Mittwoch, der 13.12.2017 - 08:23 Uhr
 
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Angeborene Herzfehler - Diagnose - Behandlung - Vorbeugung
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[KINDERKRANKHEITEN] Angeborene Herzfehler - Diagnose - Behandlung - Vorbeugung


Diagnose Herzfehler

 

In vielen Fällen kann ein Herzfehler pränatal, also bei dem noch nicht geborenen Kind durch Ultraschall-Untersuchungen festgestellt oder vermutet werden. Das betrifft vor allem schwerwiegende Fehlbildungen, die durch neuere Techniken schon im Mutterleib diagnostiziert werden können. Spätestens jedoch direkt im Anschluss an die Geburt können bei der Neugeborenen-Untersuchung Herzfehler festgestellt werden, die das Leben des Kindes gefährden. Bei nur geringfügigen, weniger ausgeprägten Herzvitien können erste Symptome jedoch erst nach einigen Jahren auftreten, oftmals auch erst im Erwachsenenalter. Aufklärung geben dann Herz-Ultraschall-Untersuchungen oder Herzkatheten-Untersuchungen. Bei letzterer Methode wird meist durch Einschub in die Vena femoralis ein Katheter bis ins Herz geschoben, wobei mit einem Kontrastmittel die Art und Schwere eines Herzvitiums diagnostiziert werden kann. Auch Belastungs-EKG oder Langzeit-EKG können Aufschluss über mögliche Herzstörungen geben.

 

Behandlungen

 

Angesichts der großen Bandbreite an möglichen Herzfehlern sind auch die Behandlungsmöglichkeiten sehr vielseitig. Bei angeborenen Herzvitien ist jedoch meist ein chirurgischer Eingriff ratsam, der die Fehlbildung behebt, sofern diese eine langfristige Lösung oder Linderung der Beschwerden mit sich bringt. Solche chirurgischen Maßnahmen können zum Beispiel bei einer Herzklappenstenose durchgeführt werden, indem durch ein Ballonkatheter die Klappe erweitert wird. Sogenannte Stent-Implantationen können bei Gefäßverengungen ebenfalls im Kindesalter eingeführt werden und versprechen meist auch gute Aussichten für ein nahezu unbeschränktes Leben – trotz des Herzfehlers. Bei diesem Verfahren werden kleine Plastik- oder Metallröhrchen (Stents) mithilfe eines Katheters in ein verengtes Blutgefäß implantiert.

 

Bei einer Fallot-Tetralogie wir bereits recht früh nach der Geburt bei einem Alter von etwa einem Jahr eine sogenannte Blalock-Taussig-Anastomose durchgeführt, wobei eine Verästelung der Arteria subclavia der Lungenschlagader hingeführt wird, damit die Lunge wegen der Pulmonalstenose mit ausreichend Blut versorgt wird. Zudem wird versucht, die Verengung der Arterie zumindest geringfügig zu erweitern. Und sogar die scherwiegende Transformation der großen Arterien kann heute therapiert werden. Nachdem mit Medikamenten das Verschließen des Ductus arteriosus zu verhindern versucht wird beziehungsweise mit einem sogenannten Rashkind-Manöver ein künstlicher Atriumseptumdefekt erzeugt wird, folgt der notwendige chirurgische Eingriff. Im Rahmen der arteriellen Switch-Operation werden die Aorta sowie die Pulmonalarterie vertauscht und an die eigentlich korrekten Ventrikel angenäht. Bei einem durch Medikamente bedingten Ventrikelseptumdefekt wird dieser ebenfalls verschlossen, sodass der Herzfehler komplett behoben ist.

 

In den meisten Fällen muss ein solcher Eingriff direkt nach der Geburt, also in den ersten Lebenstagen, stattfinden, damit das Leben des Kindes nicht gefährdet wird. Im Regelfall wird jedoch die bestmögliche Zeit für eine Operation am Herzen abgewartet, da immer ein gewisses Risiko besteht. Welcher Entwicklungsstand die geringsten Gefahren und die optimalsten Aussichten birgt, muss dabei individuell ein Arzt entscheiden. Darüber hinaus können auch Medikamente die Folgebeschwerden von angeborenen Herzfehlern therapieren, wie beispielsweise Bluthochdruck oder die Herzfrequenz. Hierzu eignen sich Betablocker oder ACE-Hemmer, die allesamt eine Hypertonie lindern können.

 

Vorbeugung

 

Die Vorbeugung bei angeborenen Herzfehlern fällt entsprechend einseitig aus. Die wenigsten Eltern können voraussehen, ob ihr ungeborenes Kind an einem angeborenen Herzvitium leiden wird. Die einzige Möglichkeit bleibt bei der Abklärung von einem genetischen Risiko, meist infolge einer Geburt eines Kindes mit Herzfehler. Dabei kann ein Vererbungsspezialist abklären, ob ein Wiederholungsrisiko für ein zweites Kind besteht. Da aber auch einige Herzfehler bisher nicht eindeutig erklärbar sind, dürfte diese Option nur in einem gewissen Maße vor einem angeborenen Herzfehler des Kindes schützen.

 

Eine weitere Möglichkeit zur Vorbeugung bleibt der Mutter jedoch während der Schwangerschaft. Schließlich sind Fehlbildungen an Herz, Gehirn und anderen Organen, eine mögliche Folge aus dem sogenannten fetalen Alkoholsyndrom. Doch nicht der Konsum von Alkohol kann während der Schwangerschaft für das ungeborene Kind gefährlich werden, sondern auch weitere äußere Einflüsse, wie beispielsweise Infektionen und Erkrankungen. Um sich vor diesen zu schützen, sind ein starkes Immunsystem und eine gesunde Lebensweise ebenfalls förderlich, um die Gesundheit des Kindes zu sichern. Auch bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt darüber entscheiden, was zu tun ist, damit alle potenziellen Risiken ausgeschaltet sind.

 

Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden.

 

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