Sonntag, der 22.10.2017 - 10:04 Uhr
 
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[KINDERGESCHICHTEN GEDICHTE] Gutenachtgeschichte: Brunko der Bär 1. Teil


Bärengeschichten

Vor langer, langer Zeit gab es einmal einen Bären namens Brunko, der schon sehr alt war. Er lebte in einem ziemlich verkommenen Wald, welcher sich in einem Gebirge befand. Die Berge waren riesig, von Bäumen, Sträuchern und sonstigem Geäst geziert und an den Spitzen mit Schnee bedeckt. Besonders ansehnlich war die malerische Ecke, durch die ein kleiner Bach floss. Lilien und Vergissmeinnicht schmückten die Ufer des kleinen Flusses und machten den Anblick dessen perfekt. Doch der Wald, in dem Brunko lebte, war nicht schön. Viele Bäume, besonders Eichen, Buchen und Fichten, waren schon von den Menschen gefällt worden - dadurch sah die Gegend sehr kahl und einsam aus. Es lebten kaum noch andere Tiere dort, weil sie sich in diesem Gehölz nicht mehr wohl fühlten und sich deshalb ein neues Zuhause suchten. Einige waren ein paar Kilometer weiter gezogen, wo es einen besonders großen und schönen Wald gab, der von vielen Rehen, Füchsen und verschiedenen Vogelarten wie Buntspechten und Grünfinken oder Zaunkönigen und sogar blau-roten Eisvögeln bewohnt war.

Doch Brunko wollte seiner Heimat treu bleiben. Der alte Bär hauste schon seit unzähligen Jahren dort und wollte nirgendwo anders mehr verweilen, auch wenn er sich oft einsam fühlte und niemanden zum Reden hatte. Brunko war ein sehr groß gewachsener Braunbär, der auf den ersten Blick ein wenig grimmig wirkte und damit viele Tiere abschreckte. Doch in Wirklichkeit war er ein liebenswertes Wesen, welches immer hilfsbereit und freundlich war. Niemals hätte er seine Freunde, die inzwischen leider nicht mehr lebten, im Stich gelassen oder verraten. Brunko war immer für jeden da, der ihn brauchte und hatte stets ein offenes Ohr, wenn es Probleme gab oder jemand traurig war. Früher wandten sich viele seiner Freunde an ihn, wenn es ihnen schlecht ging oder sie weinen mussten. Sie wussten: Auf Brunko war Verlass und er würde immer ein tröstendes Wort finden. So war es auch; Brunko fand stets die richtigen Worte, durch die er traurige Tiere aufbauen oder beruhigen konnte. An seiner Seite konnte man sich wohl fühlen, Kraft schöpfen und neuen Mut finden, denn er machte jedem Hoffnung, der sie brauchte.

Der Bär, der übrigens sehr große, schwarze Tatzen hatte, die schon fast ein bisschen angsteinflößend aussahen, verbrachte die Tage gerne auf der sonnigen Wiese, die sich ungefähr zwischen Mitte und Norden des Waldes befand. An dieser Stelle des Waldes wuchsen noch die meisten Bäume. Es war Mitte August - wahrscheinlich der 15. oder 16. - und Brunko suchte sich dort ein warmes Plätzchen zum Faulenzen. Er liebte es, einfach nur dazuliegen, nachzudenken und die pralle Sonne auf seinem dunklen, borstigen Fell zu spüren. An diesem Tag war es besonders heiß - wie es im Spätsommer nun einmal üblich ist. Es war ein bezaubernder Anblick: Die Sonnenstrahlen schienen durch die kräftigen Äste, welche große, grüne Blätter trugen. Mit viel Fantasie konnte man in den Schatten, die auf den Boden fielen, Figuren erkennen. Brunko genoss diesen Anblick, schloss die Augen und war zufrieden. Er dachte darüber nach wie es noch vor vielen Jahren war, als er mit seinen Freunden an diesem Ort auf der Wiese lag und sie sich gemeinsam Gedanken darüber machten, was sie am nächsten Tag unternehmen könnten. Der Bär war so in Gedanken, dass er irgendwann einschlief und ruhig schlummerte. Zwischendurch gab er immer wieder ein lautes Schnarchen von sich, was aber niemand hörte. Er hatte schöne Träume, in denen er nicht allein war - doch plötzlich wurde er vom Regen geweckt. Ein unerwarteter Sommerregen, der lauwarm war und die wenigen Vögel, die auf den Ästen saßen, verscheuchte. Brunko stand sofort auf und suchte Unterschlupf in einer kleinen Höhle, in der er nachts immer geschlafen hatte, wenn es regnete oder besonders kalt war. "Großartig, warum muss es ausgerechnet heute regnen? Es war so schön warm und sonnig und nun kühlt es wieder ab!", brummte er verärgert.

Mit einem Mal flatterte eine kleine, zierliche Fee in die steinige Höhle. Sie sah sehr schwach aus und landete sehr ungünstig - sie fiel auf die Knie, stand aber schnell wieder auf. "Hallo Du!", flüsterte der alte Bär mit der platten, schwarzen Nase. Die Fee, die übrigens Lawina hieß, flog mit großem Geschrei aus der Höhle - sie hatte riesige Angst, als sie den großen Brunko erblickte. Er schien in ihren Augen riesig zu sein! "Bleib' doch...", rief Brunko und wurde dabei immer leiser, "Bleib' doch hier...". Er war traurig, dass die gazellenhafte Fee mit den blonden Locken so schnell wieder verschwunden war. Er hätte sich über ein wenig Gesellschaft gefreut und konnte nicht verstehen, warum alle Angst vor ihm hatten und fühlte sich furchtbar einsam. Ein paar hellblaue Tränen liefen still über sein Gesicht. Er wischte sie nach und nach mit seinen Tatzen weg, doch es kamen immer neue Tränen, die lautlos seine Wangen herunter kullerten. "Ich werde für immer allein bleiben, dabei wünsche ich mir doch so sehr, endlich wieder Freunde zu finden.", schluchzte Brunko. Er setzte sich mit gesenktem Kopf in die dunkelste Ecke der Höhle und war deprimiert darüber, allein zu sein. Er suchte verzweifelt nach Möglichkeiten, sich zu ändern - in der Hoffnung, irgendwann gemocht zu werden. Der einsame Bär war ratlos und sehr nachdenklich.

In der Nähe der Höhle lag Lawina, die hübsche Fee, mit schlappen Flügeln auf dem Boden. Sie hatte keine Kraft mehr, um weiter zu fliegen, da ihre zarten Flügen ganz nass vom Regen und somit sehr schwer waren. Das Feelein wusste nicht, was es tun sollte, lag verzweifelt da und rief um Hilfe. Brunko hörte Lawina schreien und stürmte sofort aus der Höhle auf sie zu. "Was ist los, brauchst Du Hilfe, kleine Fee?", fragte er aufgebracht. Das winzige Geschöpf versuchte sich aufzurichten und entgegnete ihm ängstlich: "Bitte tu' mir nichts, bitte!". Die beiden schauten sich mit großen Augen an.

... wie es weiterging, erfahrt Ihr morgen Abend ...

Bärengeschichte 2. Teil

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