Donnerstag, der 19.10.2017 - 09:14 Uhr
 
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[FRÜHGEBURT] Überlebenswahrscheinlichkeit eines Frühgeborenen, Probleme und mögliche Spätfolgen


Überlebenswahrscheinlichkeit der frühgeborenen Kinder
Zwischen der 23. und der 25. Schwangerschaftswoche liegt die Grenze zur Lebensfähigkeit. Kinder, die vorher geboren werden, können aufgrund mangelnder Reife noch nicht leben. Außerdem besteht das Risiko von Behinderungen schwersten Grades. Doch nicht nur die Schwangerschaftswoche selbst ist entscheidend für die Chance auf Leben, sondern auch das Geburtsgewicht spielt eine große Rolle. Statistisch gesehen haben die Kinder, die bei der Geburt ein Gewicht von weniger als 2500 Gramm auf die Waage bringen, ein Sterberisiko, das zweihundert Mal höher liegt, als das von Kindern mit einem Gewicht über der besagten Marke. Überleben die Kinder, die ein so niedriges Geburtsgewicht hatten, so ist das Risiko neurologischer Schäden zehn Mal höher. Entscheidend für die Überlebenswahrscheinlichkeit ist daher auch die Lungenreife des Fetus. Diese Reifung der Lunge tritt etwa ab der 24. Woche ein.

- Frühgeburt vor der 22. Woche
Die Kinder, die vor der 22. Woche geboren werden, sind in der Regel nicht lebensfähig. Sie werden auf dem Sterbeweg begleitet, wenn sie nicht schon bei der Geburt sterben. Die Ärzte vergleichen den Entwicklungsstand des Kindes dann mit der zu erwartenden Entwicklung in der entsprechenden Schwangerschaftswoche. Ist die tatsächliche Entwicklung weiter fortgeschritten, so wird die Entscheidung, keine Maßnahmen zur Lebenserhaltung zu ergreifen, noch einmal überdacht.

- Frühgeburt zwischen der 22. und 24. Woche
Die Chance auf Überleben des Kindes steigt in diesen Wochen enorm an und zwar von etwa zehn auf rund fünfzig Prozent. Allerdings leiden bis zu einem Drittel der Kinder, die eine Geburt und die ersten Tage nach der Geburt überleben, an schweren oder schwersten Behinderungen körperlicher oder geistiger Art. Bei der Entscheidung, diesen Kindern den Weg ins Leben zu ermöglichen, werden daher auch die Interessen des Kindes sowie der Eltern berücksichtigt.

- Frühgeburt nach der 24. Woche
Die Überlebenschancen steigen bei Frühgeburten, die bis zur 24. Woche normal ausgetragen wurden, rapide an und sind bei rund 80 bis 90 Prozent angesiedelt. Daher wird grundsätzlich versucht, das Leben zu erhalten, zumindest, wenn keine lebensbedrohlichen Störungen vorliegen. Ärzte werden dazu angehalten, die Frühchen mit reif geborenen Kindern in der Behandlung gleichzusetzen.

Probleme des Frühgeborenen
Wenn festgestellt wird, dass die Frühchen nur mit schlimmsten Gesundheitseinschränkungen leben könnten oder dass sie sehr schwere körperliche und geistige Behinderungen aushalten müssten, so wird nach deren Geburt überlegt, ob die Maßnahmen zur Erhaltung des Lebens eventuell eingeschränkt werden können. Dann wird allerdings in Kauf genommen, dass der Tod vorzeitig eintritt. Der Grad der Beeinträchtigung spielt dabei eine Rolle, ebenso, wie mögliche medizinische Maßnahmen zur Besserung. Ist aber abzusehen, dass das Kind sterben wird, so wird eine Sterbebegleitung vorgenommen und die Eltern erhalten psychologische Betreuung und Unterstützung durch das klinische Personal.
Probleme können durch verschiedene Punkte auftreten, die alle mit der nicht vorhandenen Reife der Organe in Zusammenhang stehen. So können beispielsweise leicht Gehirnblutungen auftreten, denn die Gefäße sind noch sehr dünn und platzen leicht. Ist die Lunge noch unreif, so werden zwar entsprechende Medikamente zur Reifung gegeben, allerdings kann es dennoch zu Funktionsstörungen kommen. Ist der Atemreflex noch nicht ausgereift, kann es bei den Frühchen zu Atemstillstand kommen. Die unreife Leber kann Giftstoffe noch nicht richtig verarbeiten, daher kann eine ausgeprägte Neugeborenengelbsucht auftreten. Zudem ist das Infektionsrisiko erhöht, denn die Körperabwehr ist noch nicht ausgebildet. Hinzu kommt, dass den Kindern das Stillen fehlt, bei dem wichtige Abwehrstoffe von der Mutter auf das Kind übertragen werden können. Die Kinder sind noch zu schwach zum Saugen, daher kommt es meist auch zu Trinkstörungen, wenn sie anfangs die Flasche bekommen. Zudem ist das System zur Temperaturregelung noch nicht voll ausgebildet und die Kinder können leicht überhitzen, da sie nicht schwitzen können. Es kann auch zu Unterkühlungen kommen, weil die Kinder nicht zittern können und so durch die Muskelbewegung Wärme erzeugen können.

