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Gute Nacht Geschichten: Sternentanz 2. Teil
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[KINDERGESCHICHTEN GEDICHTE] Gute Nacht Geschichten: Sternentanz 2. Teil

Sternentanz - Teil 2

 

Was zuletzt geschah:

 

Der 8-jährige Tom, der die Natur über alles liebte, hat sich erkältet, weil er in der Schulpause ohne Jacke, Schal und Handschuhe draußen war. Während all seine Freunde auf der Straße im Schnee spielten, lag er krank im Bett und durfte das Haus nicht verlassen. Die Langeweile stand ihm ins Gesicht geschrieben - er wusste einfach nicht, womit er sich den ganzen Tag beschäftigen sollte. So schlief er fast den gesamten Tag über und wurde nachts wach - bis ihm eine tolle Idee kam, wie er die nächsten Stunden verbringen könnte.

 

Vor zwei Jahren hatte Tom ein kleines, aber gutes Teleskop zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zuvor hatte er sich nämlich eine interessante Sendung im Fernsehen angeschaut, in der es um den Mond, die Sterne und den Himmel ging. Zum Beispiel wurden dort der Mars und der Jupiter gezeigt - und da diese Planeten völlig anders als unsere Erde aussehen, war Tom sofort begeistert und wünschte sich, die Sterne und Planeten auch selbst einmal zu begutachten. Dies macht man mit einem Teleskop, was eine Art gutes Fernrohr ist, mit dem man sehr sehr weit sehen kann.

 

Das Teleskop hatte Tom nun lange in seinem Schrank stehen, da er das Interesse daran aus unbekannten Gründen verloren hatte. Doch in besagter Nacht fiel es ihm wieder ein und er holte es aus seinem Schrank. Nachdem er es so aufgebaut hatte, wie es in der Anleitung beschrieben wurde, löschte er das Licht in seinem Zimmer, schaute noch einmal zum Himmel und blickte dann durch das Teleskop. Der Mond, welcher doch so weit entfernt von der Erde liegt, schien so nah wie noch nie. Es war Vollmond. Eine große strahlende Kugel schien auf die Erde hinab und man konnte viele grobe Krater erkennen. Der Mond sah so wunderschön aus, dass Tom lächeln musste. Er hielt Ausschau nach Leben - vielleicht gibt es ja noch andere Wesen in unserem riesigen Universum? Leider konnte Tom nichts in dieser Richtung finden. Aber so schnell gab der 8-jährige Schüler nicht auf, denn er war sehr interessiert an dem, was er erkennen konnte. Also drehte Tom das Teleskop in eine andere Richtung und schaute sich die glänzenden, funkelnden Sterne an. Er war begeistert, wie groß die anderen Planeten durch das Fernrohr aussahen. Er lehnte sich zurück und schaute ohne das Teleskop in den Himmel. "Die sehen so winzig aus, dabei sind sie bestimmt so groß wie die Erde - oder sogar noch größer! Ich frage mich, ob dort oben noch andere Geschöpfe sitzen und auch auf mich herab sehen. Bestimmt können sie mich gar nicht erkennen, ich bin ja so klein wie eine Ameise in deren Augen!", dachte sich Tom. Er machte sich noch viele Gedanken darüber, wie schön die Sterne aussahen und wie klar der Himmel in dieser Nacht war. Nicht eine einzige Wolke konnte er entdecken. Es war wie für ihn gemacht. Er fühlte sich wohl und hatte einen interessanten Zeitvertreib für seine schlaflosen Stunden gefunden. Genau in dem Moment, als der Junge noch ein letztes Mal durch sein großes Fernrohr schaute, erblickte er eine wunderschöne Sternschnuppe. Seine Eltern sagten früher immer zu ihm, man dürfe sich etwas wünschen, wenn man eine Sternschnuppe sähe. Er wünschte sich sehnlichst, schnell wieder gesund zu werden und bald wieder mit seinen Freunden Leonard und Sophie spielen zu können. Tom war rundum glücklich und zufrieden, vergaß seine Erkältung und schlief irgendwann mit dem Kopf auf der Fensterbank ein, neben ihm das grau-silberne Teleskop, welches ihm so großartige Einblick in andere Galaxien gewährte. Die Stunden vergingen schnell, bis ihn seine Mutter am nächsten Morgen weckte und sich darüber wunderte, dass Tom nicht in seinem Bett gelegen hat.

 

Es ging es ihm schon viel besser als am Vortag - also konnte er die Schule wieder besuchen und seine Freunde treffen, die sich sehr freuten, ihn wiederzusehen. Sophie sagte mitleidig: "Du hast Dich sicher gelangweilt und lagst den ganzen Tag nur ihm Bett. Schön, dass Du wieder gesund bist!". "Wenn ihr wüsstet!", dachte Tom und grinste dabei. Er hat seinen Freunden nichts davon erzählt, was er in der vergangenen Nacht getan hat. Als die Glocke läutete, begann der Unterricht. Die Deutschstunde startete damit, dass die Kinder einen Aufsatz schreiben sollten. "Heute dürft ihr einen kurzen Aufsatz schreiben. Euer Thema lautet: "Besondere Erlebnisse". Ihr könnt zum Beispiel von einem Zirkus-Besuch oder einem schönen Geburtstagfest berichten. Denkt Euch etwas aus, seid kreativ!", erklärte die braunhaarige Lehrerin. "Perfekt!", platzte es aus Tom heraus. Seine Lehrerin fragte ihn, ob er schon eine Idee hätte und er nickte freudig. In den nächsten dreißig Minuten schrieb Tom von seiner spannenden Nacht, in welcher er die Krater des Mondes, das Funkeln der Sterne, die Sternschnuppe und den wunderbar klaren Himmel beobachtete. Tom war sehr energisch und euphorisch dabei und schrieb einen großartigen Aufsatz.

 

Am nächsten Tag - es war ein Freitag - hatte die fleißige Deutschlehrerin die Aufsätze der Schüler bereits gelesen und ausgewertet. Keiner hatte eine so gute Note wie Tom bekommen - er hatte den besten Text von allen geschrieben und durfte ihn deshalb vor der gesamten Klasse vortragen. Er war mächtig stolz auf sich - und das durfte er auch sein. Nachdem er seine Zeilen vorgelesen hatte, applaudierten seine Mitschüler und waren ganz begeistert von Toms Erlebnis. "Bald ist Weihnachten, jetzt wünsche ich mir auch ein Teleskop", "Wie schön! Ich möchte die Sterne auch einmal von Nahem sehen", hörte man von seinen Freunden.

 

Tom ist in diesen Tagen bewusst geworden, dass nicht immer alles schlecht ist, auch wenn man es auf den ersten Blick denkt. Alles Negative hat auch eine gute Seite. Bei Tom war das Schlechte, dass er krank war und zu Hause bleiben musste. Aber das Ganze hatte auch eine gute Seite: Er hatte eine sehr schöne und spannende Nacht durchlebt, war zufrieden und hat daraufhin sogar einen tollen Aufsatz geschrieben. Manchmal muss man einfach genauer hinschauen, zum Beispiel durch ein Teleskop.

 

Sternentanz 1. Teil

 

 

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