Freitag, der 15.12.2017 - 09:20 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
Anzeigen


[KINDERKRANKHEITEN] Asthma bronchiale bei Kindern - Behandlung - Notfall - Vorbeugung und Tipps für Eltern


In Anlehnung an den Schweregrad, sind auch verschiedene Behandlungsstufen entwickelt worden, um das Kind optimal zu versorgen. Dabei wird zwischen kontrolliertem Asthma, teilweise kontrolliertem Asthma und unkontrolliertem Asthma unterschieden. Bei der Behandlung von Asthma setzen Ärzte auf eine medikamentöse Therapie, die in fünf Therapiestufen unterteilt wird. Je nach Schwere des Asthmas oder nach Asthmaanfällen, werden einfache Mittel zum Inhalieren, bis hin zu hoch dosiertem Kortison verschrieben bzw. kommen zum Einsatz. Für die optimale Behandlung ist es weiterhin von großer Bedeutung, dass Eltern alle Auffälligkeiten etc. in eine Art Tagebuch dokumentieren, auch, wenn es Dinge sind die unbedeutend erscheinen. Oft erscheinen sie nur für Laien unbedeutend, Fachärzte können mit wertvollen Informationen auf die Reaktion von Medikamenten, die Dosierung besser einstellen und die optimale Behandlungsstufe finden.

 

Kinder, besonders kleine Kinder, verstehen noch nicht die komplexen Zusammenhänge die bei einer Behandlung von Asthma bronchiale notwendig sind. Die kleinen Asthmasprayflaschen wird jeder schon einmal gesehen haben. Diese Hilfen im leichten Notfall sorgen für ein einfacheres Atmen. Das Spray wird über ein Mundstück direkt in die Mundhöhle gesprüht. Ein kleines Kind wird es nicht schaffen, gleichzeitig den "Auslöser" zu drücken und einzuatmen. Für diese Altersgruppen gibt es sogenannte Spacer. Hier wird das Medikament in eine Art Vorschaltkammer gesprüht, woraus das Kleinkind oder Baby zum Beispiel über eine Maske inhalieren kann.

 

Notfall

Ein akuter Asthmaanfall kann lebensbedrohlich sein, und sollte auf gar keinen Fall unterschätzt werden. Eine ganz besondere Gefahr besteht in der Panik des Kindes, in der Angst, keine Luft mehr zu bekommen. Auch, wenn es schwierig ist, Versuche der Beruhigung sind enorm wichtig, um das Kind nicht weiter zu gefährden und panisch werden zu lassen. Es gibt verschiedenste Medikamente die bei einem akuten Anfall Schlimmeres verhindern sollen. Hierzu zählen zum Beispiel kurz wirksame ß2-Agonisten, die über das Inhalationsverfahren verabreicht werden und so für eine schnelle Besserung sorgen sollen. Außerdem sollte die Sauerstoffsättigung von 90 % wieder erreicht werden, hierfür gibt es spezielle Masken, die im Notfall zum Einsatz kommen. Durch die immer besser werdende medizinische Versorgung und die Forschung, wird für jeden Patienten ein Arzt eine ganz spezielle Medikation zusammenstellen können.

 

Kinder sollten jedoch auf Übungen und Positionen eingestellt werden, die das Atmen wesentlich erleichtern können. Dazu zählt unter anderem die sogenannte Torwartstellung, in der man mit leicht gebeugten Beinen steht und die Hände auf den Knien abstützt. Der Kutschersitz, wo das Kind auf einem Stuhl etc. sitzt und die Unterarme leicht vorgebeugt auf die Schenkel legt, ist genauso sinnvoll, wie das Abbremsen der Luft beim Ausatmen. Während des Ausatmens werden die Lippen fest zusammengepresst und so sehr wenig Luft mit Druck durch einen leichten Spalt ausgeatmet. Ein Kind mit Asthma bronchiale wird wie Erwachsene auch, mit einem Peak-Flow-Meter ausgestattet, ein Gerät, mit dem man selbst die Atmungsgeschwindigkeit messen kann und so regelmäßig sehen kann, ob die Atemwege extrem verengt sind oder ob es wieder besser wird. Auch zum rechtzeitigen Erkennen eines Asthmaanfalls kann dieser Peak-Flow-Meter sehr gut geeignet sein. Wie bei einer Straßenampel werden die Farben grün, gelb und rot angezeigt. Ist die Messung im roten Bereich, ist der Bestwert um mindestens 50 % unterschritten und ein schwerer Asthmaanfall droht. Grün hingegen ist ein Zeichen, dass alles in Ordnung ist. Eine Messung mit gelbem Ergebnis kann auf einen leichten Asthmaanfall hinweisen.

 

Vorbeugung

Oftmals wird Asthma bronchiale durch Allergien ausgelöst. Die schon erwähnten Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare können Auslöser eine Allergie sein und so scheint es der beste und sinnigste Weg zu sein, diesen Auslösern konsequent aus dem Weg zu gehen. Besteht in der Verwandtschaft schon eine Allergie und ist Asthma bronchiale schon aufgetreten, so sollte man besonders vorsichtig und vorausschauend sein. Allergien bzw. den Reaktionen kann man auf vielfältige Art und Weise aus dem Wege gehen.