Mögliche Spätfolgen
Die Zahl der Kinder, die eine Frühgeburt – auch eine extreme Frühgeburt – überlebt, steigt ständig mit den neuen Errungenschaften der Medizin. Dennoch liegt das Risiko, dass das Kind nicht überlebt, natürlich immer noch sehr hoch, wenn es sehr unreif geboren wird. Vor allem körperliche oder kognitive Beeinträchtigungen sind die Folge. Studien haben auch gezeigt, dass eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung in Verbindung mit Hyperaktivität oder ohne diese häufiger vorkommt, wenn ein Kind sehr früh auf die Welt kam. Dabei spielt auch die genetische Veranlagung keine Rolle. Solche Beeinträchtigungen werden bei vier von fünf Kindern, die vor der 26. Woche geboren wurden, festgestellt. Diese Schädigungen zeigen sich bereits in einem Alter von fünf bis sechs Jahren.
Auch Kinder, die bei der Geburt weniger als eintausend Gramm gewogen haben, weisen überdurchschnittlich häufig Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit auf. Es gibt eine amerikanische Studie, die belegt, dass die Kinder, die frühgeboren sind und zu einem Zeitpunkt, als sie acht Jahre alt waren, untersucht wurden, zu 21 Prozent asthmatische Erkrankungen aufwiesen. Dabei waren es nur neun Prozent in der Kontrollgruppe. Ähnliches fand sich bei den Störungen der Motorik, bei der die Frühgeborenen zu 47 Prozent Schädigungen aufwiesen, in der Kontrollgruppe waren es nur zehn Prozent. Auch der Intelligenzquotient lag bei den Kindern sehr niedrig, rund 38 Prozent wiesen einen IQ von nur 85 auf, im Gegensatz dazu die Kontrollgruppe mit nur 15 Prozent.
Nachgewiesen werden konnte auch, dass die Menschen, die einst als Frühchen auf die Welt kamen, weniger Nachkommen hatten, als die reif geborenen. Das lässt auf eine schlechtere Zeugungsfähigkeit schließen, etwa, weil die Organe, auch die Geschlechtsorgane, noch nicht weit genug entwickelt waren, als das Kind geboren wurde. Die gesamte Hormonproduktion kann dadurch gestört sein. Für Frauen gilt zudem, dass ihr eigenes Risiko einer Frühgeburt höher liegt, wenn sie selbst als Frühchen geboren wurden.
Eine andere mögliche Spätfolge ist der Autismus, der ebenfalls sehr häufig bei den Kindern vorkam. Zudem wurden Lernbehinderungen festgestellt. Dazu gehören etwa die Lese-Rechtschreib-Schwäche oder auch eine Rechenschwäche. Teilweise kann auch beides festgestellt werden. Zu nennen sind des Weiteren psychische Störungen als mögliche Folgen einer Frühgeburt, dazu zählen Depressionen oder bestimmte Auffälligkeiten im Verhalten.
Natürlich sind nicht alle Frühchen von späteren negativen Folgen für ihre Gesundheit betroffen, das Risiko dafür liegt allerdings hoch, wie Untersuchungen ergeben haben. Daher auch der Grundsatz, dass die Schwangerschaft so lange wie möglich erhalten werden sollte um dem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

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