Dienstag, der 24.10.2017 - 06:18 Uhr
 
Babyratgeber Startseite Babybuch Flohmarkt Fragen und Antworten
Anzeigen
Gute Nacht Geschichten: Gemeinsam schafft man mehr
Anzeigen


[KINDERGESCHICHTEN GEDICHTE] Gute Nacht Geschichten: Gemeinsam schafft man mehr

Gemeinsam schafft man mehr

 

Es war einmal eine wunderschöne Fee, die den Namen Amira trug. Sie lebte in einem einsamen Wald am Rande des Traumlandes. Dort hatte sie ein kleines Häuschen, welches sowohl außen als auch innen reich mit Blumen beschmückt war. Rote, gelbe und weiße Rosen, glänzende Nelken und wunderschöne rote Tulpen. Von Weitem sah das Häuschen aus wie ein Berg voller Blüten, der in allen Farben prachtvoll strahlte. Zwischen den Blumen konnte man ein Fenster entdecken - wenn man in dieses hineinschaute, sah man ein winziges Bettchen mit vielen bunten Kuschelkissen.

 

Amira liebte es, den Tag im Wald zu verbringen, von Baum zu Baum zu flattern und den Vögeln beim Brüten ihrer Eier zuzusehen. Auch hatte sie es gern, wenn die Rehe kamen und über die von Sonne überfluteten Wiesen liefen. Doch es gab auch Dinge, die der Fee Angst machten: Hin und wieder kamen große Wesen in den Wald - sie nannten sich "Menschen". Riesige, bedrohlich ausschauende Kreaturen, die mindestens hundertmal so groß waren wie die Fee - so kam es ihr zumindest vor. Die sogenannten Menschen kamen ungestüm in den Wald gehetzt, schauten sich bösen Blickes um und begannen Bäume zu fällen. Amiras Heimat wurde ohne zu fragen zerstört, sie sah die wunderschönen Eichen, Buchen und Kastanien niedergehen und weinte bitterlich. Als sie sich wieder beruhigt hatte und die bösartigen Kreaturen den Wald verlassen hatten, wurde ihr klar, dass sie einen Plan brauchte. Einen Plan, der verhindern konnte, dass ihr ansehnlicher Lebensraum zerstört werden würde.

 

Traurig flog das Feelein von Ast zu Ast, lief in ihrem Häuschen hin und her - und plötzlich fiel ihr etwas ein: Sie könnte versuchen, mit den Rehen, Vögeln, Füchsen und den anderen Waldbewohnern Kontakt aufzunehmen, um herauszufinden, was sie davon hielten, was mit ihrem Wald passierte. Fest entschlossen, dabei aber auch ein wenig schüchtern, flatterte sie zuerst zu den Rehen, welche sie mit ihren braunen, treuen Augen begeistern konnten. Sie hatte es geschafft: Die Rehe waren auf ihrer Seite. Amira setzte sich auf den Rücken eines Rehes und gemeinsam trabten sie zu den anderen Tieren im Wald. Am Ende hatten sich alle zusammengeschlossen, um einen Plan auszuhecken. Sie brauchten so schnell wie möglich eine Idee, um dem Vorhaben der Menschen ein Ende zu setzen. Der Habicht schlug vor "Wir könnten mit ihnen schimpfen, vielleicht sehen sie dann ein, dass sie mit ihrem Verhalten nur Schlechtes anrichten.". Monon - ein sehr intelligenter Fuchs - brachte einen klügeren Vorschlag hervor: "Wie wäre es, wenn wir uns alle zusammentun, alle Tiere, die hier leben? Und dann werden wir uns vor den Menschen aufbäumen und zeigen, wer hier wirklich etwas zu sagen hat!".

 

Am nächsten Tag - es war ein Dienstag - schlossen sich alle Waldbewohner zusammen und machten sich auf den Weg. Denn sie wussten: Die Menschen würden dort weitermachen, wo sie am Vortag aufgehört hatten. Menschen sind leicht zu durchschauende Wesen, einfach gestrickt. Und ja, sie kamen zur gleichen Zeit wie am Montag Morgen in den Wald.

 

Alle Bewohner des normalerweise friedlichen Waldes schlossen sich zu einer riesigen Gruppe zusammen und schauten die bösen Menschen furchterregend an. Monon, der Fuchs, trat hervor und sprach: "Was tut Ihr hier? Ihr werdet unseren Wald nicht zerstören! Schaut Euch an! Ihr seid habgierig und nur auf Profit aus. Wisst Ihr denn nicht, welche Werte wirklich zählen? Sind es immer nur Macht und Geld?". Er führte fort: "Ein Beispiel solltet Ihr Euch nehmen - und zwar an uns! Wir leben hier ganz friedlich und harmonisch, keiner tut dem anderen etwas und wenn etwas schief läuft, halten wir zusammen!". Amira nickte selbstbewusst und die Menschen wurden nachdenklich, wussten nicht, wie sie reagieren sollten. "Geht nach Hause und denkt darüber nach, was wir gesagt haben", krächzte der alte Specht.

 

Die Menschen zogen sich zurück und unterhielten sich betrübt darüber, was ihnen zugetragen worden war. "Meint ihr, die Tiere haben Recht?", fragte einer der Holzfäller. Ein anderer entgegnete ihm in melancholischem Tonfall: "Irgendwas ist da schon dran: Stellt Euch vor, man würde unsere Häuser einfach zerstören - wir wüssten doch gar nicht, wo wir dann hin sollten!". Die Arbeiter waren sich einig: So dürfe es nicht weitergehen. Sie haben ungerecht gehandelt und wollten sich für das, was sie getan haben, entschuldigen.

 

Einige Stunden waren vergangen ehe sich die Menschen trauten, den Tieren gegenüberzutreten. "Es tut uns leid, was wir getan haben, das war nicht richtig von uns. Wir werden uns nun zurückziehen und Euch in diesem idyllischen Gehölz hausen lassen. Bitte verzeiht uns!". Das Feelein, welches freudig herumflatterte, die Rehe, der Habicht und der Specht, die anderen Tiere und auch Monon, der Fuchs, waren mächtig stolz auf sich. Sie hatten es geschafft!

 

Und die Tiere lebten bis an ihr Lebensende vergnügt und ungestört im Wald zusammen und wussten nun, dass sie sich aufeinander verlassen konnten. Amira war glücklich darüber, dass sie den Mut aufgebracht hatte, die anderen anzusprechen und um Hilfe zu bitten.

 

Und die Moral von der Geschicht: Zusammenhalten macht stark und um Hilfe zu bitten, ist niemals verkehrt.

Eintrag weiterempfehlen Teilen

Zurück


Anzeigen