 

Allergien, die auf Pollenflug beruhen, kann man vermeiden, in dem man zum Beispiel regelmäßig auf die Pollenflugvorhersage achtet und das Kind so nicht bewusst dem Risiko aussetzt. Auch sollte die Kleidung vom Tage nie im Schlafzimmer direkt aufbewahrt werden, das Auto sollte möglichst mit einem Allergiefilter ausgestattet sein und auch das Lüften des Kinderzimmers sollte mit Bedacht durchgeführt werden. Der wohl geringste Pollenflug ist zwischen 19 und 24 Uhr zu beobachten, während viele Pollen zwischen 4 und 6 Uhr besonders aktiv sind. Das Schlafen bei geschlossenem Fenster kann also ebenso hilfreich sein, wie das tägliche Haarewaschen, um Pollen nicht erst mit in das Bett zu nehmen.

 

Hausstaubmilben sind ebenso ein Auslöser für Allergien und können Asthma bronchiale bei Kindern nach sich ziehen. Mit ein paar Handgriffen kann das Risiko auch hier minimiert werden. Im Kinderzimmer sind Teppiche & Co regelrechte Milbenfänger, ebenso wie Kuscheltiere. Teppiche lassen sich entfernen, Kuscheltiere wegnehmen dürfte nicht immer gehen und sinnvoll sein. Regelmäßiges waschen bei 60 °C oder einen halben Tag im Tiefkühlfach des Kühlschrankes, können Hausstaubmilben effektiv bekämpfen. Staubsauger sollten mit einem Hepa-Filter ausgestattet sein und die Matratze des Kindes mit einem milbendichten Überzug bezogen werden.

 

Schimmelpilze entwickeln sich nicht nur an feuchten Wänden, auch wenn dies oft der Auslöser ist. Sollten Schimmelflecken sichtbar werden, ist eine sofortige Sanierung erforderlich; einfache Mittel, die nur oberflächlich wirken und aufzusprühen sind, werden keinen Langzeiteffekt haben und bekämpfen nicht die Ursache des Schimmelpilzes. Konsequent muss hier vorgegangen werden. Nahrungsmittel sollten im Haushalt von Natur aus nicht so lange gelagert werden, dass sie schimmeln, ein besonderes Augenmerk ist aber auch hier angebracht. Pflanzenfreunde werden sich wundern, warum eine Art der Vorbeugung das Entfernen der Topfpflanzen ist. So schön, wie Pflanzen sind, und so gesund, wie sie auf einer Seite auch sind, so gefährlich kann die Erde der Pflanzen werden. Kleinen weißen Belag hat sicherlich jeder schon einmal auf der Erde gehabt, besonders im Winter, wenn trockene Heizungsluft und regelmäßiges Gießen aufeinandertreffen. In der Erde bilden sich Schimmelpilze, auch wenn sie nicht immer als weißlicher Belag sichtbar sind. Sollte der Nachwuchs Zeichen einer Allergie auf Schimmel zeigen, so haben Topfpflanzen in der Wohnung und ganz besonders im Kinderzimmer nichts mehr zu suchen. Ähnlich verhält es sich mit Tieren wie Hunden und Katzen. So bedauerlich, wie es sein mag, ein geliebtes Haustier abzugeben, es kann aber für Allergien verantwortlich sein. Nur das Fernhalten vom Kind bzw. vom Kinderzimmer reicht bei Weitem nicht aus.

 

Tipps

Mit vorbeugenden Maßnahmen kann man schon sehr viel erreichen. Sind Auffälligkeiten beim Kind zu beobachten, sollte man dies nicht auf die leichte Schulter nehmen und einen Arzt aufsuchen. Durch Untersuchungen und einen Allergietest kann schnell Klarheit verschafft werden. Viele Eltern neigen dazu, regelmäßiges Husten als nicht weiter schlimm abzutun, es teilweise gar zu ignorieren. Nicht immer ist hier die Gabe von Hustensaft und Zwiebelsaft angebracht, sollte der Husten häufiger und anhaltend sein (siehe auch Symptome und Schweregrad), muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Durch das frühzeitige Erkennen können Maßnahmen eingeleitet werden, die teilweise überlebenswichtig sind. Vergessen werden darf nicht, dass in Deutschland jährlich immer noch insgesamt ca. 5.000 Menschen an Asthma sterben. Sicherlich wird man das Risiko, an Asthma zu erkranken nicht zu 100 % mindern können, aber mit der richtigen Vorbeugung und auch mit der richtigen Selbsthilfe im Notfall, ist ein Leben mit Asthma möglich. Mit der Herausforderung wird man als Familie wachsen können, auch bei Asthma.

 

Interessantes zum Thema:

Asthma bronchiale bei Kindern - Auslöser - Symptome - Diagnostik und Schweregrad

Asthma bronchiale bei Kindern - Behandlung - Notfall - Vorbeugung und Tipps für Eltern

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück


Anzeigen