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[FRÜHGEBURT] Therapie eines Frühchens


Jedes Neugeborene, das vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wird, gilt als extrem unreif und daher als Notfall. Kinder bis zur 34. Woche weisen eine starke Unreife auf, Kinder, die bis zur 37. Woche ausgetragen werden, nur noch eine leichte Unreife. Je nach Geburtsdatum also ist die Behandlung von frühgeborenen Kindern unterschiedlich und es muss mit einer unterschiedlichen Dosis und Art an Medikamenten gearbeitet werden. Dabei gilt, dass Kinder, die ein Geburtsgewicht von mehr als zweitausend Gramm aufweisen, die größten Überlebenschancen haben, Kinder, die weniger als eintausend Gramm wiegen, die geringsten. Auch die Spätfolgen sind umso schwerwiegender, je früher das Kind geboren wurde. Im Folgenden werden einige Behandlungsmöglichkeiten von Frühchen aufgeführt, die aber nicht den Anspruch der Vollständigkeit erheben. Bitte beachten Sie das je nach Kind und ssw unterschiedliche Probleme auftreten können, jede Frühgeburt ist anders und muss individuell behandelt werden.

- Der Säugling kommt mit Atemnot zur Welt.
Dass das Neugeborene nicht richtig atmen kann, liegt daran, dass die Lunge noch nicht ausgereift ist. Sie produziert nur wenig Surfactant, den Stoff also, der für die Entfaltung der Lunge verantwortlich ist. Die Lungenbläschen können kollabieren, wodurch ein Mangel an Sauerstoff auftritt. Das Frühchen wird zur Behandlung intubiert und weiterhin künstlich beatmet. Der Beatmungsschlauch wird dann dazu benutzt, das Surfactant in die Lunge einzubringen. Außerdem werden Kortikoide gegeben. Diese können die Reifung der Lunge beschleunigen und so unterstützen.

- Die Nieren funktionieren nicht richtig.
Die Nieren eines Frühgeborenen sind noch nicht reif und können bei sehr unreifen Kindern zu Problemen führen. Im Blut sammeln sich daher schädliche Substanzen an, die normalerweise ausgeschieden werden würden. Wichtig ist bei der Behandlung, das Kalium zu reduzieren, weil dieses, wenn es im Übermaß im Blut vorhanden ist, zu Störungen des Herzens führen kann.

- Es kommt zu Hirnblutungen.
Die Haut und die Gefäßwände eines Neugeborenen sind noch sehr dünn, daher kommt es leicht zu blauen Flecken und zu den weitaus gefährlicheren Hirnblutungen. Die Folge können motorische und geistige Behinderungen sein, je nach Schweregrad der Blutung. Diese muss daher unbedingt gestoppt werden, außerdem wird das Hirnwasser abgelassen, das durch den Blutstau im Gehirn nicht von selbst abfließen kann.

- Weitere Notfälle?
Weitere Probleme können sich durch den noch nicht reifen Darm bewegen, in dem sich Bakterien vermehren können, die zu Entzündungen führen können.
Auch die Netzhaut des Neugeborenen kann noch nicht voll entwickelt sein oder es kann zu Erkrankungen kommen, die Blutungen nach sich ziehen.
Generell können bei allen Organen der Frühchen Probleme aufgrund der Unreife auftreten und eine Behandlung ist dann nötig.

Was wird sonst noch gemacht?
Bei der Behandlung von Frühgeborenen ist zum einen höchste Eile geboten, wenn die ersten Komplikationen überwunden sind, aber auch viel Zuwendung und Geduld. Die Kinder entwickeln sich besser, wenn sie an der Umwelt teilhaben dürfen. Daher ist auch der menschliche Kontakt so wichtig, in erster Linie durch die Eltern. Hierfür wurde das so genannte „Känguruen“ entwickelt. Die Eltern legen sich das Baby dafür auf den nackten Bauch, so dass es die Wärme des Körpers und den Hautkontakt spüren kann. Intensive Zuwendung ist für den Säugling von großer Bedeutung. So kann auch das Fläschchen auf diese Art und Weise gegeben werden, wenn die Kinder stark genug sind, selbstständig zu trinken.
In einigen Zentren für Frühgeburten werden Musiktherapien angeboten, dabei werden die Kinder regelmäßig mit Musik, meist mit klassischer Musik, beschallt. Es ist aber auch möglich, Gespräche und vor allem die Stimmen der Eltern aufzunehmen und dem Kind vorzuspielen, wenn die Eltern gerade nicht dabei sein können.

Behandlung der Eltern
Natürlich benötigen die Eltern keine medizinische Betreuung, wenn sie gerade Eltern eines Frühchens geworden sind, mit Ausnahme der üblichen Betreuung der Mutter. In erster Linie benötigen sie psychologische Hilfe, denn meist sind die Eltern mit der Betreuung und dem Wissen, ein frühgeborenes Kind zu haben, welches eventuell Behinderungen haben wird, völlig überfordert. Vor allem, wenn es nicht das erste Kind ist und zu Hause weitere Kinder auf ihre Eltern warten, wird ein Frühchen zur Belastung und zur Nervenprobe. Auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus benötigt das Frühchen weitaus mehr Zuwendung und medizinische Versorgung, was ebenfalls eine starke Belastung der Eltern darstellt.

 

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Therapie eines Frühchens

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