Dienstag, der 12.12.2017 - 03:34 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
Anzeigen


[KINDERGESCHICHTEN GEDICHTE] Gutenachtgeschichte: Brunko der Bär 2. Teil


Bärengeschichten 2

Was zuletzt geschah: Der alte Braunbär Brunko lebte in einem Wäldchen im Gebirge und war dort sehr einsam. Eines Tages legte er sich gemütlich auf eine sonnige Wiese, als es plötzlich zu regnen begann. Brunko suchte Unterschlupf in einer steinigen Höhle, weil er den Regen nicht besonders mochte. Als die winzige, hübsche Fee Lawina dort auf ihn traf, bekam sie es mit der Angst zu tun und flatterte schnell davon. Doch weit hat sie es nicht geschafft: Ihre Flügel waren so nass und schwer, dass sie nicht weit von der Höhle entfernt auf dem Boden lag und um Hilfe rief. Brunko war sofort zur Stelle, doch Lawina schrie: "Bitte tu' mir nichts, bitte!".

Der Bär sagte in ruhigem Ton: "Hab' keine Angst, ich möchte Dir nur helfen! Du bist ja ganz nass und durchgefroren!". Das Feelein antwortete mit zittriger Stimme: "Ich habe Angst vor Dir, lass' mich in Ruh'!". Um Lawina zu beweisen, dass Brunko ein lieber und hilfsbereiter Bär war, näherte er sich ihr, schnappte sich ein besonders großes Ahornblatt und hielt es über sie. "Jetzt wirst Du nicht mehr nass, das Blatt ist fast wie ein Regenschirm!", meinte er grinsend. Die Fee war überrascht, war aber dennoch misstrauisch: "Und Du möchtest mir wirklich nichts tun? Du bist so groß und schaust gar nicht lieb aus! Ich könnte mich doch gar nicht gegen Dich wehren!". Brunko war glücklich, dass Lawina schon etwas zutraulicher geworden war und entgegnete ihr: "Ich bin doch bloß ein einsamer, trauriger Bär, der jeden Tag ganz alleine hier im Wald verbringt. Ich würde niemals irgendwem etwas zuleide tun, bitte glaub' mir das!". Diese von Traurigkeit erfüllten Worte gingen unter die Haut und erweichten Lawinas Herz. Mitleidig sagte sie: "Es tut mir leid, aber auf den ersten Blick sieht man sowas nicht. Ich bin schon vielen bösen Tieren begegnet, die nicht nett zu mir waren. Deshalb urteile ich vielleicht etwas zu schnell.". Brunko konnte das zierliche Wesen überzeugen, dass er nur auf der Suche nach Freunden ist und trug es auf seinem Rücken in die dunkle Höhle.

Gemeinsam bauten die zwei ein Nest aus Blättern für die Fee mit den glänzenden Flügeln, die wunderschön geschwungen waren und sich an den Spitzen kringelten. Sie fühlte sich wohl, bedankte sich und fing ein Gespräch an. Die beiden sprachen stundenlang miteinander und vergaßen alles um sich herum. Das Feelein kuschelte sich nach einiger Zeit an den Bären und genoss es, auf dessen Bauch zu liegen. Denn am Bauch war Brunkos Fell besonders weich, auch wenn der Rücken eher borstig war. Die Fee ist sanft in den Schlaf gesunken und hatte einen Traum, in dem sie sehr glücklich war.

In der Frühe ging die Sonne auf und erhellte die Höhle, in der es kurz zuvor noch stockdunkel war. Lawina wurde wach und wollte Brunko wecken, da sie durch ihren Traum eine Idee hatte, wie sie ihn an diesem Tag überraschen könnte. Sie tanzte dem Bären im wahrsten Sinne des Wortes auf der Nase herum - durch dieses Kitzeln erwachte er und musste lächeln. "Ich bin so dankbar, dass ich nach so langer Zeit endlich einmal aufwache und nicht allein bin!", sagte er mit einem Strahlen im Gesicht. "Brunko, ich weiß, was wir heute machen!", platzte es aus der Fee heraus, "Folge mir einfach!".

Als die beiden den einsamen, kahlen Wald verlassen hatten, folgten sie einem langen, langen, steinigen Weg. Er führte sie zu einem viel schöneren Wald, in welchem unzählige Rehe, Mader, Füchse und Vögel lebten. Das Vogelgezwitscher, die unbeschreiblich schönen Blumen, die überall wuchsen, wo man hinsah, und das Geplätscher des Baches ergaben ein herrliches und eindrucksvolles Zusammenspiel. Brunko war begeistert: "Ich wusste gar nicht mehr, dass es so viel Leben auf Erden gibt! Es ist so schön hier!". Lawina flatterte geradewegs zu dem kurvenreichen Bach, der sich durch die Landschaft schlängelte. "Komm' her, hier setzen wir uns hin!", sagte sie enthusiastisch.

So saßen der Bär und die Fee an diesem sonnigen, warmen Morgen dort und sagten kein Wort. Das war ein gutes Zeichen, denn es war ein zufriedenes Schweigen, das zeigte wie gut es den beiden ging. Hin und wieder schauten sie sich an und lächelten. Lawina legte ihre winzige, schmächtige Hand auf Brunkos rechte grobe Tatze und zeigte ihm damit, dass sie ihn schon nach so kurzer Zeit in ihr Herz geschlossen hatte. Gemeinsam erfreuten sie sich an der lebendigen Natur, beobachteten die gelben und braunroten Schmetterlinge und ließen ihre Füße ins kühle, erfrischende Wasser hängen - es war ihnen ein großes Vergnügen und vor Freude mussten sie beide gleichzeitig anfangen zu lachen. Nach etwa anderthalb Stunden, die rasch vergangen waren, sah Brunko Lawina beschämt an und fragte: "Du? Sind wir jetzt eigentlich Freunde?". "Aber sicher sind wir das! Und ich werde Dich auch allen meinen anderen Freunden vorstellen; die werden Dich bestimmt auch mögen!", beteuerte ihm die Fee. Der Bär war so glücklich, dass ihm ein Freudentränchen über das haarige Gesicht lief. "Ich bin so froh, nicht mehr allein zu sein! Die Einsamkeit war wirklich schlimm, so ganz ohne Freunde ist das Leben langweilig.", flüsterte er. Lawina sprach: "Und ich bin auch froh, denn ich habe etwas gelernt: Man sollte niemanden so schnell verurteilen, wie ich es anfangs getan habe. Wir haben uns jetzt besser kennengelernt und nun weiß ich, dass Du ein ganz Lieber bist, vor dem niemand Angst zu haben braucht." und fügte scherzend hinzu: "Auch wenn Du ab und zu ruhig ein bisschen mehr lächeln könntest!". Brunko war sehr dankbar für diese lieben Worte und meinte: "Auch ich habe als alter Bär noch etwas gelernt: Man darf niemals die Hoffnung aufgeben! Niemals mehr hätte daran geglaubt, jemals wieder Freunde zu finden. Es hat zwar lange gedauert, aber es hat sich gelohnt, denn jetzt ist mein Traum wahr geworden!".

Und so lebten der Bär und die Fee gemeinsam bis an ihr Lebensende zufrieden und glücklich in den Bergen.

Bärengeschichte 1. Teil

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück


Anzeigen

Aktuelles     Neuigkeiten     Tipps
13. März 2013
  Eine Melodie kann viele Menschen faszinieren und sie in ihren Bann ziehen. Diese Tatsache bezieht sich auch auf Kinder. Viele Kinder sehen in einem Musikinstrument die Chance, ihre Kreativität ausz... Weiterlesen
 
8. Januar 2013
Für viele Kinder es ist der wichtigste Tag im Jahr und bereits viele Wochen im Voraus kann es der Nachwuchs kaum noch abwarten, bis der Geburtstag endlich stattfindet. Schließlich wird er lediglich e... Weiterlesen