem depressiven Elternteil bei etwa 15 %; sind beide Elternteile von dieser psychischen Störung betroffen, so besteht ein Risiko von immerhin 50 %. Allerdings ist umstritten, inwiefern die Genetik ursächlich für eine depressive Erkrankung bei Kindern ist.

 

– Neurobiologische Befunde weisen darauf hin, dass chronischer Stress entscheidend für eine depressive Störung sein kann. So wurden bei Depressivkranken überdurchschnittliche Werte an Cortisol im Urin und Blut nachgewiesen. Psychologen und Ärzte bemängeln deshalb, dass Kinder in heutiger Zeit zu wenig schlafen, zu wenig Bewegung haben und öfters Stressphasen ausgesetzt sind, die eine Depression begünstigen.

 

– Psychologisch theoretische Ansätze gehen von erlerntem Fehlverhalten auf bestimmte Situationen aus. So würden Depressive auf unerwartete und unerwünschte Ereignisse mit Hilflosigkeit reagieren. Auch eine verzerrende Wahrnehmung der Realität kann demnach ursächlich für eine depressive Anfälligkeit sein. Eine besondere Verantwortung kommt in der Psychoanalyse außerdem den Eltern zu, die ihren Kindern entsprechend eine inadäquate Verhaltensweise anerzogen haben.

 

– Psychosoziale Ursachen sind in der Allgemeinheit am meisten verbreitet. Bei sowieso erhöhter Anfälligkeit für eine depressive Störung können aversive soziale Situationen, wie beispielsweise Verlust eines nahestehenden Menschen, Scheidung der Eltern oder Ausgrenzung durch Gleichaltrige, zu einer Depression bei Kindern und Jugendlichen führen.

 

Während die Ursachen für Depressionen bei Kindern alle mehr oder minder auch bei Erwachsenen ausschlaggebend sein können, differenziert sich das Krankheitsbild zwischen den Altersgruppen erheblich. Oftmals äußert sich eine Depression bei Kindern beispielsweise nicht in Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, sondern in erhöhter Aggression oder in inadäquater Angst. Diese Anzeichen werden jedoch oftmals von Eltern oder auch Ärzten als Schüchternheit oder zeitbefristete Entwicklungsphase abgetan. Insgesamt lassen sich altersspezifisch folgende Symptome auflisten:

 

– Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren können logischerweise psychische Niedergeschlagenheit nicht angemessen äußern. Eine depressive Störung äußert sich bei ihnen in Traurigkeit, Ängstlichkeit oder Schüchternheit, wobei übermäßige Gereiztheit auffällig ist. Schlechtes Schlafverhalten und Lustlosigkeit zu spielen sind ebenfalls typische Symptome für depressive Kinder.

 

– Vorschulkinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren zeigen Depressionen in ähnlicher, aber fortgeschrittener Weise: Traurigkeit und Müdigkeit gehen einher mit starker Schüchternheit oder Aggressivität. Außerdem wachen betroffene Kinder öfters wegen Albträumen nachts auf. Die fehlende Freude am Spiel und bei Kontakt mit Gleichaltrigen setzt sich weiter fort; starkes Unter- oder Übergewicht kann ebenfalls symptomatisch für eine depressive Störung aufgrund fehlender Bewegung sein.

 

– Zwischen sieben und zwölf Jahren lernen die Kinder – nicht zuletzt wegen der Schule – sich konkreter zu äußern, weswegen hier eine Depression oftmals augenfälliger wird. Das Kind klagt demnach über Traurigkeit und unbegründete Schuldgefühle und zeigt außerdem Hoffnungs- und Hilflosigkeit. Oftmals spricht das betroffene Kind auch über den Tod, insbesondere über Suizid, was für Eltern ein eindeutiger Hinweis auf die psychische Störung sein muss. Die schulischen Leistungen des Kindes sind meist unterdurchschnittlich.

 

– Mit Beginn der Pubertät, also im Alter ab etwa zwölf Jahren, verstärken sich dann die Symptome des angehenden Jugendlichen: Er fühlt sich antriebslos und hat nur wenig Selbstvertrauen und tritt entsprechend als sehr schüchtern auf. In der Schule kann sich der betroffene Jugendliche nur schlecht konzentrieren, seine schulischen Leistungen sind entsprechend miserabel und nehmen stark ab. Ess- und Schlafstörungen sind ebenfalls typisch für eine depressive Störung bei Jugendlichen. Die Suizidgedanken verschärfen sich in dieser Altersgruppe ebenfalls bis hin zur Autoaggression, also zu eigenverursachten Verletzungen, die als Vorstufen zum Suizidakt angesehen werden können.

 

Interessantes zum Thema:

Depressionen bei Kindern – Allgemeines,  Ursachen und Symptome

Depressionen bei Kindern - Therapien und Tipps

 

Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden.

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück


Anzeigen

Aktuelles     Neuigkeiten     Tipps
13. März 2013
  Eine Melodie kann viele Menschen faszinieren und sie in ihren Bann ziehen. Diese Tatsache bezieht sich auch auf Kinder. Viele Kinder sehen in einem Musikinstrument die Chance, ihre Kreativität ausz... Weiterlesen
 
8. Januar 2013
Für viele Kinder es ist der wichtigste Tag im Jahr und bereits viele Wochen im Voraus kann es der Nachwuchs kaum noch abwarten, bis der Geburtstag endlich stattfindet. Schließlich wird er lediglich e... Weiterlesen