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[KINDERKRANKHEITEN] Alkoholismus bei Jugendlichen - Behandlung, Vorbeugen, Tipps für Eltern

Alkoholismus - Behandlung, Vorbeugen, Tipps für Eltern

Alkoholismus bei Jugendlichen kann auf mehrere Arten behandelt werden, die bekannteste Behandlungsart dürfte der Entzug sein. Hier wird dem Jugendlichen von einem Tag auf den anderen der Alkohol verwehrt, was drastische Folgen haben kann. Ist die Alkoholsucht stark ausgeprägt, kann ein Entzug nur stationär und unter Aufsicht von Ärzten vorgenommen werden, da lebensbedrohliche Entzugserscheinungen nicht selten sind. Zittern, Krampfanfälle, Schlafstörungen und gar Halluzinationen sind nur einige Begleiterscheinungen, die während eines Entzuges auftreten können. Mit verschiedensten Medikamenten kann auch eine direkte Abneigung gegen Alkohol erzeugt werden, sodass der Drang nach Alkohol erst gar nicht auftritt. Generell ist zu sagen, dass man einen Entzug schwer alleine schaffen wird, Eltern sollten sich hier unbedingt ärztlichen Rat und Hilfe holen.

 

Vorbeugen

Der Gesetzgeber hat ganz klare Regeln geschaffen, um ein Missbrauch von Alkohol bei Jugendlichen vorzubeugen. So ist die Abgabe von Bier, Sekt und Wein nur an Jugendliche ab 16 Jahre gestattet, hochprozentige Spirituosen wie zum Beispiel Liköre, Schnaps etc. dürfen erst ab dem 18. Lebensjahr verkauft werden. Leider nimmt es nicht jeder Einzelhändler so genau mit seiner Pflicht, das Alter zu kontrollieren und oft werden auch ältere Freunde zum Kauf vorgeschickt. Auch mit Werbekampagnen versucht der Gesetzgeber an die Vernunft der Jugendlichen zu appellieren. Auf Plakaten und in Kinos wird immer wieder auf die Gefahren des Alkohols hingewiesen.

 

Nicht jeder erkennt die Gefahr, will sie erkennen und ignoriert viele der vorbeugenden Maßnahmen schlichtweg. Da man aber nicht nur auf den Staat hoffen und setzen kann, sollte das Thema auch zwischen Eltern und Kindern immer wieder eine Rolle spielen. Verbote bewirken oft das ganze Gegenteil, Eltern sind gefragt, das Gespräch zu suchen und gerade, wenn sie merken, dass das Kind mit Alkohol in Berührung kam, hier ganz gezielt aufzuklären. Verschiedenste Beratungsstellen bieten Eltern Hilfe an, der Umgang mit den eigenen Kindern kann gar erlernt werden.

 

Natürlich kann man auch als Mutter und Vater eine Vorbildrolle einnehmen und so vermeiden, dass es zu Alkoholproblemen bei dem eigenen Kind kommt. Der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol sollte hier selbstredend sein. Dass man sich abends ein Glas Wein oder ein Bier gönnt, ist normal, aber es muss nicht im Schatten des Kindes passieren. Eine frühe Aufklärungsarbeit, die man selbst machen kann: Einem Kind Grenzen setzen, das offene Gespräch mit den Kindern und ein gutes Verhältnis kann oft schon viel helfen.

 

Verbreitung

Alkoholkonsum ist weltweit sehr verbreitet und in Zeiten von Alkopops, dem so genannten Komasaufen und teilweise noch illegal stattfindenden Flatrate-Partys, verbreitet sich der Alkoholismus auch leider unter Kindern und Jugendlichen immer mehr. Die Zahl der Abhängigen steigt stetig, genaue Zahlen sind aufgrund der Dunkelziffer kaum möglich. Lediglich die bereits schon angesprochene Verdopplung der wegen akuter Alkoholintoxikation in Kliniken eingelieferten Jugendlichen, ist ein Hinweis darauf, dass der Missbrauch von Alkohol drastisch zugenommen hat. Dabei scheint es nicht die geringste Rolle zu spielen, aus welcher Bevölkerungsschicht die Kinder kommen. Umfragen aus dem Jahr 2008 zeigten, dass knapp 7 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren Alkoholmengen konsumieren, die selbst für Erwachsene sehr riskant sind.

 

Tipps für Betroffene Eltern

Was können Eltern tun, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr Kind regelmäßig Alkohol trinkt oder gar merken, dass ihr Kind der Alkoholsucht verfallen ist? Das direkte Gespräch fällt vielen Eltern sehr schwer, was durchaus verständlich ist. Aber Eltern müssen es erst gar nicht so weit kommen lassen, Eltern können schon in der frühkindlichen Entwicklung dafür Sorge tragen, dass ein Kind auch später mal nein sagen kann. Nein zum Beispiel zu Alkohol, zum Komasaufen etc. Eltern sollten sich im Klaren sein, dass sie gerade bei diesem Thema eine Vorbildfunktion haben. Ein Kind, welches seinen Vater jeden Abend oder vielleicht schon am Nachmittag mit mehreren Flaschen Bier sieht, wird dies recht schnell als etwas Normales einstufen. "Warum sollte das jetzt falsch, verboten oder für mich als Jugendlicher nicht auch toll sein?" können Fragen sein, die sich das eigene Kind stellt. Alkohol zu bestimmten Anlässen gehört zur Normalität und ist auch im Beisein von Kindern nicht verboten. Schließlich wird zu Silvester mit Sekt angestoßen und das ist nichts Verwerfliches. Verwerflich wird es, wenn Eltern das Thema Alkohol zu locker sehen, wenn sie den Rausch des 14-jährigen Sohnes mit "Wir waren ja auch mal jung" abtun. Das ist keine Argumentation, die man einem 14-Jährigen entgegenbringen darf, weil dieses Argument das Problem verharmlost.

 

Sollte der Alkoholkonsum nach Meinung der Eltern doch schon arg vorangeschritten sein und der Anfang vom Ende scheint sich abzuzeichnen, sollten Eltern sofort eingreifen und sich nicht scheuen, Hilfe zu holen. Ganz sicher wird man mit diesem Problem nicht alleine fertig. Es gibt in jeder größeren Stadt Beratungsstellen, Suchthilfen etc., die sich gerade auch auf Kinder und Jugendliche spezialisiert haben. Hier kann man wertvolle Hilfe bekommen, sowohl mit dem Kind als auch ohne dass das Kind mit anwesend ist. Wichtig ist auf jeden Fall nicht zu verzweifeln, den Tatsachen ins Auge zu sehen und sich bewusst zu machen, dass diese Situation nun einmal eingetreten ist und weder durch Anschreien, Gewalt oder einfach nur Verbote zu ändern ist. Verständnis und Hinterfragen, für das Kind da sein und gemeinsam nach Lösungen suchen – das sollte oberste Priorität in dem Moment haben.

Links zum Thema Alkoholismus in Familien:

http://www.bist-du-staerker-als-alkohol.de/

http://www.nacoa.de/

http://www.dhs.de/

http://www.al-anon.de/

 

Artikeln zum Thema:
Alkoholismus: Krankheitsverlauf, Ursachen, Folgen 
Alkoholismus: Allgemeine Informationen

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