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Depressionen bei Kindern - Therapien und Tipps
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[KINDERKRANKHEITEN] Depressionen bei Kindern - Therapien und Tipps

 

Depressionen bei Kindern


Anders als bei Depressionen bei Erwachsenen fällt eine Therapie bei Kindern und Jugendlichen meist viel aufwendiger aus, da Lebensumstände, wie soziales Umfeld oder Entwicklungsstand, mit einbezogen werden müssen. Meist wird diese ambulant durchgeführt, nur in schweren Fällen muss über einem längeren Zeitraum eine Klinik aufgesucht werden. Im Rahmen einer Therapie werden jedoch nicht nur betroffene Kinder oder Jugendliche behandelt, sondern auch die Eltern werden mit einbezogen, damit auch außerhalb der Sitzungen die depressiven Störungen behandelt werden können. Für Kinder und Jugendliche empfehlen sich verschiedene Therapieformen, die unter anderem stark von üblichen Verfahren bei Erwachsenen abweichen:

 

– Die wohl umfassendste Form der Therapie ist die Psychotherapie, die auch bei Erwachsenen Verwendung findet. Für die jüngeren Patienten bietet sich vor allem die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie beziehungsweise die Psychoanalyse an, die sich allesamt auf die unterbewussten, aber prägenden Einflüsse in der Vergangenheit beziehen. Sie hilft also Erlebtes nachträglich zu verarbeiten, um so beispielsweise tragische Ereignisse, wie der Verlust einer nahestehenden Person, aufzuarbeiten und damit der Depression entgegenzuwirken. Auch die Gesprächspsychotherapie oder die kognitive Verhaltenstherapie kann bei depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden, da sie sich als sehr effektiv erwiesen haben. Eine Familientherapie wird meist dann durchgeführt, wenn sich die ursächlichen Faktoren der Depression des Kindes im Rahmen der Familie befinden, beispielsweise bei dysfunktionalen Familien.

 

– Die Spieltherapie eignet sich insbesondere für Kinder, da hier in für das Kind typischen Rahmenbedingungen behandelt wird. Hauptziel bei dieser Therapie ist die Stärkung des Selbstbewusstseins des betroffenen Kindes aber auch das Erlernen von Sozialverhalten und die angemessene Reaktion in bestimmten Situationen. Vor allem für Klein- und Vorschulkinder eignet sich deshalb die Spieltherapie, um eine depressive Störung zu behandeln.

 

– Um spezielle Problemgebiete zu behandeln, kann der Psychotherapeut auch auf andere psychosoziale Therapiemethoden zurückgreifen. Vor allem bei Kleinkindern kann eine depressive Störung durch eine Verbesserung der Mutter-Kind-Beziehung behandelt werden. Und auch für ältere Kinder und Jugendliche sind einige Verhaltenstherapien zur Behandlung von psychischen Störungen entwickelt worden, die sich vor allem dem Sozialverhalten widmen.

 

– Wie auch bei depressiven Erkrankungen bei Erwachsenen bietet sich auch bei Kindern eine medikamentöse Behandlung an, die jedoch individuell bestimmt werden muss. Sollte dies notwendig sein, wird Sie Ihr Therapeut diesbezüglich beraten. Alternativ gibt es außerdem neuartige Studien, die eine neurobiologisch antidepressive Wirkung von Fischölen, also Omega-Fettsäuren, belegen.

 

Tipps

Eine depressive Erkrankung bei Kindern ist vor allem für Eltern eine große Belastung, zugleich stellt sie jedoch auf eine große Verantwortung dar. Eine Depression äußert sich längst nicht so eindeutig wie eine andere physische Erkrankung, kann jedoch gleiche, wenn nicht gar noch schlimmere Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Eine unbehandelte Depression im Kindesalter kann prekäre Auswirkungen auf das gesamte Leben haben und sogar zum Suizid führen! Gerade deshalb ist es wichtig, dass Eltern einige Tipps beachten, die zur Erkennung und Behandlung der Depression beitragen.

 

Um eine depressive Störung des eigenen Kindes frühzeitig zu erkennen, hilft es nicht immer, auf die beschriebenen Symptome zu achten, sofern sie ja auch oft der Entwicklung zugeschrieben werden. Eine subjektive Einschätzung am eigenen Zustand kann Eltern deshalb die Erkennung einer Depression am Kind stark vereinfachen. Hierzu dienen einige Aspekte, die als Elternteil überprüft werden sollten:

 

– Die Ablehnung des Kindes gegenüber den Eltern kann Letzteren einen ersten Anhaltspunkt geben.

 

– Distanz und die Lustlosigkeit, auf das eigene Kind einzugehen, ist eine (natürliche und unterbewusste) Reaktion der Eltern auf die Zurückweisung des Kindes selbst.

 

– Ein Gefühl der Überforderung und zu starken Inanspruchnahme durch das Kind kann ebenfalls augenfällig sein.

 

– Als Elternteil ist man besorgter als üblich, meist angespannt und ängstlich und fühlt sich selbst schuldig, was ebenfalls in ersten depressiven Symptomen münden kann.

 

Auf Basis dieser Aspekte ist eine frühzeitige Erkennung der Depression oftmals aus Sicht der Eltern möglich. Damit ist dem Kind jedoch noch nicht geholfen. Zunächst sollten sich Eltern bei dem Kind selbst erkundigen und speziell die psychische Verfassung einbeziehen. Wichtig ist dabei jedoch, dass das Kind nicht bedrängt wird oder das Gespräch in einer Art Verhör endet – es genügt bereits, wenn man als Elternteil Gesprächsbereitschaft signalisiert. Wichtig ist auch, dass man die Probleme und Gefühle seines Kindes ernst nimmt, auch wenn diese aus Sicht eines Erwachsenen lächerlich oder unverständlich sein mögen. Sollten die Gespräche zwischen Eltern und Kind nur unzureichend geholfen haben oder gar nicht erst zustande gekommen sein, so ist es notwendig, ärztliche Hilfe hinzuzuziehen. Eine Depression ist auch bei Kindern eine Krankheit, die unbedingt behandelt werden muss!

 

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Die Inhalte von Baby-lexikon dürfen kein Ersatz  für eine ärztliche Beratung oder Behandlung sein. Die Informationen dürfen nicht für eigene Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden.

